Wieder nicht die erste Frau!

In Zeiten von #MeToo und aufgeregten Genderdebatten stellte sich natürlich auch der 1. CPC die Frage, wann in der seit nunmehr schon einem Vierteljahrhundert ausgetragenen Vereinsmeisterschaft nun endlich die erste Frau ganz oben auf dem Podest stehen würde. Die Antwort ist sogleich gegeben, auch in der 2021er Austragung konnte das hehre Vorhaben wieder einmal nicht verwirklicht werden! Doch immerhin wurde es diesmal nur ganz knapp verfehlt…

In der 21 Teilnehmer/innen umfassenden Startliste befanden sich sechs Frauennamen, womit das weibliche Geschlecht also einen Anteil von knapp 30% stellte. Das ist in Relation zu den absoluten Zahlen der Weltbevölkerung natürlich nicht ganz zufriedenstellend, nach neuesten Angaben der Vereinten Nationen ist die Verteilung ungefähr gleich: 3,82 Milliarden Frauen stehen 3,89 Milliarden Männer gegenüber.

Aber die sechs Frauen, die sich bei für die Jahreszeit akzeptablem Wetter auf dem neu eingerichteten Boulodrom an der Clausstraße eingefunden hatten, schlugen sich wacker und taten ihr Möglichstes, um den Traum von der ersten femininen Trophäe zu verwirklichen. Drei von ihnen drangen aufgrund guter Vorrundenergebnisse sogar bis ins achtköpfige A-Turnier-Starterfeld vor, das ist dann sogar schon eine Quote von 37,5%, also eine klare Steigerung im Vergleich zur Ausgangssituation!

Von den drei Frauen „überlebten“ zwei das Viertelfinale: Antje und Manuela. Manuela nahm sich dann im Halbfinale eine „Auszeit“ und ließ sich von Tangi eine „Fanny“ verabreichen, war dann aber im Spiel um Platz 3 bei schon schwindendem Tageslicht wieder voll präsent und verwies den dreifachen Tête-à-tête-Vereinsmeister Fabian infolge einer am Ende durch Nervenstärke geprägten Leistung mit 13:11 auf den undankbaren vierten Platz.

Antje schaffte es auf der Erfolgsleiter sogar noch eine Sprosse höher. Nach einem klaren 13:7 im Duell gegen den ungarischen Newcomer Attila im Viertelfinale, verbuchte sie im Halbfinale gegen Fabian das gleiche Ergebnis und drang somit souverän bis ins Finale vor.

Hier traf sie auf Tangi, den Frauenkiller. Er hatte auf dem Weg hierhin außer wie oben erwähnt Manuela zuvor im Viertelfinale auch schon Martina eindrucksvoll mit 13:3 in die Schranken verwiesen. Das Finale schien also eine eindeutige Angelegenheit zu werden, und gering schien die Hoffnung der Amazonen, der Gattung Mann die Festung Vereinsmeisterschaft entreißen zu können…

Tangi geht auch schnell mit 4:1 in Führung, aber dann regt sich in Antje der Widerstand, und nach drei weiteren Aufnahmen ist sie mit 5:4 in Führung gegangen. Tangi kontert mit einem „Sauzug für zwei“ und legt mit der dritten Kugel nach. Er führt nun mit 7:5, alles scheint wieder halbwegs „normal“. Aber es folgen drei überragende Legkugeln Antjes, von denen Tangi nur eine entsorgen kann: 7:7, die Spannung steigt.

In der nächsten Aufnahme misslingt Antje ein Schuss. Tangi nutzt dies aus, hat nun wieder Platz für seine dritte Kugel. Er führt mit 10:7, ein schnelles Ende scheint in Sicht.

Doch in der nächsten Aufnahme kommt Antje zurück: Sie legt ihre Kugel press an das Cochonnet, und Tangi schiebt seine eigene an sich gut gelegte Kugel vom Ziel weg, so dass für Antje Platz entsteht. Sie nutzt die Situation gnadenlos aus, und es steht plötzlich 10:10. Der Traum vom ersten Titel für eine Dame lebt weiter…

Aber dann gelingt Tangi seinerseits ein Legwurf bis an die Zielkugel. Antjes Schuss misslingt, der anschließende Legwurf verspringt. Das Terrain für Tangis Sieg scheint bereitet, doch er vergibt, und es landen diesmal nur zwei seiner Kugeln im Ziel.

Zwölferloch? Nein, dieser Begriff zählt nicht zu Tangis Wortschatz! Antje kann zwar dessen erste Kugel noch verbessern, aber dann legt Tangi noch besser. Antje muss schießen, zweimal – und zweimal rauschen die Schüsse daneben. Vorbei fürs Erste – aber vielleicht klappt es ja 2022 mit dem ersten Frauentitel!

Eine betrübliche Randnotiz: Urgestein Detlef lässt erste Anzeichen von Senilität erkennen, als er in der Vorrunde einen eigenen Sieg gegen Thomas S. falschrum aufschreibt. Der Computer erkennt diesen Lapsus nicht, und Thomas leider zu spät. Der Meister der Jahre 2002, 2004, 2008 und 2009 findet sich somit plötzlich im C-Turnier wieder…

Am Tireur-Wettbewerb nahm diesmal ein gewisser Felix Fassbinder teil. Dieser hat sich schon mehrfach in die CPC-Siegerlisten eingetragen, allerdings unter anderem Namen. Die Namensänderung tat seiner Leistungsstärke jedoch keinen Abbruch: Im Finale setzte er sich eindeutig gegen seinen Kontrahenten Fabian mit 28:7 Punkten durch!

Ergebnisse:

Tête-à-tête nach der Vorrunde:

1. Tangi 3 – 6

2. Felix 3 – 5

3. Attila 2 – 7

4. Manuela 2 – 5

5. Thomas S. 2 – 5

6. Antje 2 – 5

7. Fabian 2 – 5

8. Martina 2 – 4

Vereinsmeister: Tangi (13:10 gegen Antje)

Dritter Platz: Manuela (13:11 gegen Fabian)

Viertelfinalisten: Martina (3:13 gegen Tangi); Attila (7:13 gegen Antje); Thomas S. (4:13 gegen Manuela); Felix (8:13 gegen Fabian)

B-Turniersieger: Ingo (13:7 gegen Stephan)

Dritter Platz: Andreas (13:0 gegen Thomas G.)

C-Turniersieger: Detlef (13:7 gegen Micha)

Dritter Platz: Maria (13:7 gegen Heiko N.)

Tireur-Wettbewerb:

Sieger: Felix

Finalist: Fabian

One thought on “Wieder nicht die erste Frau!

  1. Hallo, allen Siegern und Platzierten meinen herzlichsten Glückwunsch.
    Ich hoffe, dass die anderen Spieler mit ihrer Teilnahme immerhin auch Freude an der Meisterschaft hatten.
    Liebe Grüße, Monika.

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