Salveturnier Weimar

Dennis is a Menace… mit seinen Zaubertricks!

Das Salveturnier, dessen Name auf eine Inschrift am Fuße der Treppe in Goethes Wohnhaus zurückgeht, gibt es seit fast zwanzig Jahren in der PV Ost-Landschaft. Es hat sich als Geheimtipp unter Insidern etablieren können, wurde aber nie zu einer Massenveranstaltung wie etwa die Events in Halle, Leipzig oder Dresden.

Auch bei der diesjährigen Ausgabe glänzten viele Vertreter und Vertreterinnen aus dem „Who is Who“ unserer Pétanqueszene durch Abwesenheit. Zum Glück waren aber sechs Teams aus dem fränkischen Schweinfurt und Umgebung am Start, sodass die Teilnehmerzahl auf annehmbare 22 Doublette-Teams hochgeschraubt werden konnte.

Hinter der Zahl 22 verbarg sich für die Veranstalter jedoch ein Problem, da sie durch zwei geteilt keine für die A und B K.O.-Runden kompatible gerade Zahl ergab. So kam man auf die Idee, alle Teams, die nach den drei Vorrundenspielen auf mindestens zwei Siege kamen, für das A-Turnier zu setzen und die anderen fürs B.

Um nun auf Viertelfinalbegegnungen zu kommen, musste eine sogenannte Cadrage-Zwischenrunde eingesetzt werden, ein System, das eigentlich im PV Ost-Bereich mittlerweile als antiquiert gilt, da es zu einer langen Pause, der nicht gerade Spielenden führt. Weiterer Unmut ergab sich in Weimar dadurch, dass bei der Festsetzung der Cadrage-Partien auf die in der Vorrunde erzielten Buchholzpunkte keine Rücksicht genommen wurde, sondern stattdessen alle Teams mit einer gleichen Anzahl von Siegen in die Verlosung geschickt wurden.

Zwei der anwesenden drei Chemnitzer Teams mussten in eine solche Cadrage. Von Peter Günther und Detlef Schwede wird weiter unten noch zu lesen sein. Maria und Dieter Neubert hingegen spielten in der Cadrage zum B-Turnier gegen eines der Schweinfurter Teams und schieden aus.

Wie dem auch sei, es ergaben sich trotzdem spannende Wettkämpfe mit oftmals knappen Verläufen. Die Mitfavoriten Peter Adrian/Lali Lali trafen im Viertelfinale des A-Turniers auf das starke Doublette Maximilian Borst und Ines Herbert (beide CP 03 Schweinfurt, aktuelle Platzierungen in der Bayern-Rangliste: 43 und 114) und mussten mit 8:13 bereits zu diesem frühen Zeitpunkt von dannen ziehen.

Noch knapper ging es zu in einem reinen PV Ost-Duell: Dessi Vardjieva-Eckardt (LPC) hatte sich mit Gunnar Richter (Halle) einen erfahrenen und auch mental mit allen Wassern gewaschenen Schießer zugelegt, und es gelang den beiden, die favorisierte Trampler-Dynastie bis an den Rand einer Niederlage zu bringen. Am Ende retteten sich Vater Heiko und Sohn Fabio dann aber mit 13:10 gerade noch siegreich über die Ziellinie.

Die beiden anderen Viertelfinals fanden unter Chemnitzer Beteiligung statt. Peter und Detlef gelang es, die Platzwahl zu gewinnen, und sie wählten genau den Platz aus, auf dem sie zuvor die Cadrage (gegen Tamara und Martin aus Jena) äußerst knapp mit 13:11 gewonnen hatten. Ihre fränkischen Gegner Birgit und Norbert Lohaus (SV Schnackenwerth) spielten zum ersten Mal auf diesem Terrain und hatten wohl daher Mühe, mit ihren Legwürfen angemessen zu reüssieren. Endstand: 13:5 für Chemnitz.

Auch Heiko Thum/Martin Jenke machten bei einem ihrer ersten gemeinsamen Turniere ihrem Chemnitzer Verein alle Ehre und unterlagen gegen die späteren Turniersieger Dennis Rössler/Sovannara Chea (Weimar) nach hartem Kampf nur ganz knapp mit 11:13.

Letztere hatten es im Halbfinale gegen die noch verbliebenen Chemnitzer wesentlich leichter. Obwohl Peter und Detlef nun schon zum dritten Mal hintereinander auf dem gleichen Platz spielen konnten, hatten sie ihr Pulver nun offensichtlich verschossen und verloren das Match klar mit 5:13.

Wesentlich spannender ging es im anderen Halbfinale zwischen den Tramplers und den Schweinfurtern zu. Hier gingen Heiko und Fabian zwar in der ersten Matchphase mit 8:2 in Führung, aber dann kamen Ines und Maximilian Punkt um Punkt heran und gingen sogar in Führung. „Team Trampelli“ zog nun als letzte psychologische Trumpfkarten die Optionen „lange Taktikbesprechungen“ und „ausgiebige Terrainbegehungen“ aus dem Ärmel, und da kein Schiedsrichter am Ort war und die Zuschauer sich als extrem geduldig erwiesen, konnten sie das auch problemlos machen. Aber wie sie die Planung ihrer Spielzüge auch drehten und wendeten, am Ende half alles nicht, und den Schweinfurtern gelang mit einem Viererpack der Einzug ins Endspiel.

Dieses fand bei schon schummrigem Tageslicht auf einem der vorderen Plätze nahe des Verpflegungsstands statt. Die Lokalmatadoren Dennis und sein kambodschanischer Partner Sovannara (kurz: Nara) konnten das sowieso schon ansprechende Niveau ihrer Darbietung hier eindrucksvoll noch weiter steigern und ersparten somit den Organisatoren einen möglicherweise nötig werdenden Einsatz von zusätzlichem Beleuchtungsmaterial.

Nara legte mit präzisen Flachwürfen gewohnt souverän, und Dennis entsorgte eventuell im Weg liegende gegnerische Kugeln meist zielsicher, mitunter sogar mit „Carreau sur place“. Geradezu atemberaubend waren dann aber auch noch seine an pure Magie grenzenden Hochportée-Legwürfe, die jeweils kurz vor dem Cochonnet aufkamen und dann in dessen Nähe unangreifbar liegenblieben. So gelang es, den Gegner derart zu beeindrucken, dass dieser relativ rasch beim Spielstand von 5:13 die Waffen strecken musste und somit den ersten Sieg überhaupt einer komplett für Weimar antretenden Besetzung bei ihrem heimatlichen Turnier ermöglichte.

A-Turnier:

Sieger: Dennis Rössler/Sovannara Chea (Weimar)

Platz 2: Ines Herbert/Maximilian Borst (CP 03 Schweinfurt)

Platz 3, ex-aequo: Peter Günther/Detlef Schwede (Chemnitz) und Heiko Trampler/Fabio Trampler (Dresden)

B-Turnier:

Sieger: Karim und Khalil (Leipzig)

Platz 2: Susann Hesselbarth/Mohamed Boumelah (Leipzig)

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