zuletzt aktualisiert am: 29 April, 2010
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1. Chemnitzer Pétanque-Club e.V.
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Berichte


1. Spieltag PVT Liga, Leipzig
25.April 2010

Wie ein Nachforschen in alten Boule-Annalen des Jahres 1996 zweifelsfrei ergibt, war der 1. Chemnitzer PC bereits im Jahr seiner Vereinsgründung im Boule-Geschehen unserer Region involviert. Zu Zeiten, als von einer eigenständigen PVT-Liga für den südlichen Teil der neuen Bundesländer nicht einmal geträumt werden konnte, belegten die Chemnitzer in der Liga Oberfranken/Westsachsen nicht einmal abgeschlagen hinter Zwickau, Hof und Bamberg den vierten und letzten Platz.

Vierzehn Jahre später musste man sich allerdings ernsthaft Sorgen um die Kontinuität der Chemnitzer Zugehörigkeit im Ligabetrieb machen. Die Zahl der lizenzierten Vereinsmitglieder nahm mehr und mehr ab, und so gelang bereits 2009 die Teilnahme nur noch dank der gütigen Mithilfe des Teams aus Reichenbach/Lausitz.

2010 könnte jedoch einen Wendepunkt in der Vereinsgeschichte darstellen. Dank des Wiederauflebens des Trainingsbetriebs auf dem Schloßberg und der daraus resultierenden Rekrutierung neuer Vereinsmitglieder, von denen gleich drei (Mario Bach, Gert Schwarz und Andreas Weiß) mit Spiellizenzen ausgestattet wurden, konnte wieder ein eigenständiges Team für die PVT-Liga gemeldet werden!

Am ersten Spieltag in Leipzig traf Chemnitz zunächst auf die Teams aus Nordhausen, Reichenbach und Halle 2. Auf einem Gelände, das dem heimischen Trainingsgelände nicht unähnlicher hätte sein können, setzte das neu zusammen gewürfelte Team nichtsdestotrotz einige Ausrufezeichen und gewann insgesamt drei Partien (zwei gegen Nordhausen, eine gegen Halle). Das ist, auch wenn die Gesamt-Begegnungen allesamt verloren wurden, immerhin ein Anfang und lässt für die restlichen Spiele beim zweiten Spieltag in Nordhausen auf Steigerungen hoffen.

Ligatabelle, PVT-Liga 1:
1.Dresden I 2:0 (10:2); 2.Halle I 2:0 (9:3); 3.Jena 1:1 (6:6); 4.Leipzig 1:1 (5:7); 5.Dresden II 0:2 (3:9); 6.Kahla 0:2 (3:9).

Ligatabelle, PVT-Liga 2:
1.Halle II 3:0 (11:4); 2.Dresden III 2:1 (9:6); 3.Nordhausen 2:0 (7:5); 4.Reichenbach 1:2 (7:8); 5.Dresden IV 0:2 (5:7); 6.Chemnitz 0:3 (3:12).


13. Chemnitzer Stadtmeisterschaft
12. September 2009

 

26 Doublettes hatten sich diesmal auf dem Schloßberg eingefunden, vier weniger als noch im Vorjahr. Es fehlten die Tschechen, “internationalen Touch“ verliehen dem Event somit nur die “einheimischen Ausländer“: Abdel Chelfi aus Halle, Andrey Kriwoscheew aus Jena oder Luis Floro, der Portugiese aus Erfurt. Aus Nicht-PVT-Gebieten hatte es diesmal nur drei Spieler oder Spielerinnen nach Chemnitz verschlagen: Helga und Siegfried Windirsch aus Essen, die erst seit einem Travemünde-Besuch vor wenigen Wochen die Boulekugeln schwingen, sowie George Saathoff aus Emden.

Die im Schweizer System gespielten drei Begegnungen der ersten Phase wurden zeitlimitiert auf fünfzig Minuten plus letzte Aufnahme, danach ergaben sich A- und B-Turniere mit einem Feld von 16 bzw. 10 Doublettes. Das A-Turnier begann also mit dem Achtelfinale, wer sich bis zu den Endspielen durchkämpfte hatte somit ein Mammutprogramm von insgesamt sieben Partien zu bewältigen.

Die erste Phase wurde demzufolge in ihrer Bedeutung reduziert: Man konnte sich eine, gegebenenfalls auch zwei Niederlagen leisten, ohne dass die Titelaspirationen Schaden erlitten. Die Rangfolge nach den Vorkämpfen legte lediglich die Ansetzung der Spielpaarungen im A-Tableau fest, jedwede Überraschung war nach wie vor möglich.

Das umso mehr, da die fehlende Konstanz im Spielniveau zur tatsächlichen Konstante des Turnierverlaufs wurde. Davon ausgenommen blieben lediglich die Sieger, Abdel Chelfi und Christian Puttkammer, die von Anfang bis Ende durchweg überzeugende Leistungen boten.

Bereits in der Vorrunde setzte sich die Bamboule-Pastis-Kombination mit drei klaren Siegen gegen nicht einmal schwache Gegner souverän an die Spitze des Felds. Die Galaform setzte sich in Achtel- und Viertelfinale mit 13:1 bzw. 13:3-Ergebnissen gegen die Vertreter aus Essen (Helga und Siegfried Windirsch) und Jena (Manja Adlt/Christian Schache) fort. Erst im Halbfinale stießen Abdel und Christian zum ersten Mal auf erbitterten Widerstand: Peter Adrian und Andrey Kriwoscheew wollten ihren im Vorjahr errungenen Chemnitz Open-Titel nicht kampflos preisgeben und unterlagen denkbar knapp mit 11:13.

Das war aber auch schon das einzige und letzte Mal, dass sie sich “strecken“ mussten, denn ausgerechnet im Finale gelangten sie zu ihrem ungefährdetsten Sieg: 13:0 gegen die Lokalmatadoren Hartmut Lohß und Detlef Schwede.

Der Parcours der beiden altgedienten Chemnitzer glich einer Achterbahnfahrt. Nach souveränem Auftaktsieg (13:1 gegen Traudl Lorenz/Diana Hellriegel aus Leipzig) traf man bereits in der Vorrunde auf Chelfi/Puttkammer und konnte nur phasenweise mithalten (7:13). Dann folgte gar ein Desaster in Form eines unerklärlichen Leistungseinbruchs nach 9:4-Führung gegen Manja und Christian.

Normalerweise hätte dieses Malheur das verdiente Ticket zum B-Turnier bedeutet. Das ungewöhnliche Spielsystem rettete jedoch die Chemnitzer und sie qualifizierten sich mit 1:2 Siegen doch noch als Vierzehnte fürs A, wo sie auf die Vorrunden-Dritten Carolin Wienrich und Karsten Lissner aus Halle trafen.

Hier nun erwachte mit einem Mal die schon verloren geglaubte Spielkultur der Chemnitzer. Die Legkugeln kamen präzise, und Hartmut, der sich von den Leistungen seines Legers gerne “anstecken“ lässt, bedankte sich mit gelungenen Schüssen: 13:0.

Im Viertelfinale schwappte die Welle dann aber wieder bis tief hinab ins Tränental. Gegen die eigenen Trainingsgefährten aus Chemnitz, Gerd Schwarz und Andreas Weiß, verlor die Spielkunst von Hartmut und Detlef jäh an Farbe. Legkugeln, die in der Partie zuvor traumwandlerisch gekommen waren, verfehlten plötzlich das Ziel um Längen und brachten Hartmut an den Rand des Wahnsinns. Mit Mühe und Not rettete man sich ins Ziel und gewann knapp mit 13:9.

Welch atemberaubende Wandlung dann aber wieder im Halbfinale! Gegen Florian Krahmer und Richard Wendt aus Dresden, die zuvor souverän durchmarschiert waren, zunächst als Vorrunden-Zweite und dann auch im Viertelfinale mit einem klaren 13:1 gegen Nordhausen, zeigten die Chemnitzer wieder ihr Sonnengesicht. Begünstigt wurden sie dabei freilich auch von den Schwächen des Gegner, denn plötzlich lag deren Schießer Richard mit Schlagseite am Abgrund und traf kaum noch. 13:6 – man hatte sich völlig unerwartet noch bis ins Finale vorgekämpft.

Dieses geriet dann jedoch zu einer Peinlichkeit. Im wohl kürzesten Finale der PVT-Geschichte konnte Detlef seine Leistung nie abrufen, und die wenigen Legkugeln, die er doch irgendwie durchbrachte, entsorgte Christian souverän. Womöglich war der mediale Druck zu groß, denn immerhin fünf bis sechs interessierte Zuschauer hatten sich eingefunden, um das Finale zu verfolgen. Ihr artiger Beifall am Ende galt dann vor allem den Siegern, die auf dem schwierigen seitlich abfallenden Gelände die Legeproblematik überzeugend gemeistert hatten.


Ergebnisse A-Turnier:
(in Klammern die Vorrundenplatzierung)

Achtelfinale:

Chelfi/Puttkammer (Halle/Leipzig, 1) – Windirsch/Windirsch (Essen, 16): 13:1
Adlt/Schache (Jena, 8) – Floro/Tibo (Erfurt, 9): 13:11
Adrian/Kriwoscheew (Jena, 6) – Weske/Müller (Chemnitz, 11): 13:0
Hennig/Groß (Chemnitz, 13) – Plötz/Hascha (Dresden, 4): 3:13
C. Wienrich/Lissner (Halle, 3) – Lohß/Schwede (Chemnitz, 14): 0:13
Weiß/Schwarz (Chemnitz, 12) – Zettler/Lehmann (Dresden, 5): 13:10
Mehne/Eberhardt (Nordhausen, 7) – B. Wienrich/Henschel (Dresden/Halle): 13:8
Hunger/Saathoff (Chemnitz/Emden, 15) – Krahmer/Wendt (Dresden, 2): 4:13

Viertelfinale:

Chelfi/Puttkammer (Halle/Leipzig, 1) – Adlt/Schache (Jena, 8): 13:3
Adrian/Kriwoscheew (Jena, 6) - Plötz/Hascha (Dresden, 4): 13:0
Lohß/Schwede (Chemnitz, 14) - Weiß/Schwarz (Chemnitz, 12): 13:9
Mehne/Eberhardt (Nordhausen, 7) - Krahmer/Wendt (Dresden, 2): 1:13

Halbfinale:

Chelfi/Puttkammer (Halle/Leipzig, 1) – Adrian/Kriwoscheew (Jena, 6): 13:11
Lohß/Schwede (Chemnitz, 14) - Krahmer/Wendt (Dresden, 2): 13:6

Spiel um Platz 3:

Adrian/Kriwoscheew (Jena, 6) - Krahmer/Wendt (Dresden, 2): 13:7

Finale:

Chelfi/Puttkammer (Halle/Leipzig, 1) - Lohß/Schwede (Chemnitz, 14): 13:0


Die Ranglistenplatzierungen:

1.Abdel Chelfi/Christian Puttkammer (Halle/Leipzig)
2.Hartmut Lohß/Detlef Schwede (1. Chemnitzer PC)
3.Peter Adrian/Andrey Kriwoscheew (Nebenbouler Jena)
4.Florian Krahmer/Richard Wendt (La Boule Rouge Dresden)


B-Turnier:

Sieger: Diana Scheffler/Ivo Maywald (Leipziger Pétanque Club “Pastis“)

Finalisten: Robert Pagel/Dieter Kropp (Bamboule Halle)

Platz 3: Jörg Kriebel/Geraldo Adler (La Boule Rouge Dresden)

Platz 4: Inka Brückner/Rita Böttcher (Chemnitz)

 

8. Begegnung Chemnitz - Mulhouse
4. - 6. September 2009

 

Das traditionelle Treffen der miteinander befreundeten Pétanque-Vereine aus Chemnitz (1. CPC) und Mulhouse (USOM) wird seit 1996 in ein- bzw. zweijährigem Rhythmus wechselweise in Deutschland und Frankreich abgehalten. Bereits zum vierten Mal begab sich somit eine Chemnitzer Abordnung in den Elsass und wurde wie immer im USOM-Vereinsheim an der Ill freundlich empfangen und zwei Tage lang vorzüglich bewirtet. Von der Stadt Mulhouse gesponsorte Übernachtungen im Sporthotel, ein Mammut-Freundschaftsturnier am Samstag sowie ein offizieller Empfang der Stadt mit anschließendem Innenstadt-Bummel und gemeinsamem Restaurantbesuch rundeten das positive Bild ab.

Die Chemnitzer Delegation bestand aus Petra, die erstmalig als Präsidentin in Mulhouse antrat, Hartmut, Detlef, Steffi, Matthias, Birgit, Achim sowie als einziger Neuling Olga.

Bei dem am Samstag ausgetragenen Turnier stand natürlich weniger der Erwerb neuer sportlicher Meriten im Vordergrund als vielmehr die Pflege der Völkerverständigung mit unseren französischen Nachbarn. Dennoch ergaben sich denkwürdige Supermêlée-Wettkämpfe über die Rekord-Distanz von sieben Runden. Traditionell wurde dabei nach Möglichkeit jedem Chemnitzer/jeder Chemnitzerin ein Franzose bzw. eine Französin zugelost, was den Kontakt untereinander gedeihen ließ.

Das Ergebnis war dabei natürlich zweitrangig, wurde aber von den ehrgeizigsten Sportlern der beiden Vereine auch nicht völlig aus dem Auge verloren. Am Ende konnte sich Hartmut mit insgesamt sechs Siegen knapp durchsetzen, da Detlef (CPC) und Patrick (USOM) ihre Kontrahentinnen Birgit und Petra nach einer 10:0-Führung eher im Flachs zu einer “Aufholjagd“ einluden, was diese jedoch bitterernst nahmen und in unglaublicher Manier noch einen 13:11-Triumph landeten. Detlef und Patrick landeten damit “nur“ auf den Plätzen zwei und drei, konnten sich aber dennoch – wie auch alle anderen Teilnehmer – über die reichlich ausgeschütteten Preise freuen.

Aber die Preise waren natürlich nicht nur materieller Art. Allein die Freude, Teilnehmer an dieser rundweg gelungenen internationalen Sportbegegnung gewesen zu sein und die bereits bestehende Freundschaft weiter intensiviert zu haben, entschädigte für die Mühsal der weiten Anreise. Die Ungeduld auf das nächste Wiedersehen, 2011 in Chemnitz, wird uns die nächsten zwei Jahre ein ständiger Begleiter sein.

 


1. Spieltag PVT-Liga, Leipzig, 11 Teams
19.April 2009

 

Die Thüringen-Liga wurde 2009 wieder in zwei Leistungskategorien aufgeteilt. In der ersten Liga spielen 6 Teams um die Qualifikation zur Bundesliga-Aufstiegsrunde: Halle I, Leipzig I und II, Dresden I und II, sowie Kahla. Chemnitz muss sich dieses Treiben leider aus der Ferne anschauen. Außerdem spielt die Mannschaft in der Zweiten Liga aufgrund von Aufstellungsschwierigkeiten nicht einmal mehr mit einem eigenständigen Team, sondern bildete mit einem anderen “Rumpfteam“, Nabouleon Reichenbach aus der Oberlausitz, eine Spielgemeinschaft.

Da der in den vergangenen Jahren stärkste CPC-Spieler Hartmut Lohß seine Doppelvereinsmitgliedschaft in dieser Saison dahingehend auslegte, für Dresden I Liga spielen zu wollen, war eine Einbuße im Leistungsvermögen die zwangsläufige Folge. Die eingesprungenen Reichenbacher Anke und Steffen Maywald enttäuschten zwar nicht und halfen mit, beim Spieltag in Leipzig zwei der insgesamt drei Einzelsiege zu erzielen, unter dem Strich sprangen aber nur drei schmerzliche Niederlagen bei den Gesamtbegegnungen heraus: 2:3 gegen Dresden III, 1:4 gegen Jena und o:5 gegen Halle 2. Zum Glück war Nordhausen kurzfristig nicht angetreten, sodass wenigstens ein Sieg verbucht werden konnte, wenn auch nur auf dem grünen Tisch…

Die drei Einzelsiege errangen für den CPC Petra Hennig und Matthias Groß im Doublette gegen Dresden III, sowie zweimal im Triplette die beiden Maywalds zusammen mit Detlef Schwede. Diese Kombination funktionierte zweitweilig wie aus dem Guss: 13:6 gegen Dresden, 13:2 gegen Jena (u.a. mit den DM-Teilnehmern Peter Adrian und Andrey Kriwoscheew!), knapp 11:13 gegen Halle II, nach langer Führung. Für die Rückspiele in Weimar am 28.6. besteht also durchaus noch Hoffnung…

Die Tabelle der 2.Liga:

1.Jena 4-0 17:3
2.Halle II 3-1 14:6
3.Dresden III 2-2 11:9
4.Chemnitz/Reichenbach 1-3 8:12
5.Nordhausen 0-4 0:20


Beaujolais Cup Berlin-Tegel, 71 Doublettes
22.November 2008

 

Unter den unentwegten Teilnehmern, die sich bei winterlichen Bedingungen nach Berlin-Tegel begeben hatten, befand sich auch eine Besetzung aus Chemnitz, die, wie zuletzt eigentlich immer üblich, aus den Veteranen Hartmut Lohß und Detlef Schwede gebildet wurde.

Teilnehmer, die aus den Niederlanden, Polen sowie erstmalig auch aus Litauen angereist waren, sorgten für internationales Flair. Deutsche Spitzenspieler kamen vornehmlich aus Berlin sowie dem nordwestdeutschen Raum.

Infolge der im Vergleich zu den letzten Jahren arg geschrumpften Teamzahl entschied sich die Turnierleitung spontan um und trug das traditionell in A-B-C-D-Turnieren ausgespielte Event diesmal im Poule-Modus aus, mit anschließenden K.O.-Runden in A und B.

Unsere Chemnitzer sorgten dabei für eine besondere Note. Nachdem sie im Poule die erste Begegnung gegen die Berlinerinnen Christa Lewke und Marlies Streich relativ problemlos gewonnen und im Anschluss gegen Artur Gickel und Lukasz Kostalik (Karo Dzierzoniów/PL) nach 8:3-Führung durch einen unerklärlichen Leistungseinbruch in der Schlussphase noch 8:13 verloren hatten, ging es nun im Barrage wieder gegen die Berliner Damen. Diese erwiesen sich jedoch als unerwartet zäh und legefreudig, wobei sie als besonderes Qualitätsmerkmal noch den gelungenen “Sauzug“ aufblitzen ließen. Hartmut war nun der Meinung, Detlef müsse diese Strategie durch gezieltes Legen direkt vor die Zielkugel zwingend verhindern, was jedoch auf dem holprigen, unebenen Platz schwer zu bewerkstelligen war. Nach der mit 7:13 gegen die “Legehennen“ verlorenen Partie kam es zum Eklat. Hartmut machte seinen Leger für die nicht eingeplante Niederlage verantwortlich, woraufhin dieser ungewohnt lautstark auf die nicht zu verkennende Tatsache verwies, dass Hartmut mit den ihm zur Verfügung stehenden drei Kugeln auch nichts Wesentliches zur Verbesserung der Situation beigetragen hatte…

Dieser x-te “Ehezwist“ innerhalb der über zwölf Jahre währenden Partnerschaft der beiden Urgesteine blieb jedoch ohne gravierende Folgen. Nach dem Motto “Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“ rauften sich Hartmut und Detlef wieder zusammen und absolvierten noch einen eindrucksvollen Parcours durch das B-Turnier. Nach zwei hart erkämpften Siegen, zunächst mit 13:9 gegen die Litauer Žilvinas Neliubšys und Tomas Šumskas (aus einem Verein mit dem respekteinflößenden Namen “Big Balls Kaunas“), dann auf einem sich mehr und mehr in eine Eisbahn verwandelnden Außenplatz mit 13:12 gegen Rolf Leinert/Toto Hiebing (BC Köln) gewann man endlich Einlass in die geheizte Boulehalle und konnte im Pullover weiterspielen…

Dort traf man zunächst auf die in der deutschen Bouleszene nicht unbekannten Mahmut Tufan (Odin Hannover) und Florian Gerlach (ABC Hamburg). Diese kamen jedoch überraschend schlecht ins Spiel, Schießer Mahmut hatte eine für seine Verhältnisse unglaublich schwache Trefferquote, während Florian mit der “Gebirgslandschaft“ der Boulebahn nicht zurechtkam. Hartmut und Detlef spielten dagegen in Normalform und gewannen unangefochten mit 13:6.

Auch im anschließenden Halbfinale hatten die Chemnitzer gegen die Kasseler “Rumkugler“ Ursula und Herbert Klein bereits den Sieg vor Augen, Unkonzentriertheiten gegen Ende sowie eine makellose Schussbilanz von Herbert sorgten jedoch für eine als vermeidbar empfundene 8:13-Niederlage. Immerhin zeigten die beiden Dauerpartner aber von allen gestarteten Teams aus dem sächsisch-thüringischen Verband das größte Durchhaltevermögen und hatten mit 40 gewonnenen Euro auch in der internen “Geldwertung“ die Nase vorn.

A-Turnier

1.Wolfgang Sporrer / Walter Faud (1. BC Kreuzberg)
2.Boris Tsuroupa / Gérard Begue (Club Bouliste de Berlin)
3.Heike Kasztelan / Frits Jobse (CBdB / Hattem /NL)
3.Zeki Enyin / Christof Wagner (1. BCK)
5. Gundof Henschel / Abdel Chelfi (Bamboule Halle)
5. Heiner Baumbarten / Yves Budin (ohne Verein)
5. Bernard Coneglio / Joel Delory ( Boule Club Berlin / Z 88)
5. Lars Schirmer / Julian Tomson (1. BCK)

B- Turnier

1.Herbert Klein / Ursula Klein (Kassel)
2.Susan Vogeley / Petra Nagel (Club Bouliste de Berlin)
3.Nebo Nikolic / Dao Van Quang (PVC / 1. BCK)
3.Hartmut Lohß / Detlef Schwede (Chemnitz)

Ergebnisquelle: www.club-bouliste.de

 

Ein neuer Verlust: Jürgen Kirchhof
10.November 2008

 

Nach einer langen Krankheit, die ihn daran hinderte, in diesem Jahr an unseren Boule-Aktivitäten teilzunehmen, verstarb am 10. November unser Vereinskamerad Jürgen Kirchhof im Alter von 68 Jahren.

Jürgen war Mitglied im 1. Chemnitzer Pétanque-Club seit seiner Gründung im Jahre 1996 und vertrat unseren Verein bis 2007 regelmäßig in Liga-Wettkämpfen. Während dieser Zeit nahm er auch hin und wieder an Turnier-Ereignissen teil, so etwa in Leipzig, Hof, Bamberg und Prag, auch wenn der Leistungsgedanke bei ihm nicht so sehr im Vordergrund stand. Es ging ihm mehr um den Spaß an der Sache und die gewonnene Freude als Teil einer Gemeinschaft als um Siegesgefühle. Dabei war er ein erfahrener Boulist, der das Metier des präzisen Kugellegens schon in der Vorwendezeit erlernt hatte, als er in Paris lebte. Nach der Rückkehr in seine Geburtsstadt Chemnitz konnte er seine Fähigkeiten neu unter Beweis stellen und mit dazu beitragen, dass der französische Nationalsport auch in unserer Region seinen Bekanntheitsgrad steigerte.

Im Jahr 2007 gelang Jürgen dann mit dem Gewinn der Vereinsmeisterschaft endlich auch der Sprung in die Annalen der CPC-Historie. Wir behalten ihn aber nicht aus diesem Grund ehrenvoll in Erinnerung, sondern einfach nur deswegen, weil er uns allen mehr als zehn Jahre lang ein guter Freund und Wegbegleiter war, den wir vermissen werden.


13. Vereinsmeisterschaft, 6 Teilnehmer
5.Oktober 2008

 

Die diesjährige Vereinsmeisterschaft wurde überschattet von der Nachricht vom Tod unseres langjährigen Vereinskameraden Jochen Börner, der bereits am 22. September im Alter von 69 Jahren an einer Herzschwäche verstorben war.

Jochen absolvierte seine ersten boulistischen Gehversuche in Baden-Württemberg. Er hatte in der Vorwendezeit eine Ballonpost erhalten und Kontakt zum Absender hergestellt. Direkt nach der Wende reiste er an den Bodensee und warf dort seine ersten Kugeln. Einige Jahre später stellte er sich bei unserem Verein vor und nahm fortan regelmäßig am Trainings- und Spielbetrieb teil. Er verstärkte die Mannschaft der Chemnitzer schon zu Zeiten der fränkisch-sächsischen und später der PVT-Liga. Unvergessen sein Sieg beim Lege-Wettbewerb in Hof, ebenso sein Turniergewinn in Gotha, an der Seite von Hartmut Lohß.

Aufgrund seiner Krankheit und auch einiger Differenzen trat Jochen vor ein paar Jahren aus unserem Verein aus. Er war aber bis zuletzt noch Teilnehmer an verschiedenen Turnieren, so erst wenige Tage vor seinem Tod bei der Chemnitzer Stadtmeisterschaft, wo er als Partner von Martin Eschweiler (Bibra) ins Halbfinale des C-Turniers vordrang.

Jochen war ein lebenslustiger und geselliger Mensch, der auf den verschiedensten Boule-Veranstaltungen unserer Region stets ein gerngesehener Gast war und immer viel zu erzählen hatte. Wir werden ihn vermissen und ihm ein ehrenvolles Andenken bewahren.

Das Spielgeschehen geriet an diesem trüben Tag naturgemäß in den Hintergrund. Für die Statistiker: Achim, Birgit, Detlef, Hubert, Matthias und Peter nahmen an der Vereinsmeisterschaft teil. Rekordsieger Hartmut war verhindert, Gerd und Vorjahres-Champion Jürgen sind zur Zeit krank. Petra war trotz Urlaubsreise-Vorbereitungen kurz erschienen, um sich zu verabschieden. Im Finale siegte Detlef gegen Hubert mit 13:7.


3. PVT-Ligaspieltag, Chemnitz, 10 Teams
27.September 2008

 

Am Liga-Spieltag auf dem heimischen Schloßberg vertraten diesmal Petra, Birgit, Achim, Matthias, Hubert, Hartmut, Detlef sowie Ingolf die Chemnitzer Farben, letzterer als Gastspieler aus Dresden.
Es gelangen einige Ausrufezeichen, insgesamt aber gingen alle Begegnungen unter dem Strich verloren. Damit rutschte der CPC in der Tabelle wieder hinter Jena und erscheint in der Endabrechnung auf Rang neun.

In der ersten Begegnung gegen Dresden I, für die die Erfolgschancen von vornherein eigentlich schon als minimal gekennzeichnet worden waren, gelangen immerhin zwei Einzelsiege: das von Petra, Hartmut und Hubert gebildete Triplette Mixte besiegte Tanja, Dan und Raimund klar mit 13:4, und in einer der Doublettes beeindruckte das Team Hubert/Ingolf und behielt gegen Jörg/Geraldo mit 13:12 knapp die Oberhand. Die Sensation wäre möglich gewesen, wie weitere enge Spielstände beweisen: 12:13 in der Herren-Triplette nach 12:6-Führung (Ingolf, Achim und Detlef gegen Jörg, Geraldo und Dieter), sowie ebenfalls mit dem knappsten aller Ergebnisse in der Doublette Mixte (Petra und Hartmut gegen Tanja und Dan). Klar und eindeutig dagegen die 1:13-Schlappe in der Doublette I, als Matthias und Detlef gegen Heiko und Dieter überhaupt nicht ins Spiel kamen.

Auch die Begegnung gegen Halle 1 versprach nichts Gutes. Die schlimmen Befürchtungen bestätigten sich sogleich in den Triplette-Begegnungen, in denen man klar unterging. Anschließend brandmarkte DM-Achtelfinalist Maik Kerner das Chemnitzer Niveau als minderwertig und empfand es als Zumutung, für derartige Begegnungen überhaupt anreisen zu müssen. Der Schuss ging freilich nach hinten los, denn jetzt fühlten sich die Chemnitzer angestachelt, besannen sich auf ihren Heimvorteil und entwickelten eine ungeahnte Kampfkraft. Der selbige Maik Kerner musste dies im Doublette Mixte schmerzlich erfahren, als er zusammen mit Nicole Müller eine verdiente 8:13-Niederlage gegen Birgit und Detlef erleiden musste. Auch Ingolf und Hubert wussten wieder zu überraschten und verbuchten ein 13:10 gegen Heiko Kastner und Bastian Pelz auf der Chemnitzer Habenseite. Da war es schade, dass Matthias und Hartmut gegen Dieter Kropp (später ausgewechselt durch Abdel Chelfi) und Karsten Lissner ein ähnlicher Husarenstreich nicht gelang und man mit 9:13 den Kürzeren ziehen musste…

Der erste Tagessieg sollte nun gegen Leipzig 2 gelingen. Aber auch deren Spielniveau hat sich durch ständiges Training stetig gesteigert, während in Chemnitz der Trainingsbetrieb weitgehend brachliegt. Es konnte nur noch eine Partie gewonnen werden, das Triplette Mixte (Petra, Hartmut und Detlef), mit 13:6 gegen Diana Hellriegel, Heiko Kanis und Albert Wendt.

Am Ende des Spieltag hatte bereits die Dunkelheit Einzug gehalten auf dem Chemnitzer Schloßberg. Nur einige Laternen-Funzeln der Parkanlage hielten den Spielbetrieb mit Mühe aufrecht und versinnbildlichten gleichzeitig die derzeitige Situation des vor zwölf Jahren mit soviel Enthusiasmus gegründeten 1. Chemnitzer Pétanque Clubs: Die Vereins-Geschichte geht zwar weiter, aber holprig und ohne viel Aussicht auf Besserung.

Die Abschluss-Tabelle 2008:

1.Leipzig I (9:0/39:6)
2.Halle I (7:2/29:16)
3.Kahla (6:3/29:16)
4.Dresden I (6:3/25:20)
5.Dresden II (5:4/24:21)
6.Leipzig II (4:5/21:24)
7.Halle II (3:6/21:24)
8.Jena (3:6/20:25)
9.Chemnitz (2:7/15:30)
10.Reichenbach (0:9/2:43)

 

12. Stadtmeisterschaft, Chemnitz, 30 Doublettes
7.September 2008

 

Nachdem im vergangenen Jahr die Kritik am Chemnitz-Turnier sich auf das für einen Sonntags-Termin mit bis zu sieben Spielrunden zu stark aufgeblähte Programm fokussiert hatte, dokterten die CPC-Oberärzte erneut am Spielsystem herum und präsentierten der PVT-Öffentlichkeit nun eine entschlackte Version des Traditions-Events auf dem Schloßberg.

Die Änderungen beinhalteten nicht nur eine Zeitlimitierung auf eine Stunde in der im Schweizer System gespielten ersten Phase, sondern auch eine Begrenzung der Teilnehmerzahl in der Hauptrunde auf acht Starter pro Turnier. Das bedeutete bei dreißig eingeschriebenen Doublettes, dass neben A- und B-Turnieren nach absolviertem Vorkampf diesmal auch C- und D-Turniere stattfinden konnten.

Vorjahressieger Sebastian Eberhardt aus Nordhausen war dennoch nicht zu einer Anreise zu bewegen. Sein damaliger Spielpartner, Peter Adrian aus Bibra, war hingegen am Start, zusammen mit seinem Standardpartner Andrey Kriwoscheew. Zweieinhalb weitere Teams aus Bibra, der “versprengte“ Volker Drusche (Weimar), sowie eine neue Formation aus Schmölln vervollständigten das Thüringer Kontigent. Aus Sachsen-Anhalt waren neun Bamboule-Spieler erschienen. Die weiteren Teilnehmer kamen aus Sachsen (17 aus Chemnitz, 10 aus Dresden, 8 aus Leipzig) bzw. aus dem tschechischen Karlovy Vary (3 Doublettes).

Die Ankündigung, in den ersten drei Runden auf die Berechnung von Buchholz-Punkten zu verzichten und stattdessen nur die Netto-Punktzahl zu werten, wirkte auf die Lokalmatadoren Hartmut Lohß und Detlef Schwede wie stimulierend, und sie setzten sich mit +34 Punkten weit an die Spitze des Teilnehmerfeldes. Im anschließenden Viertelfinale des A-Finales sollten sie nun auf das Achtplatzierten treffen, also das vermeintlich leichteste Team…

Nach der Korrektur einer Spielwertung in der Vorrunde waren Diana Scheffler und Ivo Maywald aus Leipzig nur mit Ach und Krach in die Eliterunde gerutscht. Und die Spielansetzung mit den Chemnitzern verhieß nichts Gutes, denn in der jüngeren Vergangenheit hatte man einige Male den Kürzeren gegen diese Gegner gezogen…

Doch die Logik wurde diesmal auf den Kopf gestellt. Zwar zogen die Chemnitzer erwartungsgemäß bis auf 9:3 davon, allerdings ohne spieltechnisch zu überzeugen. Ihnen kam bis dahin zugute, dass den eigenen schwächelnden Legleistungen ebenfalls keine überzeugenden auf Leipziger Seite gegenüberstanden. Für die entscheidende Wende sorgten dann die Schießer. Während Hartmut sich darauf versteifte, auf heimischem Gelände unbedingt den sogenannten “Chemnitzer Legschuss“ (in Frankreich, und auch überall sonst, unter dem Namen “tir devant“ bekannt!) anbringen zu wollen und dabei jedoch immer wieder durch eine ungünstige Steinchen-Konstellation auf den Chemnitzer Boule-Wegen um den ersehnten Ertrag gebracht wurde, gelang Ivo mit seinen dicken, furchteinflößenden Schieß-Kugeln ein Carreau sur place nach dem anderen, sodass sein Einzug ins Halbfinale bald eine für Chemnitz erschreckende Tatsache darstellte…

Auch die Sieger des Jahres 2000, die Leipziger Thomas Voigt und Jens Riedel, konnten ihre Ambitionen diesmal nicht verwirklichen, unterlagen allerdings nur höchst unglücklich im Halbfinale gegen Peter und Andrey mit 12:13. Diese mussten es im Finale mit Diana und Ivo aufnehmen, den vermeintlich Außenseitern im Feld des A-Turniers, die sich aber nichtsdestotrotz im Halbfinale gegen die Dresdner Dieter Büttner und Heiko Plötz souverän durchgesetzt hatten…

Gespickt mit Fehlern auf beiden Seiten hielt das Finale dann jedoch nicht das, was es versprochen hatte. Ivo konnte seine Schießform nicht halten, eine extrem vorsichtige Spielweise der Bibraer hielt den Ausgang aber lange offen. Am Ende setzten sich die Thüringer aber durch und konnten neben den üblichen Siegpreisen (Pokal, Prämie, Rangliste) noch einen unerwarteten Extra-Preis in Empfang nehmen: ein von Vladimir Glaser gespendetes Gratis-Wochenende in seiner Pension vor den Toren von Prag!


Ergebnisse A-Turnier:
(in Klammern die Vorrundenplatzierung)

Viertelfinale:

Lohß/Schwede (Chemnitz, 1) – Scheffler/Maywald (Leipzig, 8): 9:13
Wendt/Wendt (Leipzig, 6) - Plötz/Büttner (Dresden, 4): 7:13
Kastner/Kerner (Halle, 3) - Voigt/Riedel (Leipzig, 5): 3:13
Wienrich/Lehmann (Dresden, 7) - Adrian/Kriwoscheew (Bibra, 2): 3:13

Halbfinale:

Scheffler/Maywald (Leipzig, 8) – Plötz/Büttner (Dresden, 4): 13:3
Voigt/Riedel (Leipzig, 5) - Adrian/Kriwoscheew (Bibra, 2): 12:13

Spiel um Platz 3:

Plötz/Büttner (Dresden, 4) - Voigt/Riedel (Leipzig, 5): 7:13

Finale:

Scheffler/Maywald (Leipzig, 8) - Adrian/Kriwoscheew (Bibra, 2): 11:13

Spiel um Platz 3, B-Turnier:

Šimak/Dellinger (Karlovy Vary) – Schwarz/Weiß (Chemnitz): 13:8

Finale B-Turnier:

Drusche/Henschel (Weimar/Halle) – Baer/Ottow (Dresden): 13:7


Spiel um Platz 3, C-Turnier:

Skala/Müller (Bibra) – Börner/Eschweiler (Chemnitz/Bibra): 13:4

Finale C-Turnier:

Hoffmann/Werner (Bibra) – Lauche/Tschintscharadse (Dresden): 13:0


Finale D-Turnier:

Pache/Kircheis (Chemnitz) – Vach/Morsbach (Mittelbach): 13:11


Die Ranglistenplatzierungen:

1.Peter Adrian/Andrey Kriwoscheew (Bibra)
2.Diana Scheffler/Ivo Maywald (Leipzig)
3.Thomas Voigt/Jens Riedel (Leipzig)
4.Heiko Plötz/Dieter Büttner (Dresden)

 

Grand Prix, Mariánské Lázne (CZ), 47 Triplettes
5.Juli 2008

 

Zum gemeinschaftlich vom PC Kolová und dem heimischen Club PS Mariánské Lázne ausgetragenen Grand Prix hatten die Vereine aus Chemnitz und Dresden eine Spezialeinladung erhalten. Hartmut und Detlef, die erfolgreichen DM-Fahrer aus Chemnitz konnten nicht widerstehen und wählten aus der schier unerschöpflichen Masse an aufstrebenden Dresdener Talenten Patrick Lehmann als dritten Mitspieler aus.

47 Triplettes trafen sich zunächst an der berühmten Ferdinandsquelle der zwischen der bayrischen Oberpfalz und dem tschechischen Kaiserwald gelegenen Kurstadt, um dort vier Runden Schweizer System zu spielen. Anschließend sollten die besten sechzehn Teams an der Promenade im Stadtzentrum im K.o.-System den Gewinner ermitteln.

Die Spieldauer war grundsätzlich auf eine Stunde beschränkt, sodass nach Ertönen eines ohrenbetäubenden Signaltons maximal noch eine Aufnahme gestattet war. Für das in der Teilnehmerliste unter “Chemnitz und Dresden“ firmierende Team war diese Konstellation natürlich ungewohnt, die sich daraus ergebenden Probleme aber nicht unlösbar, da es gelang, die Partien entweder durchweg zu dominieren oder bis zu den Entscheidungsphasen zumindest ausgeglichen zu gestalten. Die Ergebnisse der ersten vier Spiele: 9:7, 9:10, 13:4 und 13:8, erzielt gegen Konkurrenz aus Cheb, Havlíckuv Brod und zweimal Karlovy Vary. Das reichte für den Umzug in die “Hlavni“, die zentrale Hauptstraße der Stadt.

Hatte man es zuvor noch mit relativ weichem Sandboden zu tun, so war nun hartes, unebenes Terrain angesagt, auf dem die “Kullerkönige“ auf ihre Kosten kamen. Es ging wechselweise bergauf und bergab, aber das sind zumindest die Chemnitzer ja hinreichend gewohnt. So gelang es, im Achtelfinale gegen das von Petr Buchtele angeführte Team aus Kolová, nach zwischenzeitlichem 3:4-Rückstand unwiderstehlich bis 13:4 davonzuziehen, sodass nicht einmal das Zeitlimit erreicht wurde.

Nun wurde der Platz gewechselt, und es ging im Gefälle nicht nur von oben nach unten, sondern auch noch von rechts nach links. Hartmut, mit allen Boulewassern gewaschen, gelang es vorzüglich, das Terrain zu “lesen“ und konnte so seinem Leger wertvolle Hinweise geben. Es ergab sich ein hochklassiges Match, das bei 10:7-Vorsprung für das sächsische Team eigentlich schon entschieden schien, bevor winzige Konzentrationsnachlässigkeiten den Gegner vom PEK Stolín (Tomáš Nývlt, Lenka Nyvltova, Pavel Vejrek) wieder ins Spiel brachten. Bei 10:10 ertönte der Gong, eine einzige Aufnahme musste über Sieg und Niederlage entscheiden.

Hier wurde das ohnehin hohe Niveau noch einmal in schier unglaublicher Weise gesteigert. Lediglich die erste Legkugel von Lenka schwächelte, alle anderen kamen punktgenau, und Hartmut entsorgte die Gegnerkugeln mit Carreau-Schüssen fast auf “sur place“. Am Ende sorgten dann die vier Milieu-Kugeln für den spektakulären Showdown…

Pavel hat zwei Punkte gegen sich, der Abstand zur Sau ist minimal. Doch es gelingt ihm, den Punkt für sein Team zu legen. Nun steigt Patrick in den Ring, er hat sein Boule-Handwerk in Baden-Württemberg gelernt, und nervenstark entsorgt er den Gegner mit einem Eisenschuss. Das Halbfinale scheint erreicht, doch Pavel hat eine allerletzte Kugel, und die legt er links an die Sau. Aber die Chemnitz-Dresdener Kugel scheint immer noch zu reichen…

Oder vielleicht doch nicht? Aufwendige Messungen ergeben einen Zwei-Millimeter-Vorsprung für Stolín. Patrick muss wieder ran, könnte mit seiner letzten Kugel alles klarmachen…

Aber seine Kugel schießt um zwei Zentimeter über das Ziel hinaus, quittiert von Jubelsprüngen im Stolín-Camp. So eine Matchentscheidung hatten sie noch nicht erlebt…

Für “Chemnitz und Dresden“ blieben 1500 tschechische Kronen als Trostpflaster und die Gewissheit, die Heimatstädte wenigstens noch vor Mitternacht zu erreichen. Aber das war noch nicht alles: Hinzu kam nämlich auch noch die bahnbrechende Erkenntnis, dass DM-Form und Euphorie sich konservieren lassen, vielleicht sogar auf lange Sicht…

 

Deutsche Meisterschaft Triplette, Durmersheim (BW), 128 Teams
14.-15.Juni 2008

 

Bei der Triplette-DM in Durmersheim triumphierten die PVT-Teams in nie dagewesener Weise und wurden bei der abschließenden Siegerehrung sogar lobend erwähnt. Auf das Treppchen des B-Turniers gelangten dabei die Spieler von Thüringen 2 (Maik Kerner, Halle/Sebastian Eberhardt, Nordhausen/Peter Mehne, Nordhausen). Auch Thüringen 1 (Gundolf Henschel, Halle/Michael Kitsche, Leipzig/Christian Puttkammer, Leipzig) war am zweiten Tag des B-Turniers noch mit dabei.

Herausragend und von keinem Orakel vorhergesehen war jedoch der fleckenlose Parcours von Thüringen 3 am Samstag. Soeben noch in die Nominierung hineingerutscht, hatten die beiden Chemnitzer Hartmut Lohß und Detlef Schwede sowie der Dresdner “La Boule Rouge“-Spieler André Starkloff bei Turnierbeginn anstelle von hochtrabenden Hoffnungen nur eine schlimme Befürchtung: das Abkassieren von zwei Fannys, die ruhmlose Heimfahrt von der DM ohne einen einzigen gewonnenen Punkt.

Das bescheiden formulierte Ziel wurde bereits bei der ersten Aufnahme gegen Hessen 3 (Günther Gaug, Frank Schneider und Stefan Marienfeld vom PC Wächtersbach) um das Dreifache übertroffen. Und damit nicht genug, nach weiteren drei Aufnahmen stand es 6:2 für das unbeschwert aufspielende sächsische Team. Beflügelnd wirkte dabei, zumindest für die beiden Chemnitzer, ein nicht erwarteter “Ein-Mann-Fanblock“ mit Chemnitzer Wurzeln: Hans Lehmann, den es vor Jahren aus Sachsen nach Baden-Württemberg verschlagen hat, und der heute für den BC Durmersheim aktiv ist.

Nun galt es aber erst einmal einen gewichtigen Rückschlag zu verkraften: Nachdem aber beim Stand von 6:3 zwei Fehlschüsse und vier unpräzise gelegte Legkugeln für ein kassiertes Fünferpack sorgten, sah man die Felle bereits wieder davonschwimmen…

Doch als es dann noch weiter bergab ging und plötzlich 6:10 stand, fuhr mit einem Mal ein unglaublicher Ruck durch die Köpfe der PVT-Spieler. Hier war man auf der DM, nicht auf irgendeinem minimalistisch besetzten Turnier in der Oberlausitz oder am Japanischen Palais, hier wurde riguros Leistung eingefordert! Und ab jetzt kamen die Legwürfe wie von Zauberhand gezogen, gelangen die Eisenschüsse wie bestellt. Man kam heran bis auf 9:10, und ließ sich dann auch von einem nochmaligen Davonziehen des Gegners auf 9:12 nicht mehr schockieren. Zwei Aufnahmen fehlten noch bis zum großen Auftaktsieg und in der letzten von ihnen war es Detlef vorbehalten, dem taten- und kugellosen Gegner mit zwei Neun-Meter-Präzisionswürfen den Garaus zu machen. Große Leistung, denn genau diese Wächtersbacher waren bei der letzten DM in Berlin immerhin bis ins Achtelfinale vorgedrungen…

Für Thüringen 3 ging es aber zunächst einmal nur darum, das Barrage zu vermeiden. Der Gegner war diesmal Saarland 2, in der Besetzung Heinz Bonischot, Horst Mohr und Rainer Meyer vom BC Hüttigweiler. Diese Spieler waren den PVT-Männern bis dato völlig unbekannt, und das kurze Spiel gegen sie wird kaum ausgereicht haben, einen dauerhaften Abdruck in ihrem Gedächtnis zu hinterlassen. Man schwamm auf der Welle des Erfolges, es gelang beinahe alles, nur ein fürchterlicher Fehler beim Abwurf eines Hochportées von Detlef erzürnte kurzzeitig den Teamleader Hartmut. Die Schüsse der Saarländer zischten beständig links und rechts an den zu beseitigenden Kugeln vorbei. Nach sechs Aufnahmen war die Fanny perfekt – und man hatte sie ausgeteilt, nicht kassiert! Dass es nicht nur fünf wurden, dafür sorgte ein in dieser Phase schwächelnder André, der zwei entscheidungsbringende Kugeln schon auf der Hand hatte. Schwamm drüber, wenig später bot sich dieselbe Chance noch einmal, und diesmal erwies sich Hartmut als gnadenloser Vollstrecker…

Das nicht für möglich Gehaltene war geschehen, man war weiter und konnte sich zwei Stunden lang im Wonnegefühl der erreichten Siege sonnen. Anschließend würde dann eh’ alles vorbei sein, schließlich befand man sich auf einer DM, und die Top 64-Elite des Landes konnte nicht anders als unschlagbar sein…

Die Nennung der Namen der Gegner im 1/32-Finale gebot Ehrfurcht: Patrick Fournier und Albin Raux vom PCNC Nürnberg, verstärkt durch Tita Vecile von der FT Hof. Gegen Patrick und Albin hatten sich Hartmut und Detlef unlängst auf der Leipziger Stadtmeisterschaft noch eine bittere 1:13-Klatsche abgeholt, Titas Schuss- und Legestärke war von zahlreichen Turnieren auf PVT- und Bayern-Ebene hinlänglich bekannt. Was konnte man da anderes anstreben als ein möglichst ehrenvolles Ausscheiden?

Aber dieser unglaubliche Tag, der 14. Juni 2008, war mit keinen normalen Maßstäben zu messen. Es schien, als hätte sich der Boule-Himmel mit dem PVT-Team verbündet. Tita, der einige Male nur um Millimeter an der gegnerischen Kugel vorbeischießt, gibt entnervt auf, überreicht den Tireur-Stab an Patrick, ohne dass dies die Trefferquote spürbar steigert. Albin verspringen immer häufiger die Portée-Würfe, landen jenseits von Gut und Böse. Hartmut auf der anderen Seite gelingt ein Eisenschuss nach dem anderen, mitunter ein Carreau sur place. Detlefs Legkugeln erreichen immer öfter die geforderte Saunähe. Und André ist es diesmal, der mit zwei präzisen Nachleg-Kugeln das Match beendet: 13:7, ein Jubelsturm ohnegleichen wird entfacht, und die unterlegenen Gegner zollen bei aller eigenen Enttäuschung dem siegreichen Außenseiter die gebotene Anerkennung. Der Traum darf fortgesetzt werden…

…denn der denkwürdige Tag ist noch nicht zu Ende. Ein weiteres Match steht auf dem Programm, das 1/16-Finale, mit Baden-Württemberg 34 (Uwe Kersten und Raimund Meyer von Boule 95 Denzlingen, sowie Franz Zimber vom BPV Freiburg) als Gegner. Die Rivalen sind alte Boule-Hasen, Uwe Kersten war 2007 Neunter bei der DM Triplette 55+. Aber dem Euphorie-Schwung von Thüringen 3 können sie bei aller Erfahrung am Anfang nichts entgegensetzen, nach zwei Aufnahmen führt der Underdog mit 6:0. Erst jetzt findet BW ins Spiel, nach drei weiteren Aufnahmen ist die Partie ausgeglichen. Nun wiederum besinnen sich die PVT-Spieler auf ihre Tugenden. Angefeuert von Thüringen 2, die im B-Turnier gerade ein Freilos haben, legen und schießen sie “DM-gerecht“ und ziehen auf 12:7 davon. Aber für den nie für möglich gehaltenen Einzug ins DM-Achtelfinale muss noch ausgiebig gezittert werden: 12:8, 12:9 … Und in der letzten Aufnahme sehen sie gespannt zu, wie sich die Süd-Badenser den Sargnagel durch fehlgeleitete Schüsse auf die nachgelegte PVT-Kugel selbst zurechtklopfen. Es ist vollbracht, die Siegesnacht kann beginnen!

Der nächste Tag hatte dann nur einen einzigen Fehler: Es war nicht mehr der 14. Juni! Alles war wie in der Zeit vor der DM: Detlef legte seine ersten Kugeln nicht “zwingend“, Hartmut schoss mehrfach daneben. Die Samstags-Form wurde nur in einer der insgesamt lediglich fünf Aufnahmen erreicht, in der drei Punkte verbucht werden konnten. Gegner Ba-Wü 16 (Muriel Hess/PCB Horb, Robert Fox/BC Saarlouis, Micha Abdul/BC Essingen) konnte Kräfte sparen und sich über einen leichten Einzug ins Viertelfinale freuen. Immerhin hatte man aber noch einmal richtige Hochkaräter aus der Nahdistanz bewundern können: Micha Abdul ist Deutscher Meister der Tireure 2006 (und verzeichnete in der Tat nur einen einzigen Fehlschuss!), Muriel Hess ist sechsfache Baden-Württembergische Landesmeisterin und Vize-Europameisterin bei den Espoir-Damen.

Den PVT-Recken wurde die abschließende Niederlage durch mehrere Geschenke versüßt: Es gab je eine Medaille für den neunten Platz, einen Haufen Ranglistenpunkte und die Zusicherung, für die nächste DM gesetzt zu sein!

Deutscher Meister Triplette:
Hessen 1: Klaus Mohr/Jörg Born (beide Tromm)/Matthias Uhl (Rastatt)

Finalisten:
NRW 4: Hermann Streise/Shemsedin Berisha/Alexander Streise (alle Ibbenbüren)

Halbfinalisten:
Hessen 6: Lara Koch/Sascha Koch (beide Viernheim)/Holger Madsen (Sandhofen)
NRW 7: Sebastian Bergob/Rüdiger Kaiser/Klaus Voelkel (alle Ahlen)

Viertelfinalisten:
Nisa 4: Sascha von Pleß/Jan Garner/Marco Schumacher (alle Hannover)
BW 16: Muriel Hess (Horb)/Robert Fox (Saarlouis)/Micha Abdul (Essingen)
RP 2: Michael Schording/Hussein Assane (beide Lautern)/Benjamin Lehmann (Essingen)
BW 9: David Bourdoux/Gerrit Halbach (beide Sandhofen)/Paul Abraham (Edingen-Neckarhausen)

Achtelfinalisten, u.a.:
Thüringen 3: Hartmut Lohß/Detlef Schwede (beide Chemnitz)/André Starkloff (Dresden)

 

 

2. PVT-Ligaspieltag, Dresden, 10 Teams
7.Juni 2008

 

Am zweiten Liga-Spieltag gelang es den Chemnitzern endlich, ihre ersten Siege einzufahren. Das Terrain am Japanischen Palais in Dresden kam vielen CPC-Spielern entgegen, da die Härte des Bodens an den heimischen Schloßberg erinnerte. Hinzu kam, dass die Gegner sich diesmal hinsichtlich ihres Spielniveaus eher auf Augenhöhe mit den Chemnitzern bewegten als dies in Leipzig der Fall gewesen war.
Aber man benötigte auch eine gehörige Portion Glück. In der zweiten Begegnung gegen Jena war das Triplette nach in der Endphase ungenügenden Leistungen eigentlich schon verloren, als Gegnerin Katrin Pfeiffer durch ein unglückliches Sauziehen die Chemnitzer (Achim, Hubert, Ingolf) wieder ins Spiel brachte. Zuvor hatten sich Petra, Hartmut und Detlef bereits im Triplette durchgesetzt. Es fehlte nur noch ein weiterer Sieg zum Gesamt-Triumph. Den ließen sich Hartmut und Detlef im Doublette nicht einmal ansatzweise nehmen und verpassten ihrem Gegner humorlos eine Fanny…

Die Ergebnisse der Chemnitzer im Einzelnen:

1.CPC – La Boule Rouge Dresden II: 1:4; 1.CPC – Nebenbouler Jena: 3:2, 1.CPC – Nabouleon Reichenbach: 4:1.

Tabelle nach dem 2. Spieltag: 1.Leipzig I (6:0), 2.Bibra (5:1), 3.Dresden I (5:1), 4.Halle I (4:2), 5.Dresden II (3:3), 6.Leipzig II (3:3), 7.Halle II (2:4), 8.Chemnitz (2:4), 9.Jena (1:5), 10.Reichenbach (0:6).

 


1. PVT-Ligaspieltag, Leipzig, 10 Teams
20.April 2008

 

Im letzten Jahr hatten die Chemnitzer noch den Aufstieg von der zweiten in die erste PVT-Liga gefeiert, aber eine von den PVT-Oberen beschlossene neue Ligaeinteilung machte diesen Erfolg gleich wieder gegenstandslos. Nun kämpft Chemnitz in einer eingleisigen Liga mit zehn Mannschaften zwar nicht mehr gegen den Abstieg, wird aber infolge mangelnder Spielstärke definitiv auch nicht im Bundesliga-Aufstiegsrennen mitmischen.

Immerhin waren die Chemnitzer mit acht Teilnehmern ihren Kontrahenten an “Personenstärke“ überlegen, auch wenn man Birgit und Achim eigentlich nur als eine Person werten konnte, da eine(r) von beiden ständig als Hundebetreuer(in) eingeteilt war. Weiter dabei waren die üblichen Gesichter Hartmut, Detlef, Matthias, Petra und Gerd. Hinzu kam mit Ingolf auch dieses Jahr wieder eine Leihgabe aus Dresden.

Mit den bundesligaaufstiegsrundenerfahrenen Bibraern und dem Ex-Bundesligisten aus Leipzig stellten sich aber gleich die dickstmöglichen Brocken in den Chemnitzer Weg. Folgerichtig setzte es ausnahmslos Niederlagen, nur die am Vortag noch prämierten Hartmut und Detlef konnten bei einem 12:13 gegen Maik Hoffmann/Michael Werner (Bibra) wenigstens annähernd mithalten, den 0:8-Rückstand nach den ersten vier Aufnahmen aber nicht mehr ganz umbiegen. In der anschließenden Begegnung gegen das im Vergleich zum Vorjahr schwächer besetzte Halle II gelangen dann zwar immerhin zwei einzelne Erfolge, die Unfähigkeit, im Triplette Mixté (Besetzung: Petra, Hartmut und Detlef) eine 11:0-Führung (gegen Christiane, Gundolf und Axel) durchzubringen (Endergebnis: 12:13) lag aber schwer im Magen, verhinderte den Gesamtsieg und stellte die Weichen für ein ungemütliches Verweilen der Chemnitzer im PVT-Tabellenkeller.

Tabelle nach dem 1. Spieltag: 1.Bibra (3:0), 2.Dresden I (3:0), 3.Leipzig I (3:0), 4.Halle I (2:1), 5.Leipzig II (1:2), 6.Jena (1:2), 7.Dresden II (1:2), 8.Halle II (1:2), 9.Chemnitz (0:3), 10.Reichenbach (0:3).


8. Stadtmeisterschaft, Leipzig, 32 Doublettes
19.April 2008

 

Unter den rekordverdächtigen 32 Doublettes der Veranstaltung befand sich gerade einmal eine Kombination aus Chemnitz: die “unvermeidlichen“ Hartmut und Detlef. Daran müssen wir uns gewöhnen, weitere turnierbegeisterte CPC-Spieler gibt es derzeit kaum…

Und für diese beiden begann das Turnier auch noch denkbar schlecht. Detlef erreichte nach Orientierungsschwierigkeiten und unfreiwilliger Stadtrundfahrt durch Leipzig den Bouleplatz erst mit Verspätung, sodass er kalt in den Ring musste, und zu allem Überfluss gleich gegen die Turnierfavoriten, die überraschend aus Nürnberg angereisten Ex-Bundesligaspieler Albin Raux und Patrick Fournier. Das musste ja schief gehen, und so gab es gleich eine deftige 1:13-Klatsche…

Nun war man angeknockt, alles schien sich mal wieder gegen die Chemnitzer verschworen zu haben. Man stemmte sich gegen das Schicksal, versuchte in der folgenden Partie gegen Jena mitzuspielen, aber der in der Anfangsphase überragend legende und schießende Björn Jäger sowie ein eigener Aussetzer in der dritten Aufnahme sorgten für ein schnelles 0:7. Als dann auch noch die Nordhäuser “zu Besuch“ kamen und anfingen, sich über die Chemnitzer lustig zu machen, raffte man sich endlich zu einer an dieser Stelle höchst erforderlichen Energieleistung auf und gewann noch mit 13:8, begünstigt allerdings auch durch einen unerklärlichen Leistungsabfall der Jenaer in der zweiten Hälfte der Partie. In der anschließenden Barrage spielte man dann zum Glück wieder souveräner und gewann zu fünf gegen ein Team aus Dresden…

Und nun kam die seit Jahren erprobte Maschinerie endlich ins Rollen. Im Achtelfinale waren Karsten Lissner (Bamboule), immerhin Saarwellingen-Fahrer vom letzten Jahr, und sein Partner Jasper Kettner von La Boule Rouge Dresden nicht mehr als Sparringspartner für die nun Selbstvertrauen tankenden Chemnitzer. Man ging leicht mit 8:0 in Führung, hatte zwischendurch zwar wieder eine verpatzte Aufnahme, in der der Gegner vier Punkte machen konnte, gewann letztlich aber unangefochten mit 13:7. Ein PVT-Ranglistenpunkt war damit erreicht, aber irgendwie hatte man Geschmack auf mehr…

Da traf es sich gut, dass im Viertelfinale eine Art Lieblingsgegner auf die Chemnitzer warteten: die Leipziger Diana Scheffler und Ivo Maywald, denen man 2005 beim Concours Trinational in Görlitz eine empfindliche 13:5-Schlappe beigebracht hatte. Nun, auf heimischen Gelände, leisteten diese zwar mehr Widerstand und gingen sogar mit 9:5 in Führung, aber bei diesem Spielstand traf Hartmut eine folgenschwere Entscheidung: er verzichtete auf ein pünktliches Eintreffen bei seinem für diesen Abend avisierten Klassentreffen und stellte damit die Weichen für zwei weitere zeitraubende Duelle. Wild entschlossen kämpfte man sich heran, gewann von den nächsten fünf Aufnahmen vier und stand nach einem 13:11-Erfolg im unerwarteten Halbfinale…

Dort allerdings traf man wieder auf Nürnberger Konkurrenz. Raux/Fournier waren zwar inzwischen gegen das neue Pastis-Mixté-Traumduo Regina Stehr und Michael Kitsche ausgeschieden, aber die kaum weniger renommierten Sigi Ress und Frank Hausam hatten sich bis hierhin durchgekämpft. Die Chemnitzer ließen sich jedoch nicht schocken und legten konzentriert los. Schnell stellten sie fest, dass Sigi, der gegnerische Schießer, bei weiten Entfernungen am ehesten zu knacken war. Diese Überlegung, gepaart mit möglicherweise einem Schuss Unterschätzung von Seiten der Nürnberger führte zu einem 8:1-Zwischenstand für Chemnitz.

Dann jedoch gelang es den Nürnbergern, irgendwie einen Punkt zu machen, und – taktisch geschickt – platzierten sie die Sau von nun an kurz, legten ihre Carreau-Stärke an den Tag und gaben keinen Punkt mehr ab.

Das war’s – oder noch nicht ganz. Es gab noch das Spiel um Platz 3, gegen die erstmalig in den Pétanque-Olymp vorgestoßenen Dresdner Jörg Kriebel und Geraldo Adler. Diese hatten zuvor unter anderem die Pastis-Heroen Jens Riedel und Thomas Voigt sowie die renommierten Franken Lore Vecile/Markus Ilg (Hof/Furth im Wald) aus dem Rennen geworfen und hatten von allen Seiten Lob erhalten. Zum Glück für die Chemnitzer war deren Energieflasche nun aber nicht mehr ganz randvoll gefüllt, und den alten Boule-Hasen gelang ein ungefährdeter 13:3-Erfolg.

Damit konnten die Chemnitzer nicht nur € 45 und je drei Ranglistenpunkte einheimsen, sondern auch einen originellen Holzpokal mit einem von drei Stangen in luftiger Höhe gehaltenen Cochonnet. Ob Hartmut und Detlef es wohl auf die Saison gesehen dem Borstentier gleichtun werden?

Endergebnis A-Turnier:

Sieger:
Sigi Ress/Frank Hausam (PCNC Nürnberg)

Finalisten:
Regina Stehr/Michael Kitsche (Pastis Leipzig)

Dritter Platz:
Hartmut Lohß/Detlef Schwede (1. Chemnitzer PC)

 



Mitgliederversammlung des 1. Chemnitzer Pétanque-Clubs
30.März 2008

 

An der Mitgliederversammlung des 1. Chemnitzer Pétanque Clubs nahmen genau die Hälfte der gegenwärtig registrierten Vereinsmitglieder körperlich teil, also genau sechs. Zwei weitere hatten ihre Stimmen delegiert, die restlichen vier fehlten ohne Angabe von Gründen.

Der langjährige Vereinsvorsitzende Hartmut Lohß stellte sein Amt zur Verfügung, da er die Doppelbelastung der beiden Präsidentenämter PVT und CPC nicht mehr länger stemmen will und außerdem inzwischen im Dresdener Raum lebt, wo er sich im dortigen Verein “La Boule Rouge“ engagiert. Er will aber weiter seine CPC-Mitgliedschaft aufrechterhalten, sich an den wichtigen Vereinshöhepunkten beteiligen und auf seine Nachfolger im höchsten Vereinsamt inspirierend wirken.

Zur Nachfolgerin wurde einstimmig Petra Hennig gewählt. Sie ist gleichzeitig Präsidentin der Chemnitzer deutsch-französischen Gesellschaft, was für die Zukunft richtungsweisend sein könnte, denn in Anbetracht der derzeitigen Mitgliederentwicklung scheint eine Zusammenlegung der beiden Vereinigungen durchaus prüfenswert. Ein gleichlautender Beschluss wurde auf der MV gefasst.

Detlef Schwede wurde einstimmig als zweiter Vorsitzender wiedergewählt. Matthias und Steffi Groß übernehmen kommissarisch die Ämter des Schatzmeisters und der Schriftführerin.

Eine wichtige Änderung betrifft den Trainingsbetrieb. Zukünftig soll hier donnerstags ab 17.30 Uhr auf dem Schloßberg Präsenz gezeigt werden, während der ursprüngliche Sonntagstermin nur noch in Ausnahmefällen und nach vorheriger Absprache genutzt werden soll. Begründet wurde die Änderung damit, dass die leistungsorientierten Spieler des Vereins an den Wochenenden zumeist auf Turnieren weilen und die verbleibenden Breitenspieler im Regelfall allein den Trainingsbetrieb nicht aufrechterhalten können.

Abschließend bleibt zu sagen, dass eine Zufuhr an jungen, engagierten Talenten für den Verein dringend erforderlich ist, damit eine mehr als zehnjährige Vereinstradition nicht sang- und klanglos in den Archiven der Pétanque-Geschichte verschwindet.


World Day of Boules, Ořech/CZ, 32 Doublettes
08.März 2008

 

Schon deutlich vor dem offiziellen Trainingsauftakt der Chemnitzer am 30. März auf dem Schloßberg eröffneten die beiden emsigsten Turnierfahrer des Vereins, Hartmut und Detlef, die Saison und fuhren auf Einladung von Vladimir Glaser nach Orech, um dort ihre Kräfte mit einigen der tschechischen Spitzenspieler zu messen. Leider erlebten sie gleich zu Beginn der zunächst angesetzten drei Runden Schweizer System ihr Waterloo und unterlagen Jana Bejlová und Jindrich Kubeš aus Kolová bzw. vom CP VARY mit 7:13. Gegen die gleichen Gegner hatte es beim Baron Münchhausen-Turnier im letzten Jahr noch je einen Sieg und eine Niederlage gegeben. In dieser Partie hatte Detlef Schwierigkeiten, seine Legautomatismen abzurufen, was dem Gegner wesentlich besser gelang. Hartmut erhöhte nach durchwachsenem Beginn allmählich seine Schieß-Trefferquote, konnte aber am Verlust des Spiels nichts mehr rütteln…

Somit war der Weg in die mittleren Bereiche der Ergebnisliste bereits vorgezeichnet. In der anschließenden Partie gegen ein Damenteam aus Jablonec steigerten sich die Chemnitzer dann und rissen ein fast schon verloren geglaubtes Duell durch Kampfgeist und konzentriertes Auftreten noch aus dem Feuer. In der letzten Aufnahme erreichten sie die zum Sieg erforderlichen vier Punkte und gewannen mit 13:11.

In beiden Auftaktbegegnungen hatten die Chemnitzer immerhin in einer Hinsicht die Nase vorn: sie spielten die jeweils längste Partie. Wer die Chemnitzer schon länger kennt, den wird dieser Umstand nicht weiter erstaunen, für einige Tschechen muss dies dann aber wohl doch gewöhnungsbedürftig gewesen sein. Jedenfalls staunten die Chemnitzer nicht schlecht, als sie nach dem Spielen auf dem Nebenplatz wieder auf dem Hauptplatz angelangt waren und feststellen mussten, dass die Spiele der dritten Runde sich bereits in vollem Gange befanden. Das war jedoch nicht weiter schlimm, denn der für sie ausgeloste Gegner war aus nicht geklärten Gründen bereits abgereist, sodass die Chemnitzer einen kampflos errungenen Sieg auf der Habenseite verbuchen und sich bereits in die Mittagspause verabschieden konnten…

Das Punktverhältnis reichte dann leider nicht für die Qualifikation in die Runde der besten acht. Immerhin waren aber noch die Platzierungen der Ränge 9 bis 12 ausspielen. Diese zusätzlichen Runden sind für die tschechischen Spieler höchst bedeutsam, da es für sie auch für untere Platzierungen noch Ranglistenpunkte gibt. Eigentlich ein Grund für die Chemnitzer Gäste, die letzten Spiele eher entspannt zu gestalten. Doch es kam alles ganz anders…

Mitunter unterlaufen selbst großen Boule-Spielern unerklärliche Blackouts. Über Malte Bergers Missgeschick beim letztjährigen Großen Preis von Berlin wurde auf dieser Webseite bereits berichtet. Nun “gelang“ unserem Kranich ein weiterer Eintrag in diese Pannenstatistik. Hier die Situation: die gegnerische Legkugel (gespielt von Bernabé Glan, vom Club FRAPEKO) liegt halblinks versetzt relativ nah vor der Sau. Zwei Detlef-Kugeln liegen halbrechts vor der Sau, aber im Abstand von etwa zwei Metern. Detlef entscheidet sich für ein Hochportée mit Aufsatzpunkt direkt hinter den beiden eigenen Kugeln. Eigentlich eine lösbare Aufgabe für ihn, zumal er im Training relativ häufig solche Situationen übt und bewältigt. Nur leider trifft er diesmal das Donné nicht ganz, d.h. seine Kugel gerät etwas zu kurz, prallt genau zwischen die eigenen Kugeln, sodass beide, zusammen mit der geworfenen in unerreichbare Fernen wegstieben. Hartmut erleidet daraufhin einen Wutanfall, kann sich nicht mehr richtig konzentrieren, und seine verbleibenden Kugeln landen ebenfalls jenseits von Gut und Böse. Man kassiert einen Sechser-Pack, das gute Feeling und die verheißungsvolle 5:3-Führung sind dahin, und die Partie geht rettungslos mit 7:13 verloren…

Zum Abschluss gab es dann zwar noch ein unangefochtenes 13:1 gegen ein Team vom PK Osika, das in der Endabrechnung den 11. Platz bedeutete. Aber so richtig versöhnlich wurde die Stimmung nicht mehr…


Bamboule am Saaleufer, 21 Doublettes, 13 Triplettes
22.- 23.September 2007

 

Bei freundlichem Wetter lud Bamboule Halle zu seiner Traditionsveranstaltung am Saaleufer, lockte mit für PVT-Verhältnisse stattlichem Preisgeld und würzte das Ganze mit einem ansprechenden Beiprogramm aus musikalischen und artistischen Darbietungen. Die Hoffnung auf eine dem würdigen Rahmen entsprechende Teilnehmerresonanz erfüllte sich jedoch nicht. Von den im Vorjahr rund vierzig in der Saalemetropole erschienenen Triplettes, verblieb in diesem Jahr nur noch ein spärlicher Rest von ganzen dreizehn Formationen…

Nicht wirklich besser erging es dem Doublette-Event am Samstag, für das sich nur 21 Teams einschrieben. Eines davon kam wie üblich aus Chemnitz…

In der Vorrunde maßen Hartmut und Detlef ihre Kräfte gleich zweimal mit einer “B-Vertretung“ aus Nordhausen (Denis Gorzellik und Annika Frieße). Überließ man in der ersten Partie dem Gegner noch sieben Punkte, so kannte man später im Barrage keine Gnade mehr und siegte zu Null. In der zweiten Vorrundenpartie war man allerdings zuvor noch selbst hoffnungslos unterlegen gewesen. Gegen hochkarätige Berliner (Christian Hempel und Matthias Schmitz, 46. und 103. der DPV-Rangliste) kassierte man mit 2:13 die erwartete Klatsche…

Gegen weniger bekannte, aber durchaus ambitionierte Göttinger (Sabine Wiggert und Burkhard Heym) erreichte man im Cadrage einen überzeugenden 13:9-Erfolg. Da träumte man schon von den Lorbeeren, zumal das Los im Viertelfinale den Chemnitzern die vermeintlich unschlagbare Konkurrenz vorenthielt…

Schließlich hatte man die Hallenser Bodo Reißig und Michael Lorenz bei der DM-Quali in Reichenbach noch in die Schranken verweisen können. So gab es also keinen Grund, nicht guten Mutes zu sein. Aber wenig später schlichen die Chemnitzer hadernd vom Platz, denn der vermeintliche “Lieblingsgegner“ konnte diesmal den Spieß umdrehen…

Nichtsdestotrotz versuchten die beiden Chemnitzer im Triplette am Sonntag wieder
ihr Glück. Als Partner hatten sie sich den “heimbodenerfahrenen“ Bamboulisten Axel Schebitz auserkoren, der in der Tat manchen nützlichen Rat hinsichtlich des einzuschlagenden Kugelwegs geben konnte. Gegen die – freilich noch nicht ganz ausgeschlafenen – Turnierfavoriten und späteren Sieger aus Berlin kam daher in der ersten Partie ein sensationeller 13:11-Sieg zustande. Auch im nachfolgenden Spiel der “Todesgruppe“ gegen 2x Goetzke und 1x Balié aus Braunschweig hielt man sich wacker und unterlag nur knapp. Dann aber war die Luft raus, nochmal gegen die Berliner zu gewinnen war schier unmöglich, denn die hatten jetzt Blut geleckt, und ihr Schießer, Junioren-Auswahlspieler Lars Schirmer, traf hundertprozentig und ermöglichte die Fanny. Immerhin standen jedoch am Ende der Gewinn des – freilich nicht gerade überbevölkerten - B-Turniers und etwas “Kohle“ auf der Habenseite…

Doublette, Endergebnis A-Turnier:

Sieger: Gundolf Henschel/Lars Schirmer (Bamboule Halle/Berlin-Kreuzberg)
Finalisten: Harald Neifeind/Jürgen Oppermann (PC Göttingen)
Dritter Platz: Sebastian Eberhardt/Peter Mehne (Nebenbouler Nordhausen)
Vierter Platz: Michael Lorenz/Bodo Reißig (Bamboule Halle)
Viertelfinalisten:
Stephanie Wicke/Stefan Thies (BC Landau)
Christian Hempel/Matthias Schmitz (CBdB/Berlin-Kreuzberg)
Axel Schebitz/Abdel Chelfi (Bamboule Halle)
Hartmut Lohß/Detlef Schwede (1. Chemnitzer PC)
Cadragisten:
Sabine Wiggert/Burkhard Heym (PC Göttingen)
Rainer Freitag/Karl-Heinz Koch (PC Göttingen)
Rainer Freudenberg/David Freudenberg (PC Göttingen)
Nancy Nebelung/Lars Hartung (Bamboule Halle)

Doublette, B-Turnier:

Sieger:
Ralf Hanak/Christian Puttkammer (BC Landau/Bamboule Halle)

Triplette, Endergebnis A-Turnier:

Sieger:
Christian Hempel/Matthias Schmitz/Lars Schirmer
(Club Bouliste de Berlin/Berlin-Kreuzberg/Berlin-Kreuzberg)

Finalisten:
Stephanie Wicke/Stefan Thies/Abdel Chelfi/Christian Puttkammer*
(Landau/Landau/Halle/Halle)

Dritter Platz:
Thomas Voigt/Jens Riedel/Michael Kitsche
(Pastis Leipzig/Pastis Leipzig/Bamboule Halle)

Vierter Platz:
Richard Wendt/Paul Wendt/Albert Wendt/Florian Kramer*
(Leipzig)

Viertelfinalisten:
Stefan Laude/Konrad Lötzsch/Martin Eschweiler (Dresden/Dresden/Schwarza)
Erhard Bahr/Dao Van Quang/Jürgen Reents (Berlin-Kreuzberg)
Uta Goetzke/Hans-Wilhelm Goetzke/Honore Balié (MB Braunschweig)
Katrin Pfeiffer/Torsten Hubel/Christian Schacke (Nebenbouler Jena)

Triplette, B-Turnier:

Sieger:
Axel Schebitz/Hartmut Lohß/Detlef Schwede (Halle/Chemnitz/Chemnitz)

*Die Teams traten mit jeweils einem Auswechselspieler an, der allerdings nicht in laufende Begegnungen eingewechselt werden konnte.

 

7. Freundschaftsbegegnung Chemnitz - Mulhouse
14.- 16.September 2007

 

“Boule-Turnier in Reichenbrand -
Französische Sportfreunde zu Gast

Seit 1996 ist es eine gute Tradition, dass sich Chemnitzer Boule-Spieler mit ihren Sportskameraden aus der französischen Partnerstadt Mulhouse treffen. Alle zwei Jahre treffen sie sich abwechselnd in ihren Heimatstädten. Am vergangenen Wochenende besuchten 8 Boule-Spieler des USOM-Sportvereins aus Mulhouse Chemnitz. Nach Begrüßung und gemeinsamem Abendessen im Turmbrauhaus am Freitag frönten sie am Samstag auf dem “Sportplatz zur Eiche" in Reichenbrand ihrem Lieblingssport. Anschließend wurde im Vereinsheim am Ostwaldweg noch gefeiert. Am Sonntag traf sich die deutsch-französische Sportgruppe noch einmal auf dem Schloßberg.“

(Bericht entnommen dem WOCHENSPIEGEL vom 19.9.07. Druck-, Rechtschreibe- sowie zwei sachliche Fehler wurden korrigiert .)

Ergebnis des Supermêlé vom 15.9.07 (20 Teilnehmer, 5 Spielrunden, die acht Franzosen wurden jeweils zwingend mit einem deutschen Spielpartner zusammengelost):

4 Siege: 1.Jürgen (CPC), 2.Patrick (USOM), 3.Detlef (CPC) 4.Aimé Sr. (USOM)
3 Siege: 5.Pierre (USOM), 6.Hartmut, 7.Peter (beide CPC), 8.Aimé Jr. (USOM), 9.Achim, 10.Matthias, 11.Birgit, 12.Gerd (alle CPC)
2 Siege: 13.Steffi, 14.Hubert (beide CPC), 15.Gilbert (USOM)
1 Sieg: 16.Huguette (USOM), 17.Petra (CPC), 18.Christiane (USOM), 19.Jochen (CPC)
0 Siege: 20.Marthe (USOM)

Jürgen Kirchhof ist damit gleichzeitig Vereinsmeister 2007!

 

11. Chemnitzer Stadtmeisterschaft, 22 Doublettes
9.September 2007

 

22 Doublettes fanden an einem weitgehend verregneten Herbstsonntag den Weg zum Chemnitzer Schloßberg. Unter ihnen befanden sich allerdings nur 13 “reguläre“ PVT-Teams, darunter 3 vom 1. Chemnitzer PC: Hartmut/Detlef, Jochen/Matthias sowie Petra/Gerd. “La Boule Rouge“, der neue Club aus Dresden (und voraussichtlich ab 2008 auch neues PVT-Mitglied!) stellte drei Spieler. Vier Kombinationen kamen aus Karlovy Vary/CZ und sorgten für internationales Flair. Hinzu gesellten sich sechs Hobbyspieler aus Chemnitz. Nicht eindeutig einzuordnen war der Aschaffenburger Dieter Büttner, der in Dresden trainiert und auch schon für Chemnitz in der PVT-Liga angetreten ist.

Die Teilnehmer absolvierten ein Mammutprogramm, das – zumindest im PVT-Bereich – seinesgleichen sucht, denn die Finalisten des A-Turniers mussten insgesamt sieben Spielrunden absolvieren! Gespielt wurden zunächst drei Runden Schweizer System, um ein Ranking zu ermitteln, das nicht nur die Teilnehmer am A-Turnier ergeben sollte, sondern auch deren Standort innerhalb eines K.O.-Runden-Tableaus. Überraschend hierbei die Qualifikation der Chemnitzer Hobbyspieler Sascha Römer und Sven Acevedo (als 11.) sowie Robert Hunger und Tobias Fischer (als 7.), wobei letztere zwar bereits als Stammgäste an der Chemnitzer Stadtmeisterschaft anzusehen sind, aber weder über eigene Kugeln verfügen, noch irgendwann irgendwo trainieren…

Bibras erfahrenes Duo Mike Hoffmann und Michael Werner biss sich an diesem unbeschwert aufspielenden Team in der Vorrunde fast die Zähne aus und konnte nur mit einem knappen 13:12-Vorsprung den Zielstrich erreichen. Insgesamt kann man aber von einem gelungenen Herbstsaison-Aufgalopp der Saale-Holzland-Truppe sprechen. Die erwähnten Mike und Michael wurden am Ende Dritte, übertroffen nur von den Leipziger Urgesteinen Thomas Voigt und Jens Riedel, sowie von ihrem eigenen Vereinskameraden Peter Adrian, der an der Seite des Nordhäusers Sebastian Eberhardt in einem hochklassigen Finale knapp aber verdient den Chemnitzer Stadtmeistertitel an sich reißen konnte.

Beste Chemnitzer waren wieder einmal Hartmut und Detlef, die (wie bereits im Jahr 2002) den vierten Platz belegten. Dabei war diesmal auch mehr möglich. Im Halbfinale gegen die “Lieblingsrivalen“ aus Leipzig (Jens Riedel und Thomas Voigt) verbissen sie sich nach verschlafenem 0:6-Auftakt geradezu ins Match und konnten es bis zum Schluss ausgeglichen gestalten. Die sich nach gegnerischen Fehlleistungen urplötzlich auftuende Siegchance vergab Hartmut dann leider durch drei direkt aufeinanderfolgende Fehlschüsse. Ein wenig demotiviert verlor man das anschließende Spiel um Platz 3 dann auch noch…

Ergebnisse A-Turnier:
(in Klammern die Vorrundenplatzierung)

Achtelfinale:

Voigt/Riedel (Leipzig, 1) – Müller/Lorenz (Leipzig, 16): 13:11
Senger/Maywald (R’bach/Leipzig, 8) – Šimkova/Klimova (Karlovy Vary, 9): 13:5
Lohß/Schwede (Chemnitz, 6) – Römer/Acevedo (Chemnitz, 22): 13:4
Šimak/Janek (Karlovy Vary, 4) – Kastner/Lissner (Halle, 13): 10:13
Adrian/Eberhardt (Bibra/Nordhausen, 3) – Koncel/Tham (Karlovy Vary, 14): 13:6
Büttner/Wienrich (Aschaffenburg/Dresden, 5) – Skala/Müller (Bibra, 12): 13:9
Hunger/Fischer (Chemnitz, 7) – Puttkammer/Chelfi (Halle, 10): 2:13
Hoffmann/Werner (Bibra, 2) – Koncel/Dellingerova (Karlovy Vary, 15): 13:4

Viertelfinale:

Voigt/Riedel (Leipzig, 1) – Senger/Maywald (Reichenbach/Leipzig, 8): 13:0
Lohß/Schwede (Chemnitz, 6) - Kastner/Lissner (Halle, 13): 13:7
Adrian/Eberhardt (Bibra/N’hausen, 3) - Büttner/Wienrich (A’burg/D’den, 5): 13:11
Puttkammer/Chelfi (Halle, 10) - Hoffmann/Werner (Bibra, 2): 11:13

Halbfinale:

Voigt/Riedel (Leipzig, 1) – Lohß/Schwede (Chemnitz, 6): 13:10
Adrian/Eberhardt (Bibra/N’hausen, 3) - Hoffmann/Werner (Bibra, 2): 13:9

Spiel um Platz 3:

Lohß/Schwede (Chemnitz, 6) - Hoffmann/Werner (Bibra, 2): 7:13

Finale:

Voigt/Riedel (Leipzig, 1) - Adrian/Eberhardt (Bibra/N’hausen, 3): 12:13

Spiel um Platz 3, B-Turnier:

Patzschke/Patzschke (Halle) – Schwarz/Deutschmann (Chemnitz): 13:8

Finale B-Turnier:

Lauche/Lötzsch (Dresden) – Börner/Groß (Chemnitz): 13:3

Die Ranglistenplatzierungen:

1.Peter Adrian/Sebastian Eberhardt (Bibra/Nordhausen)
2.Thomas Voigt/Jens Riedel (Leipzig)
3.Mike Hoffmann/Michael Werner (Bibra)
4.Hartmut Lohß/Detlef Schwede (Chemnitz)

 

Großer Preis von Berlin, 177 Doublettes, 94 Triplettes
14.-15.Juli 2007

 

177 Doublettes waren am Samstag am Start, darunter viele aus dem Ausland, hauptsächlich aus Mallorca und Dänemark. Die Chemnitzer, für die dieses Turnier schon seit Jahren zum “Pflichtprogramm“ gehört, konnten natürlich auch nicht fehlen. Hinzu kamen aus dem PVT-Bereich je ein Team aus Jena und aus Leipzig.

Von diesen gelang es den Chemnitzern Hartmut und Detlef als einzigen, bis ins A-Turnier vorzudringen. In den beiden Qualifikationsrunden siegten sie souverän zu drei und zu fünf gegen Berlin-Bonner und rein berlinerische Konkurrenz. Im anschließenden Cadrage zum A-Turnier waren zum x-ten Male die Gebrüder Leblanc die Kontrahenten und wie gewohnt unterlagen sie den Chemnitzern glatt.* Im Sechzehntelfinale traf man dann wieder auf richtige Gegner aus Fleisch und Blut: David Bahri und Sidali Yettou von der BG Bremen. Diese legten ein Höllentempo vor und lagen mit hundertprozentiger Schussausbeute nach drei Aufnahmen 5:0 in Front. Erst danach fanden die Chemnitzer ins Spiel, verkürzten zunächst auf 2:5, dann, nach den ersten Fehlschüssen Sidalis, gelang der Ausgleich, und eine Aufnahme später ging man gar mit 6:5 in Führung. In dieser Phase spielten die Chemnitzer stark, vergaben aber noch einige Chancen zu einer höheren Punktausbeute. Dann jedoch kommt wieder einmal eine “genickbrechende“ Aufnahme: Es gelingt nicht, die Legkugel Davids zu “entsorgen“, aber immerhin legt man die restlichen eigenen Kugeln “klug drumherum“ und glaubt, eine erhöhte Punkteinbuße damit vermieden zu haben… Irrtum! Dem Gegner gelingt es, mit geschickten Seiteneffekten noch drei weitere Kugeln zu platzieren…

Auf einmal steht es 6:9, und irgendwie steht man unter Schock, kann die Konstanz nicht mehr halten. In der letzten Aufnahme wirft der Gegner die Sau auf 9 Meter 95, und Detlef hat es plötzlich verlernt, seine Kugeln auf eine solche Distanz zu legen. Ein 9:13-Endstand ist die logische Folge. Immerhin gegen einen starken Gegner, denn David und Sidali gelingt es, bis ins Halbfinale vorzudringen, wo sie dann freilich gegen die mallorquinischen Carreau-Könige Mesquida und Pérez ohne Chance sind…

An nationalen Boule-Cracks hatten die Semifinals ansonsten nur noch Malte Berger (Düsseldorf sur place) und Bernd Kauhausen (1. BCK) zu bieten. Dass auch diese mitunter versagen können, beweist die folgende beinahe unglaubliche Spielszene: Im Duell gegen die starken Holländer Jan van den Bos und Erwin Verhaaf führen sie mit 11:7, nach zwischenzeitlichem 5:7-Rückstand. Bernd, der soeben als Leger eine Kugel “für vier“ weggeschossen hat und damit nach insgesamt zwei Schüssen eine hundertprozentige Trefferquote aufweist, steigt selbstbewusst in den Ring. Er legt – etwa einen Meter zu weit! Der holländische Leger kann problemlos kontern. Dann legt wieder Bernd, und – unerklärlicherweise – wieder einen Meter zu weit! Nun will er mit Macht korrigieren, begeht aber den typischen Anfängerfehler des “Übersteuerns“ und landet fast zwei Meter in umgekehrter Richtung! Die Kugel liegt direkt im Weg, ein Hochportée scheint angebracht, eigentlich für einen deutschen Spitzenspieler (Malte ist 96. der aktuellen DPV-Rangliste!) kein Problem. Doch Malte macht Fehler beim Abwurf, die erste Kugel landet direkt neben der dritten Legkugel, die zweite vom Abwurf aus gesehen sogar noch davor! Erst mit der letzten Kugel und mit veränderter Wurftechnik macht Malte den Punkt. Aber natürlich ist jetzt alles zu spät, der Holländer macht ein Carreau, und die weiteren vier zum Sieg benötigten Punkte stellen auch keine besonderen Anforderungen mehr dar, simple Halbportée-Würfe, rechts an der dritten gegnerischen Legkugel vorbei, reichen zum Einzug ins Finale…

Die Chemnitzer blieben über Nacht in Berlin, denn – anders als sonst – wollten sie diesmal auch noch am Triplette-Wettbewerb teilnehmen. Dazu verstärkte sie André Starkloff, ein Wahl-Dresdener mit berlinerischen Wurzeln.

94 Triplettes sind am Start, aber Team Chemnitz/Dresden trifft in der ersten Runde ausgerechnet auf den Jenaer Torsten Hubel, der mit zwei Lübeckern zusammenspielte. Kein einfaches Match, aber am Ende setzt sich C-DD knapp mit 13:9 durch. In der zweiten Runde geht es dann gegen die starken Polen Dominik Pilarski und Tomasz Lipczynski, die Prager “Golden Boule“-Sieger von 2006, die am Vortag im Doublette bis ins Viertelfinale vorgedrungen waren. Sie hatten sich mit Anna Ciechanowska verstärkt, einer Juniorin, die beim international besetzten Triplette “Centrope 2007“ in Wroclaw mit einem Damenteam immerhin auf Platz 12 gelandet war.

Nichtsdestotrotz lag das PVT-Team nach zwei Aufnahmen mit 4:0 in Führung und profitierte dann von einem unglücklichen Fehlschuss der Polen, sodass es 5:0 stand. Aber nicht nur das Glück war dafür verantwortlich, dass die drei Deutschen nach acht Aufnahmen mit 9:3 in Front lagen. Und das, obwohl Milieu André zumindest am Anfang mit dem Legboden überhaupt nicht zurecht kam und seine Kugeln oft “kampflos abwarf“! Später steigerte er sich, aber nun ließen es Hartmut und Detlef an Konstanz vermissen. Hartmuts berüchtigte Fehlschuss-Serie kam zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, während die Polen taktisch umdachten und Anna, die ebenso wie André mit dem Legboden ihre liebe Not hatte, auf Milieu stellten und dadurch verlorenes Terrain zurückgewinnen konnten. Trotz allem war bei einem ausgeglichenen Stand von 9:9 immer noch alles möglich…

Bis dann ein einziger Wurf wahre Jubelarien bei den Polen auslöste. Anna, die bis dahin eher durch ihr Outfit als durch ihre Legwürfe optisch überzeugte, hat die letzte Kugel auf der Hand und entscheidet sich für einen Schuss. Ein Punkt hat ihr Team bisher “im Säckel“, das kann zu wenig sein. Der Schuss trifft die in einer Distanz von etwa neun Metern hinter der Sau auf zwei liegende Kugel der Chemnitz-Dresdener direkt und bleibt “sur place“ liegen. Insgesamt vier Punkte werden auf dem Polen-Konto verbucht, das ist der Sieg! Die Deutschen schauen etwas bedröppelt, freuen sich dann aber doch irgendwie, dass sie diesem gegnerischen Glücksmoment beiwohnen dürfen…

Aber die Luft ist raus, in der Cadrage zum B-Turnier unterliegt man an sich schlagbaren Berlinern zu neun und leistet sich dabei unter anderem den Luxus, viermal in Folge auf sechs Meter daneben zu schießen. Was soll’s, wer will denn schon zum B-Turnier…

* Für alle Nichteingeweihten: “blanc“ heißt auf deutsch nicht nur “weiß“, sondern auch “frei“!

 

2.Spieltag, 2. PVT-Liga, Leipzig, 4 Teams
24.Juni 2007

 

Am zweiten und letzten Spieltag der 2. Verbandsliga präsentierte sich Chemnitz gegenüber Spieltag 1 mit nur leicht veränderter Mannschaftsaufstellung. Matthias durfte auf seiner eigenen Geburtstagsfeier natürlich nicht fehlen, aber er wurde gleich doppelt ersetzt, wobei Birgit und Achim jedoch de facto nur einen Mitspieler darstellten, da jeweils einer der beiden den mitgebrachten Hund bei Laune halten musste…

Gleich die erste Spielrunde war die entscheidende, zumindest auf dem Papier, denn es ging gegen Jena, das am Ende des ersten Spieltags mit nur einer weniger gewonnenen Begegnung Chemnitz dicht auf den Fersen war. Allerdings hatten die Launen des Personalkarussells den Universitätsstädtern doch arg zugesetzt, mussten sie doch diesmal auf Torsten und Franziska verzichten. Immerhin war dafür der in Halle schmerzlich vermisste Tête-Spezialist Stephan Lenzner wieder mit von der Partie.

Er allein konnte jedoch die klare 5:13-Tripletteniederlage der Jenaer gegen stark aufspielende Chemnitzer (wie gehabt: Hartmut, André und Detlef) nicht verhindern. Das neue Dreamteam, das bei der LM Triplette erstmals zusammen antrat und sich demnächst beim Großen Preis von Berlin mit der deutschen und internationalen Elite messen wird, trat in die Pedalen wie die Feuerwehr und lag schon nach zwei Aufnahmen mit 7:0 in Front. Jena fing sich dann zwar ein wenig, kam noch auf 4:7 bzw. 5:8 heran, musste dann aber der Überlegenheit der Chemnitzer Tribut zollen…

Auch wenn zeitgleich das gemischte Triplette klar unterlag, so war das doch der Grundstein zum Sieg. Die anschließenden Doublettes wurden sämtlich gewonnen, wobei die Partie der DM-Teilnehmer Hartmut und Detlef überraschend noch am umkämpftesten war (13:10).

Nun war der Aufstieg fast sicher erreicht, und es konnte experimentiert werden. Gegen Reichenbach holten sich Hartmut und Detlef Birgit ins Boot, während André mit Petra und Jürgen Triplette spielte. Und Birgit erteilte den in mehr als zehnjähriger Turniererfahrung gestählten Ur-Chemnitzern eine unerwartete Lektion: dass man nämlich auch ohne lange Konzentrationsphase und mit unkonventioneller Handhaltung beim Abwurf punktgenau legen kann!

Die Triplettes wurden gewonnen, da konnte in den Doublettes getrost geschwächelt werden. Das gelang insbesondere den jetzt etwas verunsicherten wirkenden Hartmut und Detlef und sie zogen gegen Jörn und Thomas mit 10:13 den Kürzeren.

Aber wozu noch hadern – 3:2 ist auch gewonnen und der Aufstieg perfekt! Da geriet das letzte Match gegen Leipzig II zur puren Spaßveranstaltung. Eine Niederlage gab es noch: das neuformierte Triplette mit Birgit hatte etwas an Glanz verloren und unterlag knapp. Nach klarem 8:3-Vorsprung holte man nur noch zwei weitere Punkte und vergeigte. Was vermutlich an der geballten Autorität der Schiedsrichterin Diana Hellriegel lag, die im gegnerischen Team die Marschanweisungen gab…

2.Liga Tabellenstand nach dem 2. Spieltag
(Quelle: Maik Kerner, PVT-Ligabeauftragter)

Platz Mannschaft Begegnung Spiel Kugeln
1. Chemnitz 6:0 23:7 +161
2. Jena/Weimar 3:3 17:13 +80
3. Reichenbach 2:4 14:16 -2
4. Leipzig II 1:5 6:24 -239

 

11.Pastis-Turnier, Leipzig, 23 Doublettes
23.Juni 2007

 

Die einzigen unentwegten Chemnitzer, die ein vollständiges Wochenende in Leipzig verbringen und außer der Liga auch noch das Pastisturnier spielen wollten, hießen wieder einmal Hartmut und Detlef. Eine Beharrlichkeit, die sich auszahlte: Infolge ihrer nur sporadischen Erfolge in den letzten Jahren innerhalb der PVT-Bouleszene ein wenig unterschätzt und über die Schulter angesehen, konnten sie diesmal einen anerkennenswerten Siegeszug aufs Parkett legen und am Ende sogar ihre ersten PVT-Ranglistenpunkte einheimsen!

Gründe für eine derart unerwartete Steigerung gab es einige. Der “Kranich“ hatte nach ausgiebigem Studium der Spielweise von Deutschlands Pétanque-Elite bei der DM und in der Bundesliga seine charakteristische und ästhetisch ausgefeilte “Kranichstellung“ weitgehend aufgegeben und legte seine Kugeln meist unspektakulär aus der Hocke. Diese neue Technik führte nicht nur zu größerer Sicherheit und Zielgenauigkeit der Würfe sondern auch zu einer geringeren Dichte an Missfallensbekundungen Hartmuts, da ja die von ihm stets geforderte “zwingende Kugel“ nun immer häufiger kam. Derart zufriedengestellt schoss es sich nun für ihn umso leichter, und eine stattliche Anzahl gelungener Schussaktionen rundeten das positive Bild ab.

Somit ergaben sich vier unangefochtene Siege (Ergebnisse: siehe unten!). Eine Partie jedoch fiel völlig aus dem Rahmen, und zeigte wieder einmal, dass die Chemnitzer gegen absolute Spitzenkönner weitgehend hilflos wirken und die zuvor noch deutlich zu Tage tretenden Tugenden mit einem Mal verflogen sind wie Schall und Rauch…

In der dritten Runde hieß der Gegner nämlich Michael Kitsche, der unlängst als Neo-Leipziger auch in der Bundesliga für Furore gesorgt hat, und sich für das Pastis-Turnier im Lager der Ex-Vereinsfreunde von Bamboule Halle eine Top-Legerin zur Partnerin erkoren hatte: Nancy Nebelung. Dabei musste Nancy – jedenfalls im Spiel gegen Chemnitz – nicht einmal “top legen“, es reichten auch schon halbwegs verwertbare “Annäherungen“. Denn alles was besser kam, wurde von Micha nicht nur einfach “entsorgt“, sondern durch millimetergenaue “Carreau sur Place-Würfe“ sogleich in einen Vorteil für die eigene Mannschaft umgewandelt. Dieser gnadenlose Vorgang ließ den Chemnitzern das Herz recht bald in die Hose rutschen, Hartmut traf nicht mehr viel und Detlef gelang es kaum noch, “Nancys Legelung“ zu übertreffen…

Nun schienen alle höheren Ambitionen wieder einmal verlustig gegangen, aber irgendwie kam “Faktor 2“ ins Spiel (und damit den Chemnitzern zu Hilfe): das unvorhersehbare und manchmal undurchschaubare System der Spielabfolgen im Schweizer System. Oder, frei übersetzt, “statt Legung Losung“! So gelang es den Chemnitzern, weiteren gefürchteten Spitzenteams (Nordhausen 1, Bamboules Abdel und Christian, Leipzigs Jens und Frank) aus dem Weg zu gehen und trotzdem einen Podiumsplatz zu belegen! Während diese sich nämlich gegenseitig schlugen, nutzte Chemnitz ohne zu zögern die sich bietende Chance…

Ergebnisse der Chemnitzer:

gegen Anke Tischer/Steffen Maywald (Nabouleon): 13:4
gegen Karsten Lissner/Heiko Kastner (Bamboule): 13:8
gegen Nancy Nebelung/Michael Kitsche (Bamboule/Pastis): 1:13
gegen Hartmut Klatt/Jörn Maiwald (Bamboule/Nabouleon): 13:3
gegen Diana Hellriegel/Ivo Maywald (Pastis): 13:2

Endergebnis:

1.Nancy Nebelung/Michael Kitsche (Halle) 5 – 17
2.Peter Mehne/Sebastian Eberhardt (Nordhausen) 4 – 15
3.Hartmut Lohß/Detlef Schwede (Chemnitz) 4 – 14
4.Mike Hoffmann/Michael Werner (Bibra-Zwabitz) 4 – 13
5.Abdel Chelfi/Christian Puttkammer (Halle) 3 – 16 – 72
6.Frank Hellriegel/Jens Riedel (Leipzig) 3 – 16 – 64
7.Bodo Reißig/Bastian Pelz (Halle) 3 – 15 -67
8.Jörn Maiwald/Hartmut Klatt (Reichenbach/Halle) 3 – 15 – 66
9.Diana Hellriegel/Ivo Maywald (Leipzig) 3 – 13
10.Ruth Skala/Frank Haase (Bibra-Zwabitz) 3 – 9 – 64
11.Michael (“DXN“) Lorenz/Thomas Senger (Halle/Reichenbach) 3 – 9 – 56
12.Petra K./Jochen L. (Mainz) 2 – 13 – 67
13.Reinhard V./Matthias Wagner (Nordhausen) 2 – 13 – 56
14.Regina Stehr/Diana Scheffler (Leipzig) 2 – 12 – 60
15.Jana G./Mario Oßwald (Gotha) 2 – 12 – 54
16.Christine Hartwig/Rolf Hartwig (Leipzig) 2 – 11 – 64
17.Anke Tischer/Steffen Maywald (Reichenbach) 2 – 11 – 63
18.Christine Patzschke/Fritz Patzschke (Halle) 2 – 9
19.Edeltraud Lorenz/Anne-Katrin Müller (Leipzig) 1 – 12
20.Karsten Lissner/Heiko Kastner (Halle) 1 – 11
21.Frank … /Martin (“Häufchen“) Hauffe (Gotha/Leipzig) 1 – 8
22.Gabi Dieck/Manfred Dieck (Leipzig) 0 - 10

 

1.Spieltag, 2. PVT-Liga, Halle, 4 Teams
3.Juni 2007

 

Am Tag nach der verpassten DM-Quali war für Chemnitz Liga-Alltag angesagt – nach dem Abstieg im letzten Jahr allerdings leider nur die 2. Liga…

Hartmut, Detlef und der von Chemnitz assoziierte “La Boule Rouge Dresden“-Spieler André waren über Nacht gleich in Halle geblieben, hinzu kamen am Sonntagmorgen Matthias, Jürgen und Petra, die für die Mixte-Partien dringend benötigte einzige Frau der Chemnitzer.

Los ging es gleich gegen Jena/Weimar, den ernsthaftesten Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg. In dieser Spielgemeinschaft war Weimar allerdings nur durch einen Spieler vertreten (Stephan Laudien), dafür aber konnten die Frauen das Verhältnis zu den Männern ausgeglichen gestalten und schickten – ganz im Sinne der neuen DPV-Richtlinien - gleich drei heiße Eisen ins Rennen: Katrin, Franziska und Manja.

Letztere trat zusammen mit Torsten und “Schack“ (in der DPV-Lizenz ist der Name “Christian Schache“ eingetragen!) gegen die eingespielte Herrenformation vom Vortag an. Dabei kamen den Jenaern die üblichen Anfangsschwierigkeiten der Chemnitzer entgegen, und sie konnten auf dem harten und glatten Terrain direkt am Saaleufer zunächst mit 8:3 in Führung gehen. Erst jetzt erinnerten sich die Chemnitzer an ihr Vorhaben, durch Besetzung des Triplette 1 mit den vermeintlich stärksten Spielern nach der ersten Runde zumindest für einen ausgeglichenen Punktestand zu sorgen, und sie erhöhten Einsatz und Konzentration. Ein Viererpack in der nächsten Aufnahme war die Folge. Von diesem Schlag war Jena anscheinend so sehr getroffen, dass sie in den nachfolgenden drei Aufnahmen keinen Punkt mehr machten und Chemnitz jeweils zwei Punkte gestatteten…

Kein Glück für das Triplette Mixte, das mit 7:13 unterlag. Aber der avisierte 1:1-Zwischenstand war immerhin erreicht…

Im ersten Doublette setzte Jena auf geballte Damenpower und schickte Katrin und Franziska ins Rennen. Vielleicht hofften sie auf den beinahe schon legendären “Frauenkomplex“ von Hartmut und Detlef?

Aber der scheint überwunden, die beiden Ur-Chemnitzer boten ihre beste Leistung an diesem Tag. Auf dem gleichen harten und schnellen Boden wie zuvor legten sie ihre Kugeln überwiegend in den Saubereich. Das hatte zwar auch Franziska des öfteren zu bieten, aber Hartmuts Schüsse entsorgten deren starke Kugeln fast immer, während sich Katrin bei ihren Schüssen einige Fehler erlaubte. Somit ist das klare Ergebnis von 13:1 erklärbar…

Petra und Matthias unterlagen im Doublette Mixte gegen Manja und Schack, wieder zu 7. Also musste das Doublette 2 das Zünglein an der Waage spielen…

André und Jürgen hatten noch nie zusammen gespielt, Jürgen aber durch starke Legleistungen im Abschlusstraining aufhorchen lassen. Er sieht zwar angeblich auf einem Auge fast nichts mehr, aber das Kugellegen ist durch einen langjährigen Paris-Aufenthalt in der Vorwendezeit einfach wie automatisiert. Das mussten auch die Doublette-Gegner Torsten und Stephan bei ihrer 3:13-Niederlage anerkennen…

Damit konnte die schwierigste Begegnung siegreich gestaltet werden, was jetzt folgte war nur noch “Training“. Denn Reichenbach war ein Spieler wegen einer Autopanne abhanden gekommen, sodass Triplette und Doublette jeweils dezimiert spielen mussten. Unkonzentriertheiten bei Leger Detlef hatten zur Folge, dass die Reichenbacher (Thomas und Steffen, sowie Thomas im Alleingang) wenigsten noch insgesamt zehn Punkte machen konnten…

Aber diesmal gewann auch das Chemnitzer Triplette Mixte (13:6), nur das Doublette Mixte ging verloren (8:13). Das Doublette mit André und Jürgen war schon gar nicht mehr entscheidend, entledigte sich seiner Aufgabe aber souverän mit 13:5…

Und im abschließenden Duell mit Leipzig 2 gab es dann den absoluten Rekord, 5 Fannys in Folge für Chemnitz! Leider ohne eine einzige Kugel geworfen zu haben, denn von Leipzig war wegen Krankheit niemand am Start…

Die Chemnitzer sind also auf Aufstiegskurs, aber noch nicht am Ziel aller Wünsche. Erst muss am 2. Spieltag auf dem Pastis-Gelände in Leipzig noch der Rückkampf gegen Jena/Weimar erfolgreich gestaltet werden, bevor die Sektkorken (vermutlich) knallen können…

2.Liga Tabellenstand nach dem 1. Spieltag
(Quelle: Maik Kerner, PVT-Ligabeauftragter)

Platz/Mannschaft/Begegnung/Spiel/Kugeln

1. Chemnitz 3:0 12:3 +106
2. Jena 2:1 11:4 +90
3. Reichenbach 1:2 7:8 -1
4. Leipzig 0:3 0:15 -195

 

Landesmeisterschaft Triplettes, Halle, 10 Triplettes
2.Juni 2007

 

Wie in jedem Jahr ergab sich auch bei der diesjährigen Triplette-Quali die spannende Frage, wer sich denn diesmal zu Hartmut und Detlef hinzugesellen und und mit den beiden ein schlagkräftiges Team bilden sollte. Im eigenen Verein hielt sich die Bereitschaft in Grenzen, vielen fehlt die nötige Zeit und der Ehrgeiz, um einmal die Teilnahme an einer DM anzustreben. Diejenigen, die noch am ehesten in Frage kamen, konnte man leider getrost abhaken: Gerd, Vereinsmeister und Chemnitz Open-Finalist 2006, ist zurzeit im Krankenhaus, Dieter auf Geschäftsreise in den USA, Hubert für dieses Jahr nach Nürnberg übergesiedelt. Und “Come-on-Peter“ fehlt schon seit längerem unentschuldigt auf den Chemnitzer Boule-Trainingsplätzen…

Zum Glück wurde in Dresden unlängst ein neuer Pétanque-Verein gegründet, “La Boule Rouge e.V.“. Hartmut gehört diesem Verein als assoziiertes Mitglied an und trainiert auch regelmäßig mit den Dresdnern. Somit lag es natürlich nahe, hier auch den “dritten Mann“ zu suchen, und die Wahl fiel ohne zu zögern auf André Starkloff, den Vereinsgründer und “Macher“ von La Boule Rouge, der als Ur-Berliner natürlich auch ein starkes Interesse daran hatte, sich für die DM in Kreuzberg zu qualifizieren…

Die Wahrscheinlichkeit der DM-Teilnahme war jedoch von vornherein stark eingeschränkt. Erstens war die Konkurrenz diesmal stärker als bei der Doublette-Quali, denn immerhin hatten sich zehn Triplettes am Saaleufer eingefunden, und davon waren acht “DM-qualifizierungswillig“. Und zweitens enthielt die Lostrommel diesmal lediglich zwei DM-Startplätze für den LV Thüringen…

Hinzu kam eine schlechte mentale Vorbereitung auf das Großereignis. Hatte man doch tatsächlich vergessen, auf den Terminkalender zu schauen und war irrtümlich davon ausgegangen, am Samstag würde Liga gespielt, gewissermaßen zum “Erkunden des Terrains“ und erst am Sonntag die Quali! Ein Anfängerfehler, der nach über zehnjähriger Turniererfahrung eigentlich nicht mehr passieren darf…

So kam es dann, Strafe muss sein, auch gleich knüppeldick. In der ersten Runde trifft man gleich auf die Favoriten aus Nordhausen/Bibra (Peter Mehne, Sebastian Eberhardt, Peter Adrian) und wird kalt erwischt: 1:6 nach vier Aufnahmen, zwischendurch kämpft man sich zwar mühsam noch bis zum 6:6 heran, ist dann aber mit dem Latein vollends am Ende. Noch zwei Aufnahmen und eine bittere Auftaktniederlage ist perfekt…

Was natürlich die Qualifizierungsaussichten gleich nachhaltig unterminierte und sich auch fatal auf die Moral auswirkte. Zudem traf man in der zweiten Runde auf einen nahezu perfekt aufspielenden Maik Kerner, der seine Bamboule-Kameraden Axel und Jojo mitreißen konnte und am Ende die Aufgabe, zwei gegnerische Kugeln “für Schluss“ wegzuräumen, souverän löste…

Nun also ein 5:13, es konnte kaum noch schlechter werden. Aber wenigstens war der Qualifizierungsdruck verschwunden, man spielte nur noch “für die Ehre“. Und so konnte man die “Lieblingsgegner“ Ruth und Ingo aus Bibra (hinzu kam der ebenfalls stets gern gesehene Helmut aus Leipzig!) dann knapp mit 13:11 in die Schranken weisen…

Ein weiterer Anreiz waren die Gegner in der nächsten Runde, Katrin, Torsten und Stephan aus Jena/Weimar, da konnte man wenigstens schon einmal den Liga-Ernstfall simulieren…

Aber wieder ging es fatal los, 0:7 bereits nach drei Aufnahmen. Da fielen bereits die ersten verzagten Blicke auf die vorbeifließende Saale, gerne hätte man sich den Fluten anvertraut und wäre auf Nimmerwiedersehen dem Ort des Geschehens entschwunden!

Stattdessen ging endlich ein Ruck durch die Mannschaft. Man punktete erst doppelt, dann vierfach, zog vorbei und dann bis auf 11:7 davon! Fast hätte man dem Gegner eine “technische Fanny“ verpasst! Aber der kann sich retten, macht noch zwei Punkte und ist am Ende dann richtig heiß auf eine mögliche Revanche am Liga-Sonntag… (Fortsetzung folgt!)

Und abschließend gab es sogar noch einen weiteren Sieg für Chemnitz/Dresden. Der allerdings wurde begünstigt durch die Tatsache, dass Bamboule-Star Gundolf Henschel von einer Migräne-Attacke erwischt wurde und seinen Platz kampflos räumen musste. Zum Glück fand man aber einen zufällig herumstehenden Hobby-Bouler namens Jan, und der durfte – natürlich mit dem großmütigen Einverständnis der Chemnitz/Dresdener – den Vakanzplatz einnehmen. Die Niederlage Bamboules hielt sich somit in Grenzen: “nur“ 2:13…

Damit insgesamt noch ein versöhnlicher Abschluss für Hartmut, Detlef und André, auch ohne DM-Qualifikation. Im nächsten Jahr wird man dann sicher wieder einen neuen Anlauf unternehmen…

Endergebnis:

1.Peter Mehne/Sebastian Eberhardt/Peter Adrian
(Nordhausen/Nordhausen/Bibra) 5 – 15
2.Michael Kitsche/Hartmut Klatt/Thomas Voigt
(Leipzig/Leipzig/Leipzig) 4 - 13

3.Heiko Kastner/Karsten Lissner/Dieter Kropp
(Halle/Halle/Halle) 3 – 14
4.Mike Hoffmann/Michael Werner/Andrey Kriwoscheew
(Bibra/Bibra/Bibra) 3 – 13
5.Diana Scheffler/Ivo Maywald/Frank Hellriegel
(Leipzig/Leipzig/Leipzig) 3 – 10
6.Hartmut Lohß/Detlef Schwede/André Starkloff
(Chemnitz/Chemnitz/Dresden) 3 – 9
7.Johannes Laurig/Axel Schebitz/Maik Kerner
(Halle/Halle/Halle) 2 - 11
8.Ruth Skala/Ingo Wonsack/Helmut Szyszka
(Bibra/Bibra/Leipzig) 1 – 14
9.Kristina Spannaus/Bodo Reißig/Gundolf Henschel
(Halle/Halle/Halle) 1 – 11
10.Katrin Pfeiffer/Torsten Hubel/Stephan Laudien
(Jena/Jena/Weimar) 0 - 12

(Die Teilnehmer an der DM in Berlin sind fettgedruckt.)

 

Deutsche Meisterschaft Doublettes, Saarwellingen, 128 Doublettes
19./20.Mai 2007

 

Plötzlich war aus den “Lieblingschemnitzern“ “Thüringen 1“ geworden, und man hatte nun statt den eigenen Verein den Landesverband zu vertreten, und das als vermeintlich “stärkstes Team“…

Aber man stellte sich entschlossen der Herausforderung, begab sich als erster der insgesamt drei PVT-Vertreter auf die Reise nach Saarwellingen und konnte sich so bereits am Freitagabend über den Zustand der Plätze informieren. Da auf den Hauptplätzen bereits intensiv trainiert wurde, begaben sie sich auf einen der Außenschauplätze, eine von Grasnarben bedeckte Stadionlaufbahn, deren äußerst elastischer Boden für den Leger eine ausgefeilte Dreiviertel- bis Hochportéetechnik sowie Eisenschüsse für den Tireur erforderlich machte.

Erstaunlicherweise kamen die Chemnitzer mit diesen ungewöhnlichen Bodenverhältnissen nach kurzer Eingewohnungsphase relativ gut zurecht und dominierten anschließend in einem Probematch eine Berliner Juniorenformation klar. In einem weiteren “Funspiel“ wurde dann NRW 24 kalt erwischt. Die Düsseldorfer verfluchten den “einer DM unwürdigen Boden“, und ehe sie sich versahen war aus “Fun“ “Fanny“ geworden. Das Revanchespiel verloren die Chemnitzer dann gegen besser eingestellte Gegner zwar knapp, aber immerhin hatten sie etwas Selbstvertrauen getankt und das Gefühl gewonnen, zumindest mit einigen der Elitespielern wenigstens ansatzweise mithalten zu können.

Aber als es dann am nächsten Tag ernst wurde, wurde “Thüringen 1“ auf ein relativ “normales“ (also “DM-würdiges“) Terrain gelost und gleich war der Respekt vor dieser Großveranstaltung wiederhergestellt. Gegen Baden Württemberg 36 (Sabbir Akbaraly und Ismet Adrovic von La Fanny Joyeuse Tübingen) klappte am Anfang recht wenig, und nach vier Aufnahmen lag man bereits mit 0:8 hinten. Verantwortlich hierfür war La Fanny-Schießer Sabbir, der bis zu diesem Zeitpunkt hundertprozentig traf. Dann erst kamen die ersten Fehlschüsse, auch Leger Ismet begann zu schwächeln. Und so war diesmal Nomen eben nicht Omen: den Chemnitzern gelang es eindrucksvoll, die Fanny zu vermieden, und man unterlag “nur“ mit 6:13.

Was natürlich trotzdem nicht gerade Freudenfontänen auslöste. Aber im nächsten Spiel kam dann die unerwartete Steigerung: gegen Rheinland-Pfalz 5 (Klos/Straßer vom TV Waldmohr) lag man zwar auch schnell mit 0:5 hinten, kämpfte sich dann aber über 1:5, 3:5 und 4:6 heran und konnte anschließend zum 6:6 ausgleichen. Ausschlaggebend für die Steigerung war sicherlich die Tatsache, dass die eine Längsseite des Spielfeldes durchaus “ungewöhnlich“ zu nennen war. Sie bestand nämlich aus einem breiten Grasstreifen, in dem die Hochportéewürfe förmlich steckenblieben. Hier hatte der gegnerische Leger (der Junior Daniel Klos, der sich mit dem erfahrenen Boulerecken Berthold Straßer zu einem Team zusammengefunden hatte) so seine Probleme, und ehe man sich versah, hatten die erfahrenen Chemnitzer diese Situation für sich ausgenutzt und gingen zunächst mit 9:6 in Führung, und drei Aufnahmen später stand es dann sogar 12:8…

Langsam macht es keinen Spaß mehr, über die Chemnitzer Begegnungen zu berichten, denn stets passiert das Gleiche: Der Gegner ist kugellos, Chemnitz hat aber noch drei Spielgeräte auf der Hand. Das Cochonnet liegt zwar zehn Meter entfernt, aber es gibt ungefähr 30 cm Platz zum Legen. Hartmut legt zweimal – vergeblich. Die letzte Kugel von Detlef scheint zu kommen, freudetrunken setzt er bereits an zum Jubelschrei. Dann aber macht die Kugel mit letzter Anstrengung noch eine halbe Umdrehung und schießt um eine Fingerbreite über das Ziel hinaus. Vorbei…

Vorbei, denn die üblichen Spielregeln der Psychologie setzen nun unerbittlich ein. Infolge des eigenen Versagens wird der Gegner gestärkt und bekommt wieder Oberwasser. Man selbst traut sich nichts mehr zu. Noch zwei Aufnahmen, und das “Lieblingsergebnis“ der Chemnitzer ist wieder einmal erreicht…

“Thüringen 2“ (Heiko Kastner und Karsten Lissner) und “Thüringen 3“ (Maik Kerner und Dieter Kropp, alle vier von Bamboule Halle) schieden ebenfalls in der ersten Poule-Runde ohne Barragespiel aus. Und somit konnten die Chemnitzer am nächsten Tag wenigstens die Heimreise in dem Bewusstsein antreten, den Titel “Thüringen 1“ bei dieser DM nicht verloren zu haben…

Erst aber ging es ins B-Turnier, wo man mit Hilfe eines Freiloses sogar eine Runde überstehen konnte. Dann war der Gegner Hessen 9 (Heiko Diehl und Stefan Bonifer aus Dieburg), und der kaufte den Chemnitzern durch überragende Legleistungen gleich zu Beginn den Schneid ab. Es ergab sich ein unangefochtenes 6:13, und für dieses Jahr war der DM-Auftritt der Chemnitzer beendet.

Über den weiteren Verlauf der DM könnt ihr euch auf http://www.petanque-dpv.de/ ausgiebig informieren.

Link zu einem Videoclip mit Impressionen von einem der Spitzenmatches:

http://www.youtube.com/watch?v=UvPnqcv2BDI

 

Landesmeisterschaft Doublettes, Reichenbach/Oberlausitz, 8 Doublettes
6.Mai 2007

 

Da auch am Tag nach dem Via-Regia-Cup die meisten heimischen Boule-Cracks an allen nur vorstellbaren Orten des PVT-Verbreitungsgebietes anzutreffen waren, nur nicht auf dem Terrain der Thüringer Landesmeisterschaft in Reichenbach, hatte das “Traditionsteam“ der Chemnitzer die historische Chance, sich zum zweiten Mal in Folge für eine Doublette-DM zu qualifizieren. Es musste dazu sage und schreibe zwei Mannschaften hinter sich lassen, denn drei der acht Teilnehmerteams hatten von vornherein ihr Desinteresse an einer Fahrt nach Saarwellingen erklärt.

Zu den DM-Verweigerern gehörten auch leistungsstarke Doublettes wie die Ex-Bambouler Michael Kitsche und Hartmut Klatt. Sie wurden den Chemnitzern bereits in der ersten Runde zugelost und erwiesen sich wieder einmal als eine zu hohe Hürde. Immerhin hatte sich aber Detlef endlich besser auf den Boden eingestellt und eine passendere Legtechnik mit höheren Portées gewählt und einigermaßen erfolgreich auch angewendet, sodass sich die Niederlage mit 6:13 (nach 4:0 und 6:1-Führung!) in erträglichen Grenzen hielt.

In der nächsten Runde dann das “Schlüsselmatch“ für die Chemnitzer. Wieder ging es gegen Anke Tischer und Steffen Maywald. Und wieder wurden einige Aufnahmen vollständig “vergeigt“: 0:3 stand es gleich am Anfang, dann ließ man beim Stand von 7:5 einen Viererpack zu, und es stand plötzlich 7:9...

Von einer weiteren Niederlage hätte man sich wohl nicht mehr erholt. Und in der nächsten Aufnahme kam es sogar noch schlimmer: Statt eines möglichen “Sixpacks“, das den sofortigen Sieg bedeutet hätte, verschaffte man dem Gegner durch einen unglücklichen “Sauzug“ einen weiteren Punkt, zum 7:10…

Dann doch noch das Aufbäumen, man wollte eben unbedingt nach Saarwellingen. Erst 8:10, dann 9:10, und dann gleich noch unerklärliche Legschwächen der Lokalmatadoren ausgenutzt und einen Viererpack gemacht. Zunächst mal ist Aufatmen angesagt…

Nun war der Grundstein gelegt. In der nächsten Runde gegen Bodo Reißig und Michael Lorenz aus Halle wurde die Leistung konsolidiert, und man setzte sich knapp aber verdient durch. Wieder lautete das Ergebnis 13:10…

Weitere Bamboule-Spieler folgten: Karsten Lissner und Heiko Kastner. Diese hatten in der vorhergehenden Runde für ein Husarenstück gesorgt und die favorisierten, aber in diesem Spiel zunächst nachlässig, dann unglücklich agierenden Nordhäuser (immerhin die Via-Regia-Cup-Gewinner vom Vortag!) klar mit 13:2 vom Platz gefegt und sie damit gleichzeitig ihrer Qualifikationschance beraubt.

Aber vielleicht ließen Karsten und Heiko im Hochgefühl des unerwarteten Sieges nun unbewusst die Zügel etwas schleifen. Hinzu kamen zwei plötzliche Handy-Anrufe für Heiko, die offensichtlich die Konzentration beider Spieler kurzzeitig beeinträchtigten. Diese kleinen Schwächemomente nutzten die erfahrenen Chemnitzer aus und stachen erbarmungslos in die sich auftuenden Wunden des Gegners. Dabei war die Partie lange Zeit eng: Von 3:0 ging es über 3:6 auf einen fast schon vorentscheidenden Stand von 4:8. Aber man “biss“ jetzt, benötigte zwar noch sieben weitere Aufnahmen, hatte aber am Ende wieder das Standardergebnis eingefahren: 13:10…

Damit hätte man sich gegen Dieter Kropp und Maik Kerner auch eine Niederlage erlauben können und wäre trotzdem ins Saarland gefahren. Doch das wusste man während der Spielrunde noch nicht so genau und leistete daher entschlossen Widerstand. Es blieb lange Zeit knapp, am Ende aber hatten die Chemnitzer wieder die Nase vorn: 13:11 diesmal…

Somit ist das Unglaubliche möglich geworden. Nicht nur dürfen sich Hartmut und Detlef jetzt “Vizelandesmeister“ nennen. Nein, sie vertreten zudem auch noch den PVT bei der DM. Und das sogar als “Thüringen 1“…

Endergebnis:

1.Michael Kitsche/Hartmut Klatt (Leipziger PC “Pastis“) 4 - 15
2.Hartmut Lohß/Detlef Schwede (1. Chemnitzer PC) 4 – 12
3.Heiko Kastner/Karsten Lissner (Bamboule Halle) 3 – 14
4.Dieter Kropp/Maik Kerner (Bamboule Halle) 3 – 12
5.Peter Mehne/Sebastian Eberhardt (Nebenbouler Nordhausen) 3 – 11
6.Bodo Reißig/Michael Lorenz (Bamboule Halle) 2 – 12
7.Ivo Maywald/Thomas Senger (Nabouleon Reichenbach) 1 – 11
8.Anke Tischer/Steffen Maywald (Nabouleon Reichenbach) 0 - 13

(Die Teilnehmer an der DM in Saarwellingen sind fettgedruckt.)

 

5.Via-Regia-Cup, Reichenbach/Oberlausitz, 12 Doublettes
5.Mai 2007

 

Reichenbach lud ein zu einem langen Boule-Wochenende, aber aus Chemnitz waren es wieder einmal nur die beiden Unentwegten, die bereit waren, sich auf den langen Weg bis kurz vor die polnische Grenze zu begeben. Damit zählten sie zu den Ausnahmeerscheinungen in unserem Verband, denn insgesamt scheint hier das Interesse am Boule-Sport Region eher nachzulassen als zuzunehmen. Es überraschte somit nicht wirklich, dass auch der Via-Regia-Cup von massivem Teilnehmerschwund betroffen war: von 21 Doublettes im Vorjahr ging es dramatisch runter bis auf 12. Dabei hatte der Veranstalter wieder einmal für ein überragendes Kultur-Rahmenprogramm gesorgt, inclusive Nachtführung durch die faszinierende Görlitzer Altstadt. Aber ausschlaggebend für die Nichtteilnahme vieler erfahrener PVT-Boulerecken wird wohl – neben den gängigen beruflichen oder privaten Unabkömmlichkeiten einiger oder dem beliebten Argument des weiten Anfahrtsweges – die Tatsache gewesen sein, dass am nächsten Tag “nur“ noch die Doublette-Quali anstand, zu der die Teilnahme niemandem zwingend vorgeschrieben ist, und nicht, wie im Vorjahr, ein Liga-Spieltag, zu dem die besten PVT-Boulespieler anreisen “mussten“…

Aber wirklichen “Hardcore-Boulisten“ ist kein Weg zu weit und kein zeitlicher oder finanzieller Aufwand zu gr0ß, um ihre Spielkünste mit Gleichgesinnten anderer Vereine zu messen. Und so trafen unsere reisewilligen Chemnitzer immerhin noch auf Gegner aus Nordhausen, Halle, Leipzig und dem gastgebenden Reichenbach.

Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl wurde der Spielmodus leicht abgeändert und zugunsten einer K.O.-Runde der besten vier auf eine der fünf vorgesehenen Schweizer Runden verzichtet. Auftaktgegner der Chemnitzer waren Heiko Kastner und Carsten Lissner aus Halle, und obwohl Detlef mit dem anspruchsvollen Legboden seine liebe Mühe hatte, gewann man dank einiger tödlicher Carreau-Schüsse Hartmuts letztlich unangefochten mit 13:9.

In der zweiten Runde ging es gegen lokale Konkurrenz (Anke Tischer und Steffen Maywald), aber der Boden war unterdessen natürlich nicht einfacher geworden. Insbesondere eine durch Sand aufgefüllte Rille inmitten einer durchweg harten Umgebung bereitete Probleme: lag das Donnée innerhalb dieser Rille, konnte es passieren, dass die Kugel dort regelrecht versackte, spielte man über die Rille hinaus, passierte oft das Gegenteil und die Kugel wurde zu schnell. Detlef hatte immer noch kein rechtes Rezept für diesen Boden gefunden und stellte die Geduld von “El Presidente“ auf eine harte Probe. Es kam, wie es kommen musste: immer mehr laute Missfallensbekundungen mischten sich unter die anfänglichen Aufmunterungsversuche, sodass der Kranich zunehmend verunsichert wurde und am Ende gar nicht mehr wusste, wie er spielen sollte. In gleichem Maße wuchs das Selbstvertrauen des Gegners, denn Legerin Anke hatte das probate Mittel für dieses Terrain gefunden. Da konnten auch Hartmuts weitgehend erfolgreichen Schüsse nichts mehr bewirken, und man verlor das Match mit 6:13.

Es gab dann zwar noch einen Sieg (13:8 gegen Maik Kerner und Dieter Kropp aus Halle), aber für das Halbfinale kamen die Chemnitzer schon nicht mehr in Frage, zumal in der letzten Runde die Turnierfavoriten Michael Kitsche und Hartmut Klatt auf sie warteten. Hier konnte man in den ersten Aufnahmen noch dagegenhalten, dann setzte dich die Klasse der Neo-Leipziger unbarmherzig durch, und eine verdiente 3:13-Klatsche war die Folge…

Das Halbfinale erlebten die Chemnitzer also nur noch als interessierte Zuschauer und hier sahen sie, dass gegen Micha und Hartmut eben doch ein Kraut gewachsen ist. Die erfolgreichen “Gartenbauer“ kamen aus Nordhausen und setzten sich im anschließenden Finale auch gegen Leipzig-Stadtmeister Abdel Chelfi und seinen Partner Christian Puttkammer deutlich durch.

Ein ausführlicher Spielbericht zum Finale findet sich auf
http://petanqueverband-thueringen.de/pvt/index.html (News vom 8. Mai 2007). Wer zusätzlich auf visuelle Reize Wert legt, dem sei ein viereinhalbminütiger Video-Zusammenschnitt empfohlen, auf dem auch die originellen Preise bewundert werden können:

http://www.youtube.com/watch?v=R-xjZl7W1Gg

Für die Gestaltung der Siegestrophäen hatten sich die Reichenbacher nämlich wieder etwas Besonderes einfallen lassen: Spiegel mit den Inschriften „So sehen 1. (2., 3.) Sieger aus!“. Ob die Sieger von heute dort aber auch nach der morgigen DM-Quali noch hineinschauen mögen? Fortsetzung folgt…

Die besten vier Doublettes:

Sieger: Peter Mehne/Sebastian Eberhardt (Nebenbouler Nordhausen)
Finalisten: Abdel Chelfi/Christian Puttkammer (Bamboule Halle)
Dritter Platz: Michael Kitsche/Hartmut Klatt (Leipziger PC “Pastis“)
Vierter Platz: Diana Hellriegel/Ivo Maywald (Leipziger PC “Pastis“)

 

Turniere in Orech/CZ: 11.Prvomájové koule Barona Prášil (80 Doublettes), O Cop Barona Prášila (24 Doublettes), Prístavní turnaj piráta morgana (20 Doublettes)
28./29.April 2007

 

Zum achten Mal in Folge vertraten Hartmut und Detlef die Chemnitzer Farben bei den Orecher Turniertagen, aber zum ersten Mal war es ihnen vergönnt, in Vladimir Glasers Pension zu übernachten, direkt neben dem Boulodrom. Mitgekommen waren die Hallenser Gundolf, Bodo, Kristina und Jojo, letzterer der einzige Orech-Neuling. Nicht dabei sein konnten diesmal die Boulefreunde aus Leipzig, die in diesem Jahr in der neugegründeten Pétanque-Bundesliga vertreten sind und zum ersten Spieltag nach Hannover reisen mussten.

Leider konnte man den ersten Turniertag aufgrund mangelhafter logistischer Vorbereitung komplett abhaken. Kristina und Jojo würden erst zu später Stunde eintreffen, soviel war klar. Aber die anderen vier hatten sich rechtzeitig um 15.30 Uhr in Dresden auf den Weg gemacht, mit dem Ziel, die Prager Trabantenstadt bis spätestens zum Einschreibschluss des “Kleinen Bierturniers“ um 18 Uhr zu erreichen. Dabei hatte man diesmal eine neue Fahrtroute ausgewählt, um von der Erweiterung der Autobahnverbindung Dresden-Prag zu profitieren. Auf dem Weg geriet man jedoch immer wieder in Staus, insbesondere in Prag selbst, und hatte zudem Probleme, die zuvor eilig von Google heruntergeladene Karte korrekt zu interpretieren. Schließlich musste man gar mit Schrecken feststellen, dass man sich bereits wieder um vierzig Kilometer von der tschechischen Metropole entfernt hatte! Die Ankunft in Orech erfolgte dementsprechend erst um 19.30 Uhr, und zu dem Zeitpunkt war das Turnier wie nicht anders zu erwarten bereits in seine zweite Phase getreten und an eine Teilnahme nicht mehr zu denken. Man beschränkte sich notgedrungen auf einige “Fun-Spiele“ nach dem Modus “jeder gegen jeden“…

Am nächsten Tag fehlte es zwar nicht an Sonne und für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen, dafür aber an der für ein solch herausragendes Turnierereignis erforderlichen Tagesform. Somit fand die Hauptrunde der mit 79 Doublettes besetzten 11. Ausgabe des “Prvomájové koule Barona Prášila“ diesmal komplett ohne PVT-Teams statt. Gundolf und Jojo verloren dabei ihre ersten beiden Poule-Spiele, die anderen machten es etwas spannender, wobei Hartmut und Detlef sich nach klarem Auftaktsieg gegen Karlovy Vary anschließend gegen eine ausgezeichnete Besetzung aus Schweden nach 0:10-Rückstand noch herankämpften und nur knapp mit 12:13 unterlagen. Dabei hatte man sich aber wohl zu sehr verausgabt, denn in der Barrage ging man gegen den selben Gegner aus Karlovy Vary jetzt sang und klanglos unter…

Im Trostturnier “O Cop Barona Prášila“ gab es zum Auftakt zwar einen klaren 13:2-Erfolg gegen die Prager Schwestern Petra und Margita Malá, in der nächsten Runde dann aber einen alten Angstgegner als Kontrahenten: die Lapihuska-Zwillinge von HEJ RUP Roudnice, gegen die man erst einmal gewonnen, aber schon drei empfindliche Niederlagen kassiert hatte, zwei davon beim “Tlusta Berta“, die letzte beim Golden Boule 2005, als die Zwillinge durch ihren Vater verstärkt wurden. Und auch jetzt liefen die Kugeln “komisch“, die Lapihuska-Schüsse kamen zu Beginn fast zu 100 Prozent, hinzu kamen einige geglückte “Sauzieh-Aktionen“. Erst bei 0:11 drehte sich das Blatt, Chemnitz kämpfte sich heran, um im Endspurt doch mit 11:13 zu unterliegen. Da war dann allen Durchhalteparolen zum Trotz doch die Luft raus und selbst gegen die “Wüstenbouler“ vom SK SAHARA Vedomice, Katerina Hocková und Luboš Hrabánek, in der tschechischen Rangliste ganz unten auf den Plätzen 247 und 402 zu finden, hatte man keine Siegchance mehr: 6:13…

Den Boulefreunden aus Halle erging es nicht wesentlich besser, und so hatte man
wenigstens ausgiebig Gelegenheit, sich am Abend von der tschechischen Gastronomie verwöhnen zu lassen…

Das muss Wunder gewirkt haben, denn beim “Pirat Morgan-Turnier“ am nächsten Morgen fand die PVT-Flotte endlich den Weg zurück in erfolgreiche Fahrwasser. Es ging wieder über drei Schweizer Runden, danach waren Halbfinale für die besten vier sowie Platzierungsrunden für alle anderen vorgesehen. Gundolf und Bodo scheiterten mit 2:1 Siegen knapp und lagen nur auf Platz 5, während Kristina und Jojo sowie Hartmut und Detlef sich mit jeweils drei Siegen für das Halbfinale qualifizierten, letztere sogar mit dem besten Punktverhältnis.

Für die besten drei gab es attraktive Preise zu gewinnen, nämlich auf Wandtafeln angebrachte Piraten-Modellschiffe. Hartmut und Detlef verfügten in ihrer Pokalsammlung zwar schon über allerlei Kurioses, wie etwa über durchgesägte Baumstämme mit Boulekugel-Dekorierung oder original Baron Münchhausen-Zöpfe, aber ein derartiges Kleinod fehlte ihnen noch.

Den dazu erforderlichen einen Sieg hätte man um ein Haar schon in der Halbfinalbegegnung erreicht. Hier traf man auf große Kaliber: Milan Hašek und Romana Vokrouhlíková, die Nummern drei und zehn der tschechischen Rangliste. Doch gleich zu Beginn fehlte es an Konzentration, und obwohl man auf dem selben Platz spielte, auf dem man zuvor die Gegner klar dominiert hatte, klappte plötzlich nichts mehr und man lag nach der ersten Aufnahme bereits mit 0:5 hinten.

Doch dann dachte man wieder an das Piratenschiff, riss sich zusammen und steigerte sich zu einer großen Leistung. Die nächsten fünf Aufnahmen wurden gewonnen, der Spielstand entwickelte sich über 3:5, 6:5, 8:5, 11:5 zu einem vorentscheidenden 12:5. In der letzten Aufnahme hatte Detlef zudem sogar zwei Legkugeln in der Hand, mit der er den Sack hätte zubinden können…

Die hätte er mal besser genutzt. In der übernächsten Aufnahme, nachdem Milan und Romana auf 6:12 verkürzt hatten, breitete sich dann urplötzlich wieder der alte Bazillus aus und führte zu kollektivem Versagen. Milan und Romana belegten die sich um das Cochonnet auftuenden leeren Flächen problemlos mit ihren Kugeln und glichen zum 12:12 aus…

Und doch war das Spiel noch nicht vollständig verloren. In der allerletzten Aufnahme gelang es dem tschechischen Paar erst mit der letzten Kugel, den Chemnitzer Vorteil zu beseitigen. Und Hartmut hatte noch zwei Schusskugeln…

Doch er berührte die gegnerische Kugel nur unwesentlich, legte sie seitlich neben das Cochonnet. Immerhin hatte Detlef, der die allerletzte Kugel in der Hand hatte, jetzt einen freien Schuss…

Er konzentriert sich aufs Äußerste, schließlich geht es um das Piratenschiff. Die Kugel schwirrt durch die Luft und setzt neben dem Zielpunkt auf. Zwischen dem Cochonnet und der gegnerischen Kugel geht sie hindurch, den tschechischen Spitzenspielern fallen ganze Steinladungen vom Herzen…

Auch Kristina und Jojo verlieren ihr Halbfinale, etwas eindeutiger, gegen tschechische Konkurrenz. Es folgt das Spiel um Platz 3, und eine Sache ist immerhin sicher: je ein Piratenschiff geht zum PVT. Nach wechselvollem Verlauf haben die Hallenser am Ende die Nase mit 13:10 vorn und können die ersehnte Trophäe aus den Händen von Turnierleiter Vladimir Glaser in Empfang nehmen…

Links zu den Ergebnissen:
http://petanque.cstv.cz/tur_2007/tur_7015.html (11. Barona Prášila)
http://petanque.cstv.cz/tur_2007/tur_7016.html (O Cop Barona Prášila)
http://petanque.cstv.cz/tur_2007/tur_7018.html (Prístavní turnaj Piráta Morgana)

Videolink zum Piratenschiff: http://www.youtube.com/watch?v=TLpX4A5GMbM

 

7. Stadtmeisterschaft, Leipzig, 23 Doublettes
21.April 2007

 

Statt wechselhaftem Aprilwetter wie noch im letzten Jahr gab es in der Pastis-Arena diesmal herrlichen Sonnenschein bei allerdings noch etwas kühlen Temperaturen. Dennoch hatte sich die Teilnehmerzahl mit 23 gegenüber 2006 um ein Doublette verringert. Das lag einerseits daran, dass die “Stars“ von außerhalb durch Abwesenheit glänzten und somit die Veranstaltung zur PVT-internen Angelegenheit degradierten. Zum andern fehlten aber auch einige der Spitzenspieler aus unseren Breiten, wenn auch begründet infolge beruflicher Verpflichtungen. Für Chemnitz waren wie gehabt Hartmut und Detlef am Start, hinzu kam Dieter, der für Chemnitz Liga spielt, aber zugleich auch Mitglied des neugegründeten Vereins La Boule Rouge Dresden ist und dort regelmäßig trainiert. Er spielte zusammen mit seinem dortigen Vereinskameraden André Starkloff.

Zu den Favoriten zählten natürlich die Vorjahressieger und Lokalmatadoren Jens und Thomas. Ärgste Konkurrenten sollten laut Prognose die für die Bundesligamannschaft des PC Pastis neuverpflichteten Ex-Bamboule-Größen Micha und Hartmut (Klatt) sein.

Doch der Turnierverlauf folgte einer eigentümlichen Dramaturgie. Zunächst sorgte die Auslosung für den ersten Knaller, nämlich für das Aufeinandertreffen der oben genannten Favoriten gleich im ersten Poule-Match. Hier gewannen Micha und Hartmut, was Jens und Thomas aber relativ unaufgeregt zur Kenntnis nehmen konnten, folgten doch als nächste Konkurrenten die sogenannten “Lieblings-Chemnitzer“ (Hartmut und Detlef), gegen die man in diesem Jahrtausend noch keine einzige Pflichtbegegnung verloren hatte…

Und diese waren zudem nach einer kassierten Fanny gegen die Bibraer Uwe und Andrey im Auftaktmatch extrem verunsichert und eigentlich schon “auf B programmiert“…

7:1 und 9:4 lauteten bald die Spielstände, alles verlief für die Pastis-Riesen wie gehabt nach Plan. Aber dann kippte plötzlich das Spiel: Jens’ Schüsse trafen einige Male unglücklich und verschlechterten eher die Situation statt sie zu verbessern. Thomas, der zu Beginn gut vorgelegt hatte, fehlte es mit einem Mal an Konstanz. In gleichem Maße steigerte sich der “Kranich“ und legte mehrmals die von Hartmut geforderte “perfekte erste Kugel“. Dessen gelungene Schüsse rundeten das veränderte Bild noch zusätzlich ab. So geschah das Unglaubliche: Die Chemnitzer machten neun Punkte in Folge und stießen die für unschlagbar gehaltenen Gegner in die Tiefen des B-Turniers…

Dieser unerwartete Erfolg verlieh Flügel, und so gelang in der Barrage die Revanche gegen Uwe und Müller. Immer noch war es aber ein hartes Match und bedurfte am Ende eines überragenden Hochportées von Detlef über mehr als zehn Meter, um mit der letzten Kugel den Sieg einzufahren: 13:10.

Die Chemnitzer konnten ihr hohes Spielniveau auch noch über eine weitere Runde retten und besiegten die Gothaer Matthias und Jörg in der Cadrage mit 13:8. Anschließend ging es ohne Pause sofort weiter, Viertelfinale gegen Abdel und Heiko aus Halle…

Hier erfolgte dann wieder einmal der fast schon obligatorische Einbruch. Insbesonders legtechnisch ging wenig, wahrscheinlich leidet der “Kranich“ an Konditionsproblemen und kann sich über mehrere unmittelbar hintereinander gespielte Matches nicht konstant konzentrieren. Vielleicht lag es aber auch an der Sonne, die unerbittlich auf die Spieler herabbrannte…

Jedenfalls gab es wieder eine Fanny. Das trübt natürlich das Leistungsbild der Chemnitzer. Als Fazit des Turniertags muss man aber festhalten, dass trotzdem mit ihnen in dieser Saison zu rechnen sein sollte, zumindest in einzelnen Spielen…

Dieter und André hatten sich gegen die gleichen Gegner schon eine Runde zuvor verabschiedet, immerhin dabei aber vier Punkte erzielt…

Ein Bericht aus neutraler Sicht mit einer ausführlichen Beschreibung des Finalverlaufs befindet sich auf:

http://petanqueverband-thueringen.de/pvt/index.html

Endergebnis A-Turnier:

Sieger: Abdel Chelfi/Heiko Kastner (Bamboule Halle)
Finalisten: Michael Kitsche/Hartmut Klatt (Leipziger PC “Pastis“)
Dritter Platz: Diana Scheffler/Regina Stehr (Leipziger PC “Pastis“)
Vierter Platz: Ruth Skala/Ingo Wonsack (SC Bibra/Zwabitz)
Viertelfinalisten:
Hartmut Lohß/Detlef Schwede (1. Chemnitzer PC)
Peter Mehne/Sebastian Eberhardt (Nebenbouler Nordhausen)
Nancy Nebelung/Christian Kuba (Bamboule Halle)
Matthias Wagner/Denis Gorzellik (Nebenbouler Nordhausen)
Cadragisten:
André Starkloff/Dieter Büttner (Dresden/Chemnitz)
Peter Adrian/Volker Drusche (Bibra/Weimar)
Matthias Grolmuß/Jörg Steinbrecher (1. Gothaer PC)
Christine Patzschke/Fritz Patzschke (Bamboule Halle)

Endergebnis B-Turnier:

Sieger: Jens Riedel/Thomas Voigt (Leipziger PC “Pastis“)
Finalisten: Diana Hellriegel/Jens Hellriegel (Leipziger PC “Pastis“)
Dritter Platz: Anne-Katrin Müller/Ivo Maywald (Leipzig/Reichenbach)
Vierter Platz: Mario Oßwald/Gerrit Hildebrand (1. Gothaer PC)
Viertelfinalisten:
Uwe Müller/Andrey Kriwoscheew (SC Bibra/Zwabitz)
Karsten Lissner/Dieter Kropp (Bamboule Halle)
Sandra Föckel/Anja Föckel (Bamboule Halle)
Christine Hartwig/Rolf Hartwig (Leipzig)
Cadragisten:
Dieter Stehr/Edeltraud Lorenz (Leipziger PC “Pastis“)
Gabi Diecke/Manfred Diecke (Leipziger PC “Pastis“)
Alexander Kopos/Stephan Laudien (Boule- und Pétanquefreunde Weimar)


Beaujolais-Cup, Berlin-Tegel, 102 Doublettes
18.November 2006

 

Zum Abschluss eines trotz der erstmaligen DM-Teilnahme leistungsmäßig eher durchwachsenen Jahres wollten unsere “Lieblingschemnitzer“ ausgerechnet in Berlin noch eine Duftmarke setzen. Man hoffte dabei natürlich auch auf eine günstige Auslosung, denn unter 102 teilnehmenden Doublettes würde schon der eine oder andere “schlagbare“ Gegner dabei sein…

Im Auftaktduell traf man auf Luigi Marinelli und Anton Solic vom gastgebenden Club Bouliste de Berlin. Zwei lokale “Urgesteine“ also, die den ebenfalls nicht unbetagten Chemnitzern in ihrer langen Laufbahn allerdings noch nie über den Weg gelaufen waren...

Auf einem der unebenen Außenplätze legte man los wie die Feuerwehr, ließ den Gegner nicht ins Spiel kommen und legte rasch ein 10:0 vor. Dann aber, wie üblich, der Bruch, es ist einfach in dieser Saison unmöglich, ein Spiel souverän nach Hause zu fahren. Geradezu sinnbildlich für die sich plötzlich breit machende Verunsicherung war eine Aufnahme, in der das Schwein auf einem “schmalen Grat“ thronte und Detlef seine drei Legkugeln jeweils links vorbei in den Abgrund semmelte. Der Gegner wurde stark gemacht und erreichte nach und nach sechs Punkte. Dann aber rissen die Chemnitzer sich doch noch am Riemen, oder zumindest setzte deren Leger eine letzte Kugel so zielnah, dass der Gegner sich daran die noch verbliebenen Zähne ausbiss…

Dann war aber Schluss, nicht mit lustig, sondern mit “schlagbaren Gegnern“, denn in der nächsten Runde hatten die Chemnitzer es mit keinen Geringeren als mit Jan Garner (Odin Hannover, zweimaliger deutscher Meister und derzeit auf Platz 8 der DPV-Rangliste) und Martin Kuball (HRC Boule Hamburg, Platz 1 der Rangliste Nord) zu tun. Sie machten aber nicht nur gute Miene zum bitteren Spiel, sondern gewannen sogar einen Punkt! Hätte Hartmut nicht einmal unglücklich geschossen, wären sogar drei oder vier Punkte im Bereich des Möglichen gewesen. Ansonsten konnte man sich dann nur noch an den Schuss- und Hochportéekünsten der Gegner berauschen und wurde Zeuge von einigen gewollten Retros Jan Garners auf zu weit gelegte Kugeln von Detlef, die dann zwar jeweils den Punkt machten, aber leider doch nicht ganz punktgenau am Schwein landeten…

Im Cadrage zum B hatten die Chemnitzer dann Freilos, bevor dann im Achtelfinale bei plötzlich einsetzender Dunkelheit die Leggenauigkeit nachließ und man sich nach 5:0-Führung gegen die Lübecker Mauricio Stooß und Reinhard Schwertfeger noch mit 7:13 geschlagen geben musste. Damit war für sie ein Turnier beendet, das nicht zu den denkwürdigen Beaujolais-Jahrgängen zählte. Zwar schnitt man besser ab als 2005, als man in der ersten Runde des C-Turniers scheiterte, aber eindeutig schlechter als 2004, wo erst im Achtelfinale des A-Turniers Endstation war.

Über das (durchaus erfolgreiche) Abschneiden der anderen Teams aus unserem Verband erfahrt ihr Näheres, wenn ihr dem PVT-Link folgt. Einige Namen könnt ihr aber immerhin auch schon auf der nachfolgenden Ergebnistafel entdecken:

A-Turnier:
1. Boris Tsuroupa / Kader Tahar-Mansour (CBdBerlin / CBdBerlin)
2. Chaaban Ramadan / Rolf Lichtenstein (z.Z. kein Verein)

3. Hannes Bloch / Frederik Baumann (BC Berlin / BC Berlin)
3. Nikolas Tsimiatona / Dominique Lecuvier (z.Z. kein Verein)

5. Philipp Tran / Werner Bauer (BC Kreuzberg / BC Kreuzberg)
5. Jürgen Keller / Carsten O. (BC Kreuzberg / BC Kreuzberg)
5. Alexander Richter / Maghsoud Fallahi (z.Z. kein Verein)
5. Heiko Kastner / Carsten Lissner (Bamboule Halle / Bamboule Halle)

B- Turnier
1. Jens Riedel / Thomas Voigt (Leipzig / Leipzig)
2. Son van Tran / Jörg Gehl (BC Kreuzberg / BC Kreuzberg)

3. Mauricio Stooß / Reinhard Schwertfeger (CdB Lübeck / CdB Lübeck)
3. Patrick Clérin / Laurent Brizard (CBdBerlin / CBdBerlin)

C-Turnier
1. René Fitsche / Heidi Schallmo-Reinprecht (BC Kreuzberg / BC Kreuzberg)
2. Dao Van Quang / Vladimir Kostic (BC Kreuzberg / CBdBerlin)

D- Turnier
1. Sybille Brengel / Marleus Kalytta (BC Berlin / BC Berlin)

(Ergebnisquelle: Clemens Bauer)

 

11. Vereinsmeisterschaft des 1. CPC, Chemnitz, 5 Teilnehmer
10.September 2006

 

Zu den Vereinsmeisterschaften des 1.CPC am Sonntag auf dem Schloßberg gab sich die unglaubliche Zahl von fünf (!) Boulisten ein Stelldichein. Das ist die niedrigste Teilnehmerzahl der Vereinsgeschichte, und es stellt sich tatsächlich die Frage, ob der dritte und letzte Teil der großen CPC-Vereinschronik nicht den Titel “Der Untergang“ tragen wird…

Mit dabei waren natürlich Hartmut, der fünfmalige Vereinsmeister und Vorjahressieger, sowie Detlef, der den Pokal bislang zweimal gewann. Die weiteren Teilnehmer: Gerd, Matthias und Hubert, alle bisher ohne Titelgewinn…

Somit ergab sich der Modus von selbst: Es wurde “jeder gegen jeden“ gespielt. Dabei ergaben sich einige Konstanten und eine absolute Neuheit: Die Konstanten: Detlef kann gegen Matthias einfach nicht gewinnen, Matthias wiederum wird regelmäßig von Hartmut “geputzt“. Das Novum: “Nachwuchsstar“ Gerd Beyer, der, nachdem er inzwischen schon auf der PVT-Rangliste mit drei Punkten geführt wird und damit allen anderen CPC-Spielern überlegen ist, nun auch ungeschlagen die höchste Vereinstrophäe an sich riss…

Ergebnisse:

1.Runde:
Hartmut-Matthias: 13:1
Gerd-Hubert: 13:4

2.Runde:
Hartmut-Hubert: 13:8
Matthias-Detlef: 13:5

3.Runde:
Detlef-Hubert: 13:8
Gerd-Hartmut: 13:11

4.Runde:
Gerd-Detlef: 13:9
Hubert-Matthias: 13:12

5.Runde:
Hartmut-Detlef: 13:3
Gerd-Matthias: 13:10

Tabelle:
1.Gerd 4 +18
2.Hartmut 3 +25
3.Matthias 2 -8
4.Detlef 2 -17
5.Hubert 2 -18


10. Stadtmeisterschaft: "10 Jahre 1. CPC", Chemnitz, 23 Doublettes
26.August 2006

 

Nach Leipzig war nun also Chemnitz an der Reihe mit seinem Jubiläumsturnier. Obwohl in Sachsen immer
immer noch Schulferien sind, folgten 23 Doublettes der Einladung, eine für Chemnitz stolze Zahl, die nur einmal in der Geschichte der Stadtmeisterschaft übertroffen worden war: 2003, als 26 Teams den Weg auf den Schloßberg fanden.

Dank der Teilnahme von vier Formationen aus Karlovy Vary/CZ erhielt die Veranstaltung wiederum internationalen Anstrich. Weitere Teams waren aus Halle (3), Leipzig (2), Reichenbach, Nordhausen, Kahla, Dresden, Gotha, Weimar und Hof angereist. Die Hausherren aus Chemnitz stellten so viele Teilnehmer wie lange nicht mehr, nämlich genau 6½. Außer den altgedienten CPC-Recken wie Hartmut, Detlef, Gerd, Hubert, Peter und Matthias waren auch einige neue Spieler am Start bzw. solche, deren Namen in der sächsisch-thüringischen Bouleszene noch relativ ungeläufig sind: Gert Schwarz, Gabi Pache, Jan Kircheis, Robert Hunger, Tobias Fischer sowie Roberto Weske und Eike Becker. Als besonderer Farbtupfer konnte der mehrfache DM-Endrundenspieler Hans-Jürgen Schneider aus dem südbadischen Denzlingen gewonnen werden, der zufällig gerade auf Urlaub im Raum Chemnitz/Dresden weilte.

Zu Beginn des Turniers übergab PVT-Vize Jens Riedel dem Chemnitzer Verein als Anerkennung für zehn verdienstvolle Jahre im Namen der Verbreitung des Pétanque-Sports in Sachsen und Umgebung ein Präsent. Die CPC-Führung revanchierte sich wiederum durch die Ausgabe einer speziell für das Turnier auf DVD angefertigten Vereinschronik an alle Teilnehmer. Aufgrund des umfangreich vorhandenen Materials umfasst der 70-minütige Film “Gründerjahre“ allerdings nur die ersten vier Jahre der Vereinsgeschichte (1996-2000). Die weiteren Folgen der Trilogie sollen dann bei den Stadtmeisterschaften 2007 und 2008 ausgegeben werden.

Das Turnier wurde zum dritten Mal in Folge nach dem in PVT-Kreisen unter dem Namen “Chemnitzer System“ bekannten Modus ausgetragen: 3 Platzierungsrunden im Schweizer System, dann Aufteilung in A- und B-Turnier mit KO-Runden. Um zu gewährleisten, dass das B-Turnier nicht länger dauerte als das A, entschied man sich kurzfristig dafür, im A-Turnier mit dem Achtelfinale zu beginnen, wofür man freilich bei der Teilnehmerzahl von 23 ein auf nur 7 Mannschaften begrenztes B-Turnier in Kauf nehmen musste.

Im Play-Off wurde, auch bei schon feststehender Qualifikation, bis zum Schluss erbittert gekämpft, denn die Platzierung der ersten 16 stellte gleichzeitig die Setzliste für das Achtelfinale dar. Jens Riedel und Thomas Voigt aus Leipzig erwiesen sich hier als die besten, gefolgt von Hans-Jürgen Schneider, dem als Partner der Chemnitzer Gerd Beyer zugeteilt worden war. Auf Platz drei folgten die Lokalmatadoren Hartmut Lohß und Detlef Schwede, die in der dritten Runde überraschend die Hallenser Mitfavoriten Michael Kitsche und Hartmut Klatt besiegt hatten.

Dass die gute Ausgangsposition aber nicht gleichbedeutend mit einem erfolgreichen Turnierabschneiden sein musste, bewiesen die Chemnitzer im Achtelfinale, als sie gegen die eigenen Vereinskameraden Hubert Wege und Peter Borchers, die sich mühsam mit nur einem Sieg als 14. überhaupt für das A-Turnier qualifiziert hatten, nach 4:0-Führung unerklärlicherweise einen Gang runterschalteten, gegen die “Zehn-Meter-Legkünste“ des Gegners plötzlich nichts mehr ausrichten konnten und sogar noch eine “technische Fanny“ kassierten…

Alle anderen Favoriten setzten sich hingegen erwartungsgemäß durch, und diese Tendenz hatte auch im Viertelfinale weitgehend Bestand. Nur die Chemnitzer Underdogs Hubert und Peter sorgten wiederum für die Ausnahme, als sie mit der selben “Schwein auf zehn Meter-Taktik“ auch das erfolggewohnte Hallenser Mixté-Doublette Tanja Richter und Maik Kerner entzaubern konnten.

Und fast hätten es diese Nobodies auch bis ins Endspiel geschafft. Das Halbfinale gegen Hans-Jürgen und Gerd war hart umkämpft, und nur mit Mühe gewannen die Favoriten mit 13:12. In der anderen Begegnung, eigentlich ein “vorweggenommenes Endspiel“ setzten sich Michael Kitsche und Hartmut Klatt, vor allem dank der wiedergewonnen Legstärke des letzteren, mit 13:9 gegen Jens und Thomas durch.

Auch im Finale hielt die gute Form der Bamboule-Spieler an. Diesmal waren es die überragenden Schüsse von Michael, die die Zuschauer begeisterten und alle gutgemeinten Legbemühungen von Hans-Jürgen und Gerd zunichte machten. Somit geht der Jubiläumstitel verdient nach Halle.

Endergebnis A-Turnier:

Sieger: Michael Kitsche/Hartmut Klatt (Bamboule Halle)
Finalisten: Hans-Jürgen Schneider/Gerd Beyer (Boule 95 Denzlingen/1. CPC)
Dritter Platz: Jens Riedel/Thomas Voigt (Leipziger PC “Pastis“)
Vierter Platz: Hubert Wege/Peter Borchers (1. Chemnitzer PC)
Viertelfinalisten:
5.Tanja Richter/Maik Kerner (Bamboule Halle)
6.Thomas Senger/Maik Weise (Nabouleon Reichenbach)
7.Matthias Grolmuß/Jörg Steinbrecher (1. Gothaer PC)
8.Tita Vecile/Michael Lau (FT Hof)
Achtelfinalisten:
9.Hartmut Lohß/Detlef Schwede (1. Chemnitzer PC)
10.Jirí Fürst/Petr Šimek (CP Karlovy Vary)
11.Gerrit Hildebrand/Volker Drusche (Gotha/Weimar)
12.Matthias Groß/Gert Schwarz (1. Chemnitzer PC)
13.Peter Mehne/Sebastian Eberhardt (Nebenbouler Nordhausen)
14.Oloda Moticka/Mera Janek (CP Karlovy Vary)
15.Petr Koncel/Jan Koncel (CP Karlovy Vary)
16.Roberto Weske/Eike Becker (Chemnitz)

Endergebnis B-Turnier:

Sieger: Dita Šimkova/Dana Klimova (CP Karlovy Vary)
Finalisten: Nancy Nebelung/Bodo Reißig (Bamboule Halle)
Dritter Platz: Ruth Skala/Uwe Müller (SC “Bibra/Zwanitz“ Kahla)
Vierter Platz: Anne-Katrin Müller/Edeltraud Lorenz (Leipziger PC “Pastis“)
Viertelfinalisten:
5.Geraldo Adler/Jörg Kriebel (Dresden)
6.Robert Hunger/Tobias Fischer (Chemnitz)
7.Gabi Pache/Jan Kircheis (Chemnitz)

Erklärung: Die Platzierung der Viertel- und Achtelfinalisten erfolgt aufgrund der Platzierung im Play-Off.

 

Pastisturnier "10 Jahre LPC", Leipzig, 23 Doublettes
24.Juni 2006

 

Bereits zum zehnten Mal seit seiner Vereinsgründung lud der Leipziger PC “Pastis“ 1996 zu seinem Turnier. Der Tradition entsprechend nahmen auch Chemnitzer wieder an ihm teil, wenn auch diesmal nur mit einem Doublette: den DM-Teilnehmern Hartmut und Detlef.

Hartmut hatte zunächst jedoch noch eine andere Aufgabe wahrzunehmen als mit Kugeln um sich zu werfen: In seiner Eigenschaft als Verbandspräsident überreichte er den Turnierveranstaltern als Anerkennung für zehn Jahre Verdienste um die Verbreitung des Pétanque-Sports in Sachsen und Umgebung einen Strauß Blumen.

Die 23 teilnehmenden Doublettes hatten sich in der Vorrunde auf sechs Poules verteilt, und die Chemnitzer erwischte eine wahre “Hammergruppe“, denn zu den Gegnern gehörte das Leipziger Top-Team an diesem Tag, Diana und Jens, sowie die starken Braunschweiger Hans-Martin Zill und Hans-Wilhelm Götzke.

Hinzu kamen Jana und Jörg aus Gotha, die Auftaktgegner. Jana war mit Baby Lukas angereist, und die aus dieser “Unternehmung“ resultierende fehlende Spielpraxis in den letzten Monaten war dann wohl auch mit ausschlaggebend für die kassierte “Fast-Fanny“. Also kein Grund für die Chemnitzer, das klare 13:1 zu überschätzen…

In der umkämpften Parallelbegegnung mussten sich Diana und Jens den Braunschweigern knapp geschlagen geben. Hartmut und Detlef trafen in der zweiten Begegnung also auf Hans-Martin und Hans-Wilhelm und gerieten schnell mit 2:7 in Rückstand. Danach spielten die Chemnitzer jedoch überlegen, und waren insbesondere schießtechnisch nahezu unfehlbar. Herausragend hierbei (und vielleicht ausschlaggebend für die Aufholjagd) war ein sensationeller Sauschuss des Legers Detlef, der das Spielgeschehen verlagerte und auf einen Schlag vier Punkte sicherte. Die Braunschweiger machten anschließend keinen Stich mehr und gingen mit 7:13 unter…

Allerdings ging in der anschließenden langen Unterbrechung die gute Form der Chemnitzer verloren. Keine Barrage, keine Cadrage, nicht einmal “Fun-Spiele“, das war eindeutig die falsche Vorbereitung für das Viertelfinale gegen die Angstgegner aus Nordhausen. Sebastian und Peter ließen Hartmut und Detlef nie ernsthaft ins Spiel kommen und beherrschten sie bis zum Ende klar…

Somit war für die Chemnitzer das Turnier, das doch so verheißungsvoll begonnen und für höchste Träume Anlass gegeben hatte, nach insgesamt nur drei Partien bereits wieder beendet…

Immerhin hatten sie damit besser abgeschnitten als die Leipziger, die (nachdem Diana und Jens auch die Barrage gegen Braunschweig verloren hatten!) im Viertelfinale durch Abwesenheit glänzten – ein absolutes Novum auf PVT-Veranstaltungen seit der Verbandsgründung!

Sieger wurden am Ende die Nordhäuser, die im Finale das Überraschungsteam
Volker Drusche/Gerrit Hildebrand (Weimar/Gotha) problemlos besiegen konnten.

Endergebnis A-Turnier:

Sieger: Sebastian Eberhardt/Peter Mehne (Nordhausen)
Finalisten: Volker Drusche/Gerrit Hildebrand (Weimar/Gotha)
Dritter Platz: Hans-Martin Zill/Hans-Wilhelm Götzke (TuRa Braunschweig)
Vierter Platz: Peter Adrian/Andrey Kriwoscheew (Bibra)
Viertelfinalisten:
Hartmut Lohß/Detlef Schwede (1. Chemnitzer PC)
Wanja Dziony/Johann Volkmar (AA Hannover/Braunschweig)
Christian Puttkammer/Stephan Lenzner (Halle/Jena)
Michael Kitsche/Hartmut Klatt (Bamboule Halle)

 

Deutsche Meisterschaft Doublette, Rastatt, 128 qualifizierte Doublettes
20.-21.Mai 2006

 

Rastatt wurde Zeuge des bisher absoluten Highlights in der Chemnitzer Boulegeschichte: der erstmaligen Teilnahme eines CPC-Teams an einer DM!

Um diesen Höhepunkt zu erreichen, war zwei Wochen zuvor eine Qualifikationsrunde zu durchlaufen, und die fand glücklicherweise auf dem heimischen Chemnitzer Schlossberg statt. Außer dem CPC-Top-Team (den in der regionalen Bouleszene auch als angebliche “Lieblingschemnitzer“ bekannten oder berüchtigten Hartmut und Detlef!) traten noch zwei weitere Vereinsteams an: CPC 2 (Peter und Hubert) sowie CPC 3 (Petra und Dieter).

Dabei hätte CPC 3 CPC 1 fast die Teilnahme vermasselt: In einem erbarmungslosen “Bruderkampf“ wehrten Petra und Dieter sich, obwohl selbst bereits ohne Chance auf die DM-Teilnahme, bis zur letzten Kugel und unterlagen nur knapp mit 12:13…

Danach schien der Weg für CPC 1 geebnet, ein Sieg gegen Jena (Torsten und Stephan) folgte, die anschließende Niederlage gegen das PVT-Dream-Team (Jens und Micha) war einkalkuliert. Es folgte ein fieberhaftes Rechnen, und es stellte sich heraus, dass die Chemnitzer um zwei Feinbuchholzpunkte von Nordhausen (Peter und Sebastian) überboten worden waren und nur auf Platz 4 gelandet waren.

Das reichte aber dennoch zur Teilnahme an der DM, und gedankt sei es Frank und Ivo, den Zweitplatzierten dieser Quali, die auch gleichzeitig Thüringen-Landesmeisterschaft war. Diese beiden Boulisten aus Leipzig und Reichenbach, inzwischen als “Fatman und Robbe“ in ganz Sachsen bekannt, hatten von vornherein auf eine mögliche Ausweitung ihres Ruhms auf ganz Bundes-Deutschland verzichtet, sodass die Chemnitzer als Nachrückerteam an ihre Stelle treten konnten. Das hatte immerhin den Vorteil, dass “El Presidente“ höchstpersönlich zu diesem hochrangigen Ereignis fahren durfte…

In der “Präsi-Karosse“ ging es dann am Freitagnachmittag auch los, wobei der erste Teil der Reise eine Art “Rundfahrt durch PVT-Lande“ darstellte, denn im Ballungsraum Leipzig/Halle musste zunächst Team Thüringen 1 eingesammelt werden. Weiter ging es Richtung Karlsruhe, von dort aber erst einmal ins rheinland-pfälzische Landau, wo sich Jens und Micha bei den Ex-Nordhäusern Ralf und Steffi einquartiert hatten. Gegen Mitternacht erreichten Hartmut und Detlef Rastatt und fielen ermüdet in die Betten ihrer Pension, wohingegen Thüringen 1 in Landau unter Flutlicht noch gegen die dortigen Cracks einen Boulewettkampf absolvierten!

Am nächsten Morgen traf sich die PVT-Abordnung, inzwischen durch Peter und einen etwas verschnupften Sebastian auf sechs Mann erweitert, auf dem Rastatter Boulodrom und erlebte das Eröffnungsprogramm. Nach einer eindrucksvollen Darbietung der “Rastätter Fahnenschwinger“ erfolgten Grußworte durch den Rastätter Bürgermeister und DPV-Offizielle.

Im ersten Poule wurden Thüringen 1-3 von sogenannten “Hammer-Losen“ zwar verschont, hatten aber an der Qualität der Spielgegner dennoch ganz schön zu beißen. Hinzu kam ein gehöriger Schuss Nervosität, und der machte sich ganz besonders bei unseren DM-Neulingen aus Chemnitz bemerkbar. Gegen an und für sich nicht unbesiegbare Gegner (NRW 21: Oliver Schönfeld und Markus Vormann vom PCB Coesfeld sowie Bayern 4: Verena Daschner und Markus Ilg aus Furth im Wald) brachte man einfach nicht die für eine DM erforderliche Tagesform und unterlag zweimal klar (zu sechs und zu zwei). Natürlich erschwerten Nieselregen und Wind das Schießen, und sorgten das steinübersäte Terrain für Unwägbarkeiten beim Legen, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Konkurrenz an diesem Tag einfach einen deutlichen Tick stärker war.

Nordhausen bzw. Thüringen 2 machte es insofern besser, als man gegen die starke Konkurrenz aus Berlin (Sandra Walls und Mahmut Tufan, 3:13) und Baden-Württemberg (Hilmar Lißner und Patrick Abdelhak aus Konstanz, im Barrage: 0:13) zwar klar unterlag, zwischendurch aber immerhin den “machbaren“ NRW-Gegner (Hans Schmitt und Bernd Matz vom PBC Witten) bezwingen konnte, und das gleich deutlich mit 13:3.

Dieses insgesamt eher mäßige Abschneiden von Thüringen 2 und 3 war aber erwartet worden, denn der Qualitätsabstand zu Thüringen 1 ist einfach zu groß. Somit setzte man die Erwartungen jetzt konzentriert auf Jens und Micha, die im Vorjahr erst im Barrage der zweiten Poule-Runde gescheitert waren.

Diesen gelang zum Auftakt ein Sieg gegen Hessen 11 (Thierry Silberreiss und Marcus Faltermann), mussten sich dann aber gegen starke NRW-Nachwuchspieler (Marius Schilling sowie Laura Makowski von Düsseldorf sur place) nach hartem Kampf mit 7:13 geschlagen geben. Aber im Barrage gelang, wiederum gegen Hessen 11, ein wenn auch umkämpfter Sieg (13:10).

Im zweiten Poule sorgte das Los dann für einen Knaller, denn man traf auf niemand anderen als die “lebenden Legenden“ Jan Garner und Sascha von Pless. Und hier übertrafen Jens und Micha sich selbst, die Begegnung der beiden Spitzenteams aus Thüringen und Niedersachsen verlief lange Zeit ausgeglichen, erst am Ende musste man sich knapp mit 9:13 geschlagen geben.

Die gute Form des PVT-Teams hielt an, Fahreddin Hass und Stephane Héroux (Hessen 10) wurden anschließend klar beherrscht und mit 13:4 nach Hause geschickt. Aber dann wurde es allmählich Abend, das Wetter blieb weiterhin ungemütlich nass, und im Barrageduell gegen Baden-Württemberg 9 (Philipp Geis und Michel Lauer) fehlte zu Beginn die geistige Frische. Eine der Aufnahmen verlief zudem extrem unglücklich: Jens entsorgte mit seinem letzten Schuss aus Versehen die einzige eigene in Nähe des Cochonnets liegende Kugel, es entstand Platz, und der Gegner kam viel zu leicht zu einem Sechserpack. Nun stand es plötzlich 0:10, eigentlich schien bereits alles verloren, doch jetzt endlich besann sich Thüringen 1 auf die bekannten Tugenden und kämpfte sich heran. Schnell machte man acht Punkte gut, der Gegner wirkte angeknockt, das Blatt schien sich zu wenden. Dann jedoch setzte ein Regenguss ein, und irgendwie brachte dieser Jens und Micha aus dem Rhythmus. Sie vergeigten die nächste Aufnahme, und Baden-Württemberg 9 nutzte die Schwäche gnadenlos aus und legte die zum Sieg notwendigen Punkte.

Damit war auch die Zuschauerrolle der Chemnitzer beendet, und sie konnten gut ausgeruht am nächsten Morgen zusammen mit Thüringen 1 die Heimreise antreten. Ein wenig Wehmut machte sich breit: einmal an einer DM teilzunehmen, das war immer ihr Traum gewesen, und die Ziellinie war nun unwiderruflich durchschritten. War das nun schon alles gewesen? Oder sollte das frühe Ausscheiden nicht vielmehr neuen Ehrgeiz wecken, um die Ziele der nächsten Jahre neu abzustecken?

 

Turniere in Orech/CZ: Malý nocní pivní turnaj (16 Triplettes), 10.Prvomájové koule Barona Prášil (102 Doublettes), Prístavní turnaj piráta morgana (26 Doublettes)
28.-30.April 2006

 

Zu den Turniertagen in Orech waren außer den beiden “unvermeidlichen“ Chemnitzern Hartmut und Detlef auch diesmal wieder viele PVT-Spieler/-innen angereist. Sechs davon kamen aus Leipzig angereist, zuzüglich des “Wahl-Leipzigers“ Ivo Maywald. Halle steuerte ebenfalls sechs Turnierteilnehmer bei, einer von ihnen, Christian Puttkammer, hatte einen auswärtigen Spieler als Partner engagiert: den “Saujäger“ Stefan Thies aus Landau.

Zum Auftakt sorgten aber die Chemnitzer für Furore. Im “Kleinen Bierturnier“, einer Triplette-Veranstaltung, war es ihnen gelungen, mit Turnierorganisator Vladimir Glaser einen schlagkräftigen “dritten Mann“ zu verpflichten. Dieser übernahm, nach der Auftaktniederlage gegen Kacerovský, Imlauf und Ondryáš, erfolgreich die Rolle des Vorlegers, und in den anschließenden beiden Runden wurde die jeweils dänische Konkurrenz klar in die Schranken gewiesen. Das reichte, wenn auch knapp, zur Qualifikation für das Halbfinale. Hier allerdings war man gegen starke Belgier chancenlos und verlor mit 2:13. Und auch das Spiel um Platz drei wurde verloren, es gab keine Bierpreise, und so erreichten die Chemnitzer weit nach Mitternacht nicht nur müde sondern auch relativ langgesichtig die einige Kilometer entfernt gelegene Pension “Brcalnik“…

Am nächsten Tag startete die zehnte Ausgabe des “Münchhausen-Turniers“ mit einigen Paukenschlägen. Vladimir hatte sämtliche ehemaligen Sieger herbeizitiert, und nur eine Berliner und eine israelische Kombination waren der Einladung nicht gefolgt. Die anderen, unter ihnen unsere Leipziger Thomas Voigt und Jens Riedel, wurden noch einmal speziell geehrt und konnten ein mit den Turnierdaten bedrucktes T-Shirt in Empfang nehmen.

Überwältigend war auch die Anzahl der gemeldeten Mannschaften: Es kamen 102 Doublettes aus acht Ländern, somit mussten zum ersten Mal einige der Pool-Runden in einem benachbarten Ort ausgetragen werden!

Trotz regnerischen, kalten Wetters schlugen sich alle acht gemeldeten Teams mit PVT-Beteiligung beachtlich, nur eines fand sich im B-Turnier wieder. Nach der Cadrage hatte sich die PVT-Flotte dann zwar halbiert, immerhin vier Teams steuerten aber noch durch die nun von nur noch 32 stolzen Yachten befahrenen Gewässer. Auch die Chemnitzer dachten noch nicht ans Absaufen, im Gegenteil, sie nutzten die widerwärtigen Winde zu ihrem Vorteil und versetzten der favorisierten tschechischen Juniorenmeisterin Hana Šrubarová (und ihrem Partner Petr Jakubek, beide von Carreau Brno) auf dem durch Dauerregen aufgeweichten und pfützenübersäten Terrain den Knockout!

Damit hatte man leider das Pulver auch schon verschossen, und nach der Regenpause war das Chemnitzer Team auf leidlich trockenem und wesentlich härterem Untergrund ihren neuen tschechischen Kontrahenten Jirí Koreš Senior (PC Ceské Budejovice) und Michal Habásko (AURA Havlíckuv Brod) nicht gewachsen und unterlag klar.

Nun in die Zuschauerrolle gedrängt, konnten sie die weiteren Seeschlachten der PVT-Armada verfolgen. Zwei Kanonenboote waren noch im Rennen, und diese trafen sich im Achtelfinale zum Bruderkampf. Wie es sich zeigte, “mochten“ sich die Spielgegner zu sehr, keiner wollte so recht gewinnen. Frank Hellriegel, der letzte verbliebene Leipziger, hatte an dieser Bürde augenscheinlich schwer zu tragen, denn er vergab mehrere “Schüsse für Schluss“. Erst als das Hallenser Duo Gundolf Henschel / Sebastian Fuchs in der nächsten Aufnahme klarste Legchancen nicht verwertete, gelangte Frank, ohne noch viel dafür tun zu müssen, doch noch ans ersehnte Ziel und zog zusammen mit seinem Partner Bodo Reißig (Halle) ins Viertelfinale ein.

Dort befand man sich in illustrer Gesellschaft, unter anderem waren die tschechische Ranglistenerste Romana Vokrouhlíková mit ihrem Dauerpartner Milan Hašek (Platz 3 der Rangliste) noch unter den möglichen Gegnern. Doch das Los führte Frank und Bodo mit den selben Belgiern zusammen, die zuvor schon Christian und Stefan eliminiert hatten und später das Turnier gewinnen sollten. Sie unterlagen relativ glatt, freuten sich aber über die Tatsache, nicht nur das beste PVT-Team gewesen zu sein, sondern zugleich die besten Deutschen der Veranstaltung, und das ist bei einigen teilnehmenden Ranglistenspielern aus Baden-Württemberg keine gering einzuschätzende Leistung.

Damit war die Seefahrt der PVT-Flotte aber noch nicht beendet, denn am nächsten Tag ging es noch auf die Jagd nach Piratenschiffen. Im zu Ehren des Piraten Morgan neugeschaffenen Turnier “Prístavní turnaj Piráta Morgana“ lieferten die Orecher Organisatoren nämlich einen weiteren Beweis für ihre nie erlahmende Kreativität und boten statt der ständig gleichförmigen (und allmählich langweilig werdenden!) Pokalen mit Boulespielern oder –kugeln attraktive Schiffsmodelle an! Gelegentliche Auftritte von Vladimir im Piratenkostüm sorgten dann noch zusätzlich für Stimmung.

Natürlich weckte das den Ehrgeiz so manchen Spielers. Aber traditionsgemäß steht bei diesem letzten Orecher Turnier auch der Spaß im Vordergrund und unkonventionelle Partnertauschaktionen sind an der Tagesordnung. So ließen sich diesmal Thomas und Ivo mit den Pastis-Neulingen Anne und Traudel verkuppeln und errangen immerhin zwei von fünf möglichen Siegen.

Die Chemnitzer, die sich an der “Tauschbörse“ nicht beteiligten kamen auch auf keine höhere Quote. Das lag einmal an der starken Gegnerschaft (Christian und Stefan), dann am offenbar wieder aufflackernden “Frauenkomplex“ (2:13 gegen die Newcomerinnen Veronika Otýpková und Kamila Pospíšilová vom neugegründeten Club ŽEPEC Brünn, die in der tschechischen Rangliste nur die Plätze 244 und 325 belegen!), und auch noch gegen zwei Dänen, Max und Stig, die man mit 11:5 eigentlich schon “im Sack“ hatte…

Erwähnung verdient aber noch das Duell gegen Christian und Stefan in der zweiten Runde. Hier spielten die Chemnitzer nämlich gar nicht einmal schlecht, und es eröffneten sich nach Legfehlern von Christian mehrmals Chancen, ordentlich viele Punkte zu machen. Aber hier trat dann jeweils der “Saujäger“ Stefan in Aktion, beförderte das Cochonnet rechtzeitig ins Aus und die Gesichter der Chemnitzer in die Vertikale. Von diesen Schocks erholten sie sich dann nicht mehr…

Eine Taktik, die Stefan übrigens auch in einer späteren Runde gegen die Belgier noch erfolgreich anwandte, als diese schon geglaubt hatten, das Spiel gewonnen zu haben. Aber nichts wurde es mit einer Turniersiegwiederholung, am Ende hatten Christian und Stefan alle ihre Seegefechte gewonnen und konnten stolz ihr Siegesschiff in Empfang nehmen.

Die Chemnitzer hingegen überlegten, ob sie in Zukunft nicht verstärkt “Sauschießen“ in ihr Trainingsprogramm aufnehmen sollten…

Die Turnierergebnisse, wenn auch mit einigen Schreibfehlern behaftet (z.B. wurde Ivo Maywald kurzerhand in “Ivo Muhlstein“ umgetauft und soll angeblich mit einem Phantomwesen namens “Regina Voigt“ zusammen Doublette gespielt haben!) findet ihr unter den folgenden Links:

http://petanque.cstv.cz/tur_2006/tur_6014.html (Bierturnier)
http://petanque.cstv.cz/tur_2006/tur_6017.html (Baron Prášila)
http://petanque.cstv.cz/tur_2006/tur_6018.html (Piráta Morgana)

Videolinks:

http://www.youtube.com/watch?v=tZ3HvezeKO4 (Präsentation der historischen Sieger)

http://www.youtube.com/watch?v=0tv8WuigPGo (Achtelfinale: Frank/Bodo gegen Gundel/Sebastian)

http://www.youtube.com/watch?v=5yDrqWop3k8 (2 Viertelfinalbegegnungen, mit Frank/Bodo)

http://www.youtube.com/watch?v=2N4j37RT5xY (Pirata Morgana, Siegerehrung)

 

6. Stadtmeisterschaft, Leipzig, 24 Doublettes
22.April 2006

 

24 Teams hatten sich bei wechselhaftem Aprilwetter in die Boule-Arena der sächsischen Metropole begeben, um den Auftakt der PVT-Turniersaison zu erleben. Leipzig und Halle stellten das Gros der Teilnehmer, außerdem waren aus Sachsen Reichenbach und Chemnitz am Start, sowie aus Thüringen Bibra, Nordhausen und Jena. Nicht erschienen waren Gotha, Weimar und Reinstädt, die verwaisten Plätze wurden eingenommen durch einige auswärtige Teams, je eines aus Berlin und Braunschweig, sowie eine Hof-Hessen Kombination, wobei es sich bei dem vermeintlichen “Hessen“ allerdings um den Ex-Leipziger Lokalmatador Matthias Saddei handelte.

Chemnitz hatte außer der Standardbesetzung Hartmut/Detlef auch noch den Peter an den Start geschickt. Und das vereinseigene “enfant terrible“ fand auch diesmal wieder einen Weg, um auf sich aufmerksam zu machen: Infolge eines Motorschadens an seinem Wohnwagen erreichte er das Ziel (und seinen Spielpartner Thomas aus Reichenbach) mit reichlicher Verspätung. Sportlich gesehen verlief seine Turnierteilnahme dann eher diskret…

Hartmut (neuerdings: “El Presidente“) und Detlef (wie immer: “der Kranich“) hatten zum Auftakt eine wahre “Hammergruppe“ erwischt, und so war es nicht selbstverständlich, dass sie sich nach Siegen gegen Jena (Bärbel und Christian) und im Barrage gegen Ivo und Frank (Nabouleon/Pastis) für das Cadrage qualifizierten. Nur gegen die “ewigen Angstleipziger“ Thomas und Jens hatte es die übliche Niederlage gegeben. Dabei war man diesmal sogar mit 6:1 in Führung gegangen…

Im Cadrage ging es gegen die als stark eingeschätzten Berliner Peter Troschert und Thomas Ehrlichmann. Aber die Chemnitzer hatten die Platzwahl gewonnen und lockten ihre Gegner auf ihre Lieblingszahl, die 13, ein tiefes Terrain, mit dem die Berliner nicht zurechtkamen und klar mit 5:13 ins Hintertreffen gerieten…

Auffällig war die Dominanz der Hallenser Mannschaften, von denen im Viertelfinale des A-Turniers noch drei am Start waren. Aber für die Chemnitzer ging es gegen Nordhausen, einen weiteren Angstgegner. Wieder auf Platz 13, und das beflügelte nicht nur den Kranich, denn man zog schnell auf 7:0 davon! Dann aber fanden Peter und Sebastian zur Normalform und konnten ausgleichen. Doch Chemnitz hielt dagegen, ging mit 11:9 in Führung, und dann hatte der “Präsi“ sogar einen “Schuss für Schluss“…

Aber Hartmut gelang es lediglich, die elf Meter entfernte gegnerische Kugel leicht zu touchieren, die Nordhäuser lagen weiterhin auf Punkt. Detlef traute sich einen solchen Fernschuss nicht zu, legte aber wenigstens den Punkt. Man hatte das gefürchete “12er-Loch erreicht…

Dann das dramatische Ende: Es stand 12:10, aber Chemnitz hatte seine Kugeln gespielt, und der Gegner lag auf Punkt. Der Weg zur Sau war weit, fast zehn Meter, und schien versperrt. Doch jetzt kam die Stunde des Sebastian Eberhardt: zwei fantastische Hochportées kamen zielgenau, die Chemnitzer konnten nur noch staunend applaudieren…

Nach einem zwischenzeitigen Wolkenbruch, der eine Flucht unter die am Morgen mühsam errichteten Zeltdächer dringend erforderlich machte, standen nur noch die Vorschlussrunde und das Finale auf dem Programm. Überraschungen gab es keine mehr: Nordhausen unterlag Leipzig, und im Bamboule-Duell setzten sich Micha und Hartmut Klatt durch. Für diese wiederum setzte es im Finale eine klare 5:13-Niederlage gegen unser PVT-“Dream Team“.

Ergebnis A-Turnier:

1.Jens Riedel/Thomas Voigt (Leipziger PC “Pastis“)
2.Michael Kitsche/Hartmut Klatt (Bamboule Halle)
3.Sebastian Eberhardt/Peter Mehne (Nordhäuser Nebenbouler)
4.Gundolf Henschel/Sebastian Fuchs (Bamboule Halle)

Ergebnis B-Turnier:

1.Heiko Kastner/Abdel Chelfi (Bamboule Halle)
2.Peter Troschert/Thomas Ehrlichmann (1. BCK/Cb de Berlin)
3.Christa Balié/Honoré Balié (Magni-Bouler Braunschweig)
4.Regina Stehr/Diana Scheffler (Leipziger PC “Pastis“)

4. Golden Boule Hallenturnier, Prag/CZ, 65 Triplettes
21. Januar 2006

 

An der vierten Ausgabe des Prager Golden Boule Turniers, das wie immer in der Reithalle auf der Moldauinsel Cisarsky stattfand, nahmen diesmal 65 Triplettes teil, die Vereinen aus der Tschechischen Republik, der Slowakei, Polen, Slowenien und Deutschland angehörten. Chemnitz war wie immer durch Hartmut und Detlef vertreten, die traditionsgemäß durch den Hallenser Maik Kerner ergänzt wurden. Außerdem präsentierten den PVT die Leipzig-Hallenser Kombination Thomas Voigt / Jens Riedel / Micha Kitsche, die zum zweiten Mal zu diesem Event angereist waren.

Gespielt wurde zunächst in Poule-Gruppen, die aus drei bzw. vier Teams bestanden. Die PVT-Teams spielten in Dreiergruppen, in denen jedoch nicht, wie aus deutschen Turnieren gewohnt, jeder gegen jeden antreten musste, sondern es wurde wie in Vierergruppen gewertet, d.h. die jeweils spielfreie Mannschaft, spielte eigentlich gegen ein nicht vorhandenes viertes Team und kassierte dafür automatisch einen Siegpunkt. Compris?

So kam es, dass Leipzig-Halle zweimal gegen den gleichen Gegner antreten musste: eine Kombination der Teams FRAPECO/PC Sokol Lipník mit Jaroslav Cermák als Top-Spieler, der Nummer 36 der tschechischen Rangliste. Dass unser PVT-Aushängeschild in der ersten Begegnung überraschend mit 7:13 unterlegen war, hatte jedoch einen konkreten Grund: Aufgrund von “Navigationsschwierigkeiten“ waren sie erst knapp zu Turnierbeginn eingetroffen und konnten sich auf dem ungewohnten Sandboden nicht ausreichend einspielen. In der Barrage spielte dieses Manko dann aber keine Rolle mehr, und man setzte sich souverän durch.

Die andere PVT-Mannschaft ging gegen drei Brünner Mädchen zunächst mit 7:1 in Führung. Der Gegner zeigte Klasse, aber die Aufstellung der Chemnitz-Hallenser mit Detlef als erstem Leger, Maik als Schießer und Hartmut als Milieu funktionierte, die Legwürfe, die auf diesem Boden zwangsläufig Halb- bis Hochportées sein mussten, kamen präzise, von den Schüssen traf zumindest jeder zweite. Dann aber riss mit einem Mal der Faden, verursacht womöglich durch einen psychologischen Faktor: Inzwischen hatte Detlef nach einem Gespräch mit Franck Ferlay, dem Franzosen von Carreau Brno, erfahren, dass es sich bei dessen Teamkolleginnen um die tschechischen Jugendmeister und gleichzeitig Teilnehmerin bei der Jugend-WM handelte! Die Nachricht machte die Runde, man erstarrte unwillkürlich ein wenig in Ehrfurcht. Trotzdem verlor man dann lediglich wegen Überschreitens des Time-Limits: 8:10.

Nach problemloser Überwindung des nicht angetretenen “Phantomgegners“ traf Team PVT 2 dann in der Barrage wieder auf Jugendliche, die wieder aus Brünn kamen. Während die drei Mädchen von der Begegnung zuvor aber dem jugendlichen Alter fast schon entwachsen waren, betrug das Durchschnittsalter der jetzigen Gegner gerade einmal fünfzehn Jahre! Nichtsdestotrotz steht der beste von ihnen, Jan Michálek, in der tschechischen Rangliste aller Spieler auf Rang 39! Aber auch seine Mitspieler Rolf Steiner (Rang 78) und Sylvie Haraštová (Rang 58) brauchen sich vor ihm in keiner Weise zu verstecken. Das sind beeindruckende Zahlen, die den PVT-Spielern gleichzeitig schmerzhaft aufzeigten, dass im eigenen Verband auf der Jugendebene noch ein weiter Weg zurückzulegen ist.

Vielleicht immer noch stark beeindruckt, lag man gegen diesen Gegner schnell mit 4:10 im Rückstand. Erst ein Weckruf von Maik, der Detlef zu konzentrierterem Legen aufforderte, bewirkte die Wende. Fortan lag die eigene erste Kugel immer präzise am Schwein, sodass der Gegner massiv unter Druck geriet und das Spiel noch mit 10:13 abgab…

Auf dem Weg ins A-Turnier musste aber immer noch ein Play-Off absolviert werden. Hier konnte Chemnitz-Halle das gute Niveau nicht mehr halten und unterlag gegen souverän aufspielende slowenische Gegner (Team Rode/Kokalj/Brodnik) deutlich mit 3:13. Im anschließenden B-Turnier war dann unnötigerweise gleich der Auftaktgegner die Endstation. Eine Damenmannschaft vom SK Sahara Vedomice, deren abgrundtiefe Ranglistenplatzierungen (zwischen 193 und 345!) eigentlich keinen Anlass zur Besorgnis gaben, löste unentschuldbare Konzentrationsschwächen bei den bereits über eine mögliche “technische Fanny“ spekulierenden PVT-Männern aus. Nachdem sie schon mit 8:1 geführt hatten, ließen sie erst den 9:9-Ausgleich zu, um dann in der letzten Aufnahme regelrecht “Selbstmord“ zu begehen: Man hatte zwischen den eigenen fünf Kugeln und dem Schwein relativ viel Platz gelassen, und die Damen hatten noch vier Kugeln auf der Hand. Maik stand somit mit seiner letzten Kugel unter Druck und musste unbedingt möglichst nah ans Ziel legen. Er entschloss sich zu einem verzweifelten Hochporteewurf, und in der Tat, das Unmögliche gelang: Die Kugel gelangte nicht nur ans Ziel, sondern sogar aufs Ziel, das Schweinchen spritzte ins Aus, und das Spiel war verloren…

Mehr Erfolg hatte das Team Leipzig-Halle, das nach einem hartumkämpften Achtelfinalsieg gegen ein Multi-Ethno-Team von POP Praha (Rubi López Gorroño/ Herinirina Razafindrainibe/Jaroslav Hlavacek) erst im Viertelfinale des A-Turniers seinen Bezwinger fand: Pavel Vlk und Vera Vokrouhlíková, ebenfalls von POP Praha, sowie Alice Hancová vom 1. KPK Vrchlabí.

Sieger des Golden Boule wurde aber keines der bisher genannten Teams. Auch nicht das einzig andere deutsche Team, die Münchner Pektor, Tanneur und Lirsch, die ebenso wie die besten PVT-Männer im Viertelfinale ausschieden. Zum ersten Mal konnte sich ein polnisches Team in die Siegerliste der Veranstaltung eintragen: Dominik Pilarski, Tomasz Lipczynski und Lukasz Kudla.

Kommen da nicht ein paar Namen ein wenig bekannt vor? Tatsächlich: Die ersten beiden waren noch vor einem Jahr im D-Finale des Golden Boule unseren Pétanque-Freunden aus Chemnitz und Halle unterlegen. Wie schnell sich die Boule-Landschaft doch verändern kann!

Das komplette Endergebnis kann unter http://petanque.cstv.cz/tur_2006/tur_6001.html abgerufen werden.

 

11. Turnier "Primrzlé koulé", Orech/CZ, 21 Doublettes
3. Dezember 2005

 

Zum Abschluss des Pétanque-Jahrs sorgten die Chemnitzer “Underdogs“ doch noch für einen Paukenschlag. Bei der elften Ausgabe von “Primrzlé koule“ (“Gefrorene Kugeln“) im tschechischen Orech sorgten sie (in der üblichen Besetzung: Hartmut und Detlef) als einzige aus dem benachbarten Ausland angereiste Mannschaft unter 21 teilnehmenden Doublettes nicht nur für internationales Flair, sondern im stark besetzen Turnier (die Nummern 1 und 2 der tschechischen Rangliste, Milan Hašek und Romana Vokrouhlíková waren anwesend!) gleich auch noch für einen nie für möglich gehaltenen Sieg!

Dabei spielten die Chemnitzer zeitweise wie im Rausch. In der ersten Partie, in der immerhin Vera Vokrouhlíková (20. der Rangliste) eine der Gegnerinnen war, legte Detlef wie in beinahe schon vergessenen Zeiten und Hartmuts Schüsse erledigten das Übrige: 13:0 in lediglich vier Aufnahmen! Nach einer kurzen “Auszeit“ in der zweiten Runde, in der man gegen Konkurrenz aus Karlovy Vary zunächst 3:11 in Rückstand geriet, kämpfte man sich aber rechtzeitig wieder zurück ins Spiel, erzielte die folgenden zehn Punkte und gab anschließend in Spielrunde 3 auch Turnierorganisator Vladimir Glaser mitsamt Gattin klar das Nachsehen.

Damit hatte man sich als bestes Team der Vorrunde bereits für das Halbfinale qualifiziert, in dem auch die Gegner aus Osika klar besiegt wurden. Nun erwartete man illusionslos das Meisterpaar Milan und Romana, bis völlig unerwartet die Kunde kam, dass diese im anderen Halbfinale an den Außenseitern Miroslav Neoral und Alena Jelínková von KLIP Litovel (81. und 82. der Rangliste) gescheitert waren!

Der Chemnitzer Boom konnte somit auch im Finale anhalten. Schnell führte man mit 12:4 und ließ sich dann nur kurzzeitig durch die Erreichung jenes berühmten “Frustloches“ schocken, das Hartmut und Detlef in der Vergangenheit oft um die Früchte ihrer Bemühungen gebracht hatte. Der Gegner schöpfte neue Hoffnung, spekulierte vielleicht auch auf eine veränderte Bodenbeschaffenheit infolge eines plötzlichen Wintereinbruchs und kam bis auf 8:12 heran, wobei es ihm immer wieder gelang, die stets neu hingelegte dreizehnte Kugel unschädlich zu machen. Aber irgendwann hatten sie ihr Pulver verschossen und Detlef noch zwei Kugeln auf der Hand. Ein letztes Aufflackern der Konzentration reichte: Unerbittlich legte er press rechts neben die vorher von Miroslav knapp links vom Schwein gelegte Kugel…

Für diesen geradezu sensationellen Turniersieg (die beiden Chemnitzer haben in der aktuellen Jahresrangliste des PVT gerade mal einen respektive null Punkte aufzuweisen!) konnte man schöne Preise in Empfang nehmen: Je eine “gefrorene Boulekugel“ aus Glas als Pokale, 1000 tschechische Kronen, sowie Wein und T-Shirts als Mitbringsel der Glasers vom letzten Frankreichurlaub.

Die letzte Herausforderung war dann nur noch die Heimfahrt über frisch verschneite tschechische Straßen, auf denen sich zahlreiche sommerbereifte Verkehrsteilnehmer als Bremsklötze betätigten. Aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch, und beflügelt vom Sieg gelang es Hartmut, alle Hindernissen umsichtig zu umsteuern und schadlos den Zielhafen zu erreichen…

 

6. Begegnung Chemnitz - Mulhouse
30. September - 3. Oktober 2005

 

Nach 1997 und 2001 begab sich bereits zum dritten Mal eine Abordnung des 1. Chemnitzer Pétanque-Vereins zum freundschaftlichen Treffen mit dem Partnerverein USOM nach Mulhouse. Wie immer standen hierbei weniger der Erwerb neuer sportlicher Meriten im Vordergrund als vielmehr die Pflege der Völkerverständigung mit unseren französischen Nachbarn.

Die Chemnitzer Gruppe bestand aus Hartmut, der erstmalig als Präsident in Mulhouse antrat, Carola, Detlef, Hubert, Jürgen, Petra, Matthias und Steffi. Am ersten Abend wurde man auf dem USOM-Vereinsgelände zu einem ausgiebigen und vom Verein spendierten Abendessen erwartet. Doch das war nur der Anfang, auch das köstliche Essen an den folgenden Tagen konnte man gratis genießen! Und die Übernachtungen im Sporthotel wurden von der Stadt Mulhouse gesponsort…

Aber selbst das war noch nicht der Gipfel der Gastfreundschaft. Aimé Senior ließ es sich nämlich nicht nehmen, seine Goldene Hochzeit zusammen mit den Chemnitzern nachzufeiern, und er lud alle Sportfreunde zu einem Aperitif in sein Gartenhaus ein! Wobei die Bezeichnung “Aperitif“ den aufgetischten Mengen an Snacks und Getränken sicher nicht gerecht wurde…

Bei dem am Samstag ausgetragenen Turnier wurde, wie es bereits Tradition ist, den Chemnitzern im Supermêlée über fünf Runden jeweils ein Franzose bzw. eine Französin zugelost. Auf diese Weise gedieh natürlich der Kontakt untereinander, aber es konnten auch bouletechnisch gesehen einige Lernerfolge verbucht werden…

Hartmut zeigte jedoch, dass man ihm zumindest im Pétanque kaum noch etwas vormachen kann. Souverän spielte er seinen Stiefel herunter, egal welchen Partner die Glücksfee für ihn auserkoren hatte. Freudestrahlend konnte er am Abend aus den Händen von USOM-Präsident Gilbert den Siegespokal in Empfang nehmen…

Aber auch für die anderen Chemnitzer gab es zahlreiche Preise, nicht nur materieller Art. Allein die Freude, Teilnehmer an dieser rundweg gelungenen internationalen Sportbegegnung gewesen zu sein, entschädigte für die Mühsal der weiten Anreise. Dem nächste Treffen, 2007 in Chemnitz, darf bereits entgegengefiebert werden…

 

10. Vereinsmeisterschaft des 1. Chemnitzer P.C.
11. September 2005

 

Zum zehnten Mal wurde die Vereinsmeisterschaft des traditionsreichsten Pétanque Clubs Sachsens ausgetragen, und zum Jubiläum war die erstaunliche Zahl von 8 Spielern (Peter, Matthias, Jürgen, Hubert, Dieter, Gerd, Hartmut und Detlef) und einer Spielerin (Petra) angetreten. Das war immerhin mehr als in vergangenen Jahren. Sollte das etwa ein Anzeichen für eine neue Blütezeit des Vereins sein?

Peter, offensichtlich von der Fuß- und Rückenmalaise genesen, die ihn daran gehindert hatte, die Vereinsinteressen beim Ligaspieltag zu unterstützen, machte einen hochmotivierten Eindruck. Gleich im ersten Spiel kam es für ihn gegen Titelverteidiger Detlef zu einer Nagelprobe, und er tat gut daran, zunächst einmal die Platzwahl zu gewinnen. Als Terrain wählte er die Schräglage gleich am Eingang des Schlossparks. Wie jedermann weiß, der einmal in Chemnitz gespielt hat, kommt es an dieser Stelle nicht nur auf spielerisches Können an (die Verwendung eines passenden Drives oder Dralls) sondern auch auf pures Glück: Hier gewinnt derjenige, dessen Kugel zufällig auf ein günstig im Weg gelegenes Steinchen auftrifft, das sie am Absturz in die Tiefe hindert…

Auf diesem Lotterieboden erwies sich Peter insgesamt als der Glücklichere (oder Geschicktere) und gewann mit 13:12. Damit waren dem Kranich die Flügel gestutzt, und er verlor noch eine weitere Begegnung mit diesem Alptraumergebnis: gegen Angstgegner Matthias. Da konnte dann auch ein zwischenzeitlicher Sieg gegen Jürgen den Abflug nicht verhindern…

In der anderen Gruppe setzten sich souverän Rekord-Vereinsmeister Hartmut sowie als Zweiter Geheimfavorit Gerd durch, der Dieter mit 13:2 entzauberte und den Vereins-Newcomer damit nach seinem Liga-Höhenflug wieder unsanft auf den harten Pétanque-Boden der Tatsachen zurückbeförderte…

Im Halbfinale konnte Matthias seine zuvor gezeigten Leistungen nicht bestätigen. Gegen Detlef hatte er hauptsächlich wegen seiner gelungenen Schüsse die Nase vorn gehabt, nun traf er plötzlich nicht mehr. Hartmut genügte eine durchschnittliche Leistung, um sich mit 13:3 klar durchzusetzen…

Spannender ging es im zweiten Halbfinale zwischen Peter und Gerd zu. Peter, der die Platzwahl diesmal verloren hatte, versuchte nach gewonnen Aufnahmen immer wieder, das Schwein in Richtung seiner geliebten Schräge zu werfen, und es gelang ihm, sich Schritt um Schritt voranzukämpfen. Gerd hielt dagegen, so gut er konnte, gewann verlorenes Terrain immer wieder zurück. Doch am Ende war alles Kämpfen vergeblich, er unterlag Peter mit 10:13…

Im Finale sorgte dann ein wolkenbruchartiger Niederschlag für eine unerwartete Störung. Doch ließen sich die wettererprobten CPC-Spieler hiervon nicht im Geringsten beeindrucken. Hartmut hatte die Platzwahl gewonnen und verlegte das Spiel auf eine fast ebene Fläche oberhalb der Treppe, was Peter eine Wanderung zu seinem Lieblingsterrain unmöglich machte. Dementsprechend musste der Favorit nicht einmal zu großer Form auflaufen, um unangefochten mit 13:9 zu siegen. Nach drei Jahren Pause war Hartmut wieder Vereinsmeister geworden, zum insgesamt fünften Mal…

 

2. PVT-Ligaspieltag, Nordhausen
4. September 2005

 

Nachdem Peter sich fußkrank abgemeldet hatte und auch Jürgen aufgrund eines Paris-Urlaubs nicht teilnehmen konnte, bekamen die Chemnitzer nur mit Mühe die erforderlichen sechs Spieler(-innen) für den Ligaspieltag zusammen. Das Triplette musste komplett neu formiert werden und setzte sich aus Petra, Gerd und Matthias zusammen, wobei letzterer nach ausgedehntem Spezialtraining den Part des Schießers übernahm. Wie gehabt stellten Hartmut und Dieter das Doublette, und Detlef spielte Tête-à-Tête.

Zusätzlich erschwert wurde der Abstiegskampf durch anfängliche Orientierungsschwierigkeiten: Das nagelneue Route Finding System, mit dem Matthias sein Auto ausgestattet hatte, versagte seinen Dienst und lotste die Chemnitzer über unwegsame und kurvenreiche Gebirgspfade ans Ziel! So erreichten sie nach Überquerung des Kyffhäuser Bergrückens Nordhausen erst mit Verspätung, und es war an ein geordnetes Einspielen nicht mehr zu denken…

Somit verwunderte die klare 0:3-Klatsche im ersten Spiel gegen Halle 2 niemanden ernsthaft. In der folgenden Partie gegen Leipzig konnte dann aber immerhin das Tête aufgrund einer “Selbstmordattacke“ von Frank Hellriegel in der letzten Aufnahme knapp mit 13:12 gewonnen werden. (Er hatte vergebens auf einen erfolgreichen Carreau-Schuss mit der letzten Kugel spekuliert!) Aber Doublette und Triplette gingen verloren, und so stand man in der dritten Runde gegen Jena mit dem Rücken zur Wand…

Da Jena die ersten Begegnungen ebenfalls verloren hatte, konnte hier bereits eine Vorentscheidung gegen den Abstieg fallen. Jena musste unbedingt geschlagen werden, dann wäre eine weitere Niederlage (im letzten Spiel gegen Gastgeber Nordhausen) unter Umständen zu verschmerzen…

Aber der Auftakt war nicht gerade verheißungsvoll. Detlef, der mit dem unebenen Nordhäuser Geläuf nicht klarkam und ungewohnterweise aus der Hockstellung heraus legte, ließ sich wiederum von Stefan Leisner den Schneid abkaufen und unterlag mit 9:13. Somit lagen alle Hoffnungen auf dem Doublette und dem Triplette…

Hier entwickelten sich unglaublich dramatische Kämpfe, bei denen Chemnitz am Ende jeweils knapp die Nase vorn hatte. Dabei schien insbesondere das Doublette bereits klar verloren. Hartmut und Dieter lagen bereits klar mit 8:12 zurück. Doch anschließend versagten Jena die Nerven, und sie verlegten in Serie. Die Chemnitzer konnten immerhin zwei ihrer Kugeln besser platzieren, und sie holten langsam auf…

In der nächsten Aufnahme gelingt Hartmut ein erfolgreicher Schuss, der allerdings die eigene, günstig gelegene Kugel mit wegräumt. Dieters anschließender Legwurf landet einen halben Meter hinter dem Schwein. Alles scheint verloren, denn Jena hat noch zwei Kugeln, Chemnitz nur noch eine…

Aber Torsten Hubel übertrifft Dieters Kugel nur knapp. Dieter behält bei seinem letzten Wurf die Nerven und legt knapp an die Sau. Nun kann Torsten mit seinem letzten Schuss den Sieg für Jena klarmachen…

Und er trifft! Aber leider räumt auch er die eigene Legkugel mit fort, sodass Dieters Halb-Meter-Kugel am Ende doch den Punkt macht. Es steht 11:12…

In der nächsten Aufnahme legt Jena knapp neben die Sau, aber Hartmuts Schuss kommt sauber und lässt die hinter dem Ziel befindliche eigene Kugel im Spiel. Jenas Leger gelingt es nicht, erneut den Punkt zu machen, und auch der Schießer versagt. Die anschließenden Legversuche scheitern ebenfalls. Nun hat es Chemnitz selbst in der Hand, das Match zu entscheiden…

Und gleich mit der nächsten Kugel beweist Dieter Nervenstärke und macht den dreizehnten Punkt. Jena ist besiegt und Chemnitz – wie sich anschließend herausstellt – gerettet. Selbst eine klare Niederlage gegen Nordhausen kann daran nichts mehr ändern. Den abschließenden Abstiegsthriller tragen Nordhausen und Jena aus, während Chemnitz sich bereits siegestrunken auf dem Heimweg befindet...

Die Abschlusstabellen der PVT-Ligen:

1. Liga:
1.Halle 2 6-2 17-7 +76
2.Leipzig 6-2 16-8 +51
3.Nordhausen 3-5 10-14 -11
4.Chemnitz 3-5 8-16 -73
5.Jena 2-6 9-15 -41

2. Liga:
1.Bibra 4-2 11-7 +18
2.Halle 1 3-3 10-8 +17
3.Weimar 3-3 8-10 -6
4.Reichenbach 2-4 7-11 -29

Halle 2 nimmt an der Deutschen Vereinsmeisterschaftsendrunde teil, Jena steigt ab in Liga 2, Bibra steigt in die 1. Liga auf.

 

18. Herbstturnier, Hof, 21 Doublettes
3. September 2005

 

Endlich war die Zugvogel-Saison beendet und der Kranich ins heimische Nest geflogen, sodass die altbewährte (oder doch eher nur alte?) Chemnitzer Lieblingsformation sich einer neuen Herausforderung stellen konnte…

Als weiteres Mitglied aus dem aufstrebenden PVT-Verband war Ruth aus Reinstädt nach Hof gereist und verbündete sich dort mit der Lokalmatadorin Lore Vecile. Alle anderen Stars und kleinere Sternchen aus dem Südosten der Republik hatten sich zur Harzer Trophee nach Nordhausen begeben bzw. glänzten auch dort durch Abwesenheit…
(Spielbericht “Harzer Trophee“: http://www.leipzigboule.de/news.htm)

Weiterhin waren aufgrund innerfränkischer Animositäten auch keine Spitzenspieler aus Nürnberg und Schweinfurt am Start, sodass das Teilnehmerfeld sich auf überschaubare 21 Doublettes beschränkte, für die nicht weniger als 19 Pokale bereitstanden: je 8 für A- und B-Turnier (für alle Halbfinalteilnehmer), sowie weitere drei für den unvermeidlichen Legewettbewerb…

Unter den Startern befanden sich auch einige Boule-Anfänger bzw. Fast-Neulinge, und eigentümlicherweise waren solche auch die Gruppengegner von Hartmut und Detlef im Poule. So traf man zunächst auf zwei Vertreter einer neugegründeten Spielgruppe aus dem nahegelegenen Wunsiedel, dann auf zwei junge Hofer, Jasmin und Tom, wobei sich letzterer als gebürtiger Chemnitzer entpuppte…

(Was Hartmut gleich zu einem – leider erfolglosen – Abwerbungsversuch veranlasste…)

Diese Gegner wurden klar in die Schranken verwiesen, beim zweiten Mal sogar mit Fanny, und so konnte man sich die Barrage sparen. Das war ein Glück, den hier wäre man auf ein vor Motivation sprühendes Kinderteam getroffen! So beschränkte sich der Kontakt mit diesem auf Gespräche in den Spielpausen, in denen die beiden Naseweise erstaunlicherweise wissen wollten, ob es sich bei den Chemnitzern eventuell um die Turnierfavoriten handelte…

Zu diesem Zeitpunkt fand man die Frage noch lustig, etwas später sollte sich jedoch überraschenderweise zeigen, dass die Kids mit ihrer Annahme nicht einmal so völlig unrecht hatten…

Um den Cadrage-Gegner, das erfahrene Boule-Ehepaar Rolf und Brigitte Matthes aus Hof (die Chemnitz-Open-Finalisten von 2004!) in Schach zu halten, benötigte man allerdings noch einen strategischen Trick: Man hatte die Kontrahenten während ihrer Barrage-Begegnung ausgiebig studiert und festgestellt, dass Schießer Rolf die “Schrappeltechnik“ bevorzugt. So lockte man die Konkurrenz nach gewonnener Platzwahl kurzerhand in ein unwegsames Waldgebiet, in dem Schrappelschüsse nicht zum Tragen kamen und gewann klar mit 13:5…

Im Viertelfinale benötigte man dann keine Tricks mehr. Der gegnerische Schießer, Uwe Großberger aus Augsburg, immerhin auf Platz 21 in der bayrischen Rangliste, erledigte alles selbst, denn erst in der letzten Aufnahme traf er die erste Kugel! Da war bereits alles zu spät, das Chemnitzer Doublette durch ein klares 13:2 ins Halbfinale eingezogen…

Hier traf man dann auf die wahren und unwidersprochenen Turnierfavoriten: Tita Vecile (Hof) und Daniel Wissmann (Furth im Wald). Nun war wieder taktisches Kalkül gefragt. So wählte man als Terrain ein mit größeren Steinen übersätes Areal aus und hoffte, dadurch den gegnerischen Leger ausgeschaltet zu haben. Und in der Tat, Daniel begann schon bald zu fluchen, während die Chemnitzer sich nicht schocken ließen und bis auf 12:7 davonzogen…

Nun war man nur noch eine Handbreit vom Finale entfernt, nur eine einzige zwingend gelegte Kugel konnte jetzt die Entscheidung bringen. Aber plötzlich flatterten beim Kranich nicht nur die Flügel, sondern auch die Nerven, und auch Hartmut konnte nichts mehr ausbügeln. Man kassierte einen bitteren Fünfer-Pack, und verlor dann auch noch die letzte Aufnahme…

Immerhin, man hatte zwei der riesigen Pokale an Land gezogen und der umfangreichen Sammlung hinzufügen können. Trotzdem verfolgte man das Endspiel mit doch recht langen Gesichtern. Die Finalgegner, die um ein Haar die eigenen gewesen wären, der altbekannte Michael Hahn, Ex-Leipziger und Neu-Further, und sein Partner Hanns Sack aus Hof, die in der Vorschlussrunde Ruth und Lore besiegt hatten, erwischten diesmal einen etwas schwächeren Moment und unterlagen Tita und Daniel klar mit 4:13.

 

11me Concours de Doublettes Trinational, Görlitz, 38 Doublettes
2. Juli 2005

 

Unter den anwesenden Doublettes waren elf polnische und immerhin auch zwei französische (aus Amiens) vertreten, und so konnte sich das Görlitzer Traditions-Turnier auch diesmal wieder voller Stolz “Trinational“ nennen…

Also kamen die restlichen 25 Mannschaften aus Deutschland, einige davon aus Berlin, die meisten aber aus dem PVT-Bereich. Halle, Leipzig und Reichenbach stellten das Gros der Teilnehmer, aber auch Chemnitz hatte diesmal immerhin zwei Doublettes am Start…

Nachdem sie beim Leipziger Pastis-Turnier zumindest phasenweise stark gespielt und sich am Ende nach zwei unglücklich in der jeweiligen Schlussphase erfolgten Auftaktniederlagen noch auf Platz 8 vorgekämpft hatten (Turnierbericht und –ergebnis Pastis: http://www.leipzigboule.de/news.htm), rauften sich Hartmut und Detlef auch für Görlitz wieder zusammen und stellten das Team Chemnitz I. Peter und Dieter hingegen, die erstmals bei einem Turnier zusammenspielten, versuchten als Chemnitz II ihr Glück.

Die Losfee meinte es gut mit Chemnitz I und stellte als Auftaktgegner ein deutsch-polnisches Pärchen bereit, Hans und Malgorzata. Zumindest letztere erwies sich als blutige Anfängerin, teilweise mussten ihr sogar die Regeln erklärt werden. Hartmut erwähnte sogleich, dass man bereits “seit einigen Jahren“ Boule spiele, und fortan galt man als “Profis“. Aber auch als solche leistete man sich die eine oder andere Schwäche und ließ immerhin sechs Punkte zu…

Die nächsten Gegner waren von anderem Kaliber: Diana aus Leipzig hatte sich mit dem Reichenbacher Ivo zu einer, allein schon rein optisch beeindruckenden Power-Kombination zusammengefunden…

Warum aber wollten sie ausgerechnet auf einem steinübersäten Hang spielen? Da hatten sie zuvor ihr Spiel gegen ein polnisches Duo zwar gewonnen, aber, wie sie selbst zugaben, “nur durch Glück“…

Hartmut und Detlef hingegen merkten recht bald, dass man diesem Terrain durch überlegtes taktisches Spiel durchaus beikommen konnte. Eine besondere Rolle kam hierbei dem perfekten Schweinchenwurf zu. Hartmut beförderte das Borstentier so geschickt auf einen ausgesuchten Punkt, dass der Kranich nur noch das vorprogrammierte Donné genau treffen musste, um ein Höchstmaß an Präzision zu erreichen. Da konnte der Gegner nur Beifall klatschen, Fehlschüsse von Ivo taten ein übriges, und ein ungefährdeter 13:5-Sieg war in chemnitzunüblicher Zeit die unvermeidbare Folge…

Damit hatte man sich eine Pause verdient, die dann aber durch eine frühe Cadrage-Einteilung bei noch nicht beendeten Barrages jäh unterbrochen wurde. Man vermied so zwar ein Freilos, hatte aber auch einen Nachteil gegenüber den meisten Barrage-Gewinnern, die direkt ins Achtelfinale vorstießen.

Die einzigen Barragisten, die dennoch ins Cadrage mussten, waren Sandra und Veikko, die Newcomer aus Halle. Ausgerechnet sie trafen auf die Chemnitzer, die ihren Lauf ungebremst fortsetzten und klar mit 13:3 dominierten…

Dann aber kam doch wieder, wie zuletzt in beinahe jedem Turnier, ganz zuverlässig der Absturz. Im Achtelfinale ging es gegen Berliner, Ilona Schmerbach und Andreas Moritz. Diese waren den Chemnitzern bislang zwar unbekannt, hatten aber beim letztjährigen Großen Preis von Berlin immerhin das Viertelfinale erreicht…

Nicht die Tatsache, dass verloren wurde, sondern die Art und Weise stimmt betrüblich. Hatte man bis zum 1:4 noch einigermaßen mithalten können und sogar einige Chancen gehabt, das Punktkonto noch zu erhöhen, so brachen hinterher sämtliche Dämme. Man fühlte sich leg- und schusstechnisch dem Gegner einfach nicht mehr gewachsen, kassierte nacheinander einen Dreier- und Viererpack, und am Ende stand es 1:13…

Chemnitz II war unterdessen schon fertig, Peter und Dieter hatten ihr Cadrage verloren. Mariola und Wladyslaw, eine Kombination aus Dzierzoniow, dem polnischen Reichenbach, waren die Endstation…

Diese wiederum scheiterten im Achtelfinale an den Leipzigern Thomas und Jens. Im Viertelfinale nahmen die “Lieblings-Leipziger“ es dann noch einmal mit Chemnitz-Bezwingern auf und forderten Andreas und Ilona. Wie diese und die anderen Partien der noch im Turnier befindlichen PVT-Spieler aus Leipzig, Halle und Reichenbach ausgingen, wollten die Chemnitzer dann nicht mehr miterleben und fuhren kleinlaut nach Hause…

Was sie nicht erfuhren, kann aber unter http://www.leipzigboule.de/news.htm nachgelesen werden. Es lohnt sich!

 

1. PVT-Ligaspieltag, Halle
12. Juni 2005

 

Da einige der Entscheidungsträger des Thüringen-Verbandes den Turnierkalender als zu aufgebläht erachteten, beschlossen sie kurzerhand, das Jahrespensum um einen Ligaspieltag zu kürzen, was eine Zweiteilung der Liga zur Folge hatte. Für Chemnitz hätte sich dies beinahe fatal ausgewirkt, hatte man doch die Vorjahressaison nur auf Platz 6 (unter 10 Mannschaften) beendet. Zum Glück zogen die besser platzierten Reinstädter ihre Mannschaft zurück, somit rutschte Chemnitz noch gerade so hinein in Liga 1…

Hier galt man dann freilich als Abstiegskandidat Nummer 1 und wurde sogar als “Luschenteam“ verunglimpft. Und dieser Weg schien nach der deutlichen Auftaktschlappe gegen Halle II auch klar vorgezeichnet…

Trotzdem hielt man an der vereinbarten Startaufstellung fest, und siehe da, es erfolgte ein kaum für möglich gehaltener Aufschwung. Gegner in der zweiten Runde war Leipzig, der Klassenprimus des letzten Jahres, der aber schmerzliche Verluste hatte hinnehmen müssen, denn die “Gastspieler“ aus Halle, Christian und Micha, verstärkten nun wieder ihre Heimmannschaft…

Somit stellte Leipzig nur eine “Bank“, die Doublette-Könige Thomas und Jens, die dem neuformierten Chemnitz-Duo Hartmut und Dieter auch eine klare 13:3 Niederlage verpassten. Damit hatten sie ihr Pulver jedoch schon verschossen und mussten sich nun damit begnügen, auf anderen Plätzen zu kiebitzen. Beim Tête à Tête kamen sie gerade rechtzeitig, um die entscheidenden Würfe mitzuerleben, denn zwischen Detlef und Frank stand es 12:12. Detlef befand sich gerade mitten in der Konzentrationsphase, um die erste Kugel zu legen, da holte Thomas zum psychologischen Tiefschlag aus: Er verkündete laut das Doublette-Ergebnis und berichtete außerdem von einem für Chemnitz vernichtenden Zwischenstand im Triplette…

Das war genau die falsche Taktik: Der Kranich fühlte sich nun erst recht angestachelt und legte seine Kugel direkt neben die Sau. Frank reagierte mit Fehlschüssen, und somit stand es im sächsischen Städtevergleich 1:1…

Sollte dieser knappe Tête-Erfolg der Grundstein zum Sieg in der Begegnung sein? Mit gemischten Gefühlen schlich Detlef zum Triplette-Schauplatz, konnte sich dann aber dort gleich davon überzeugen, dass Thomas nur geblufft hatte: Die aus Peter, Petra und Jürgen gebildete Chemnitzer Mannschaft steuerte einem unglaublichen 13:1-Erfolg entgegen. Damit war die Sensation erreicht, der Champion entthront!

Trotzdem wurden die Chemnitzer von ihrem nächsten Gegner, den Nordhäusern, immer noch verächtlich über die Schulter angesehen. Sie hatten aber jetzt Lunte geleckt und vor allem viel Selbstvertrauen getankt. Insbesondere der Kranich, der dem DM-Tête-Endrunden-Teilnehmer Peter Mehne eine historische 13:0-Schlappe verpasste. Spannend machte es diesmal das Triplette, das einen Rückstand noch umbog und dank einer “Wunderkugel“ von Jürgen 13:12 siegte. Da konnte dann auch die zuvor erlittene Niederlage des Doublettes (gegen Stefanie und Sebastian) nicht mehr schmerzen…

Nun war das Unglaubliche möglich geworden und man träumte bereits von der Tabellenführung. Dazu musste freilich zunächst noch Jena aus dem Weg geräumt werden…

Detlef ging voller Zuversicht ins Tête, zumal er erfahren hatte, dass sein Gegenspieler Stefan Lenzner bisher sieglos geblieben war und anscheinend mit dem harten Legboden am Saaleufer nicht zurechtkam. Ein gewonnener Dreierpack gleich in der ersten Aufnahme schien ihn zu bestätigen…

Dann allerdings musste er erfahren, dass sich Geschichte einfach nicht wiederholen lässt. Obwohl er auf dem gleichen Platz spielte wie zuvor gegen Peter und auch die gleiche Taktik anwandte, kamen seine Kugeln diesmal nicht halb so gut. Sein Gegner spielte zwar auch nicht überragend, aber seine Leistung war ausreichend, und so kam Stefan am Ende zu einem 13:10-Erfolg…

Auch das Triplette verlor diesmal, dafür gelang es Hartmut und Dieter (nach einem taktischen Wechsel: Hartmut hatte den Part des Schießers übernommen) endlich, ihr erstes Match zu gewinnen. Alles in allem stand aber am Ende eine Niederlage auf dem Spielberichtsbogen, und so nimmt Chemnitz nach dem ersten Spieltag doch nur den vorletzten Platz ein, knapp vor Überraschungs-Schlusslicht Nordhausen…

1.Runde:
Chemnitz-Halle II: 0:3
Nordhausen- Leipzig: 0:3
spielfrei: Jena

2.Runde:
Chemnitz-Leipzig: 2:1
Jena-Halle II: 2:1
spielfrei: Nordhausen

3.Runde:
Jena-Nordhausen: 1:2
Leipzig-Halle II: 1:2
spielfrei: Chemnitz

4.Runde:
Leipzig-Jena: 2:1
Chemnitz-Nordhausen: 2:1
spielfrei: Halle II

5.Runde:
Chemnitz-Jena: 1:2
Nordhausen-Halle II: 0:3
spielfrei: Leipzig

Tabelle:
G V S N Ergebnis Diff.
1. Halle II 3 1 9 3 140:108 +32
2. Leipzig 2 2 7 5 128:119 +9
3. Jena 2 2 6 6 131:127 +4
4. Chemnitz 2 2 5 7 107:125 -18
5. Nordhausen 1 3 3 9 118:144 -26

 

5. Concours de Pétanque, Weimar, 24 Teams
21. Mai 2005

 

Der “Concours de Pétanque“ war wiederum als Spaßturnier konzipiert, anders als in vergangenen Jahren gab es aber diesmal kein Mêlée, stattdessen konnte man wahlweise als Doublette oder Triplette melden…

Die Chemnitzer zauberten Gerd aus dem Hut und meldeten überraschenderweise als Triplette. Sie hatten somit de facto zwei Leger und einen Schießer, aber keinen klassischen Milieu…

Natürlich sollte der Spaß im Vordergrund stehen, und man wollte möglichst relaxed spielen, aber alle guten Vorsätze waren schnell über den Haufen geworfen, denn gegen die starken Auftaktgegner, Stefanie und Ralf, wollte man naturgemäß möglichst gut abschneiden…

Das gelang freilich nur am Anfang: Die Nordhäuser, die gerade erst aus dem Auto gestiegen waren, ließen eine Chemnitzer 8:0-Führung zu, bevor sie endlich aufwachten und ihrem Gegner eine technische Fanny verpassten…

Das war entmutigend, aber im nächsten Spiel gegen die Hummelshainerinnen Rebecca und Tina konnte man dann endlich entspannt aufspielen und trotzdem klar gewinnen…

Gegen die Gegner der dritten Runde war dies dann nicht mehr möglich. Volker Drusche und Peter Adrion, die Weimar-Bibraer Spielgemeinschaft, legten ein Höllentempo vor und lagen nach zwei Aufnahmen bereits 8:0 in Front. Detlef und Gerd ließen sich derart schocken, dass sie vor Schreck beinahe alle ihre Kugeln verlegten. Hartmut, der als einziger Normalform erreichte, konnte mit seinen zwei Kugeln auch nicht mehr viel retten, und so stand nach nur fünf Aufnahmen ein betrübliches 1:13 in den Chemnitzer Annalen…

Nun wollte man sich gegen relativ unbekannte Jenaer wieder aufbauen, aber auch das war kein Selbstgänger. Bärbel ließ beim Legen zwar meistens relativ viel Platz, aber ihr Mitspieler sorgte durch mindestens eine perfekte Kugel pro Aufnahme für erbitterten Widerstand…

Wer war eigentlich dieser Mitspieler? Laut Weimarer “Ergebnisdienst Presse“ heißt er “Jaque“, könnte also korrekterweise auch “Jacques“ heißen. Auf der Rückseite seines Trikots war jedoch, unterhalb der Glücksnummer 13, die verdeutschende Form “Schack“ aufgedruckt…

Trotz des Widerstandes und eines zwischenzeitlichen 5:9-Rückstands hatte Chemnitz in den letzten Aufnahmen wiederholt die Chance, den Sack zuzumachen, aber hier betätigte sich diesmal Hartmut als Erfolgsbremser. So kam es, wie es kommen musste: Nach 12:9-Führung kassierte man einen Dreierpack. In der absolut letzten Aufnahme legte Gerd eine “zwingende 13“. Doch Schack/Jaque/Jacques gelang anschließend ein lupenreines Carreau. Die folgenden Schüsse von Hartmut verfehlten ihr Ziel. Detlef gelang es dann zwar noch, die Kugel ein wenig zu drücken, doch der anschließende Legwurf verfehlte um einige Millimeter das Ziel. Das war Glück für Jena, denn wie Schack… anschließend zugab, hätte er sich einen weiteren Wurf aufgrund der großen Nervenanspannung nicht mehr zugetraut…

Somit hatte man wenigstens ein spannendes Spiel an diesem Tag erlebt. Das abschließende, gegen Bernd aus Bibra und einen Franzosen aus Jena namens Simon, verlief dann wieder recht einseitig, diesmal allerdings hatte Chemnitz mit 13:2 die Nase vorn…

Man konnte also relativ zeitig nach Hause fahren, während das Turnier nach den fünf Schweizer Runden noch ins Halbfinale ging. Hier das offizielle Ergebnis, übermittelt von Volker:

1 Reiner Pfeifer/Reinhard Mielchen (Krofdorf/Ehringshausen)
2 Katrin Pfeiffer/Christian Puttkammer (Jena/Halle)
3 Jürgen Wobser/Christian Hendrich (Weimar)
3 Marco Staudt/Uwe Pfeiffer (Krofdorf)
5 Norbert/Dieter (Halle)
5 Niklas/Thorsten (Jena)
7 Tom/Axel (Weimar/Halle)
8 Stefanie/Ralf (Nordhausen)
9 Peter M./Sebastian (Nordhausen)
10 Peter A./Volker (Bibra/ Weimar)
11 Bärbel/Jaque (Jena)
12 Ruth/Ingo (Reinstädt)
13 Thomas/Jens (Hummelhain/Bibra)
14 Maik/Hartmut/Gundolf (Halle)
15 Hartmut/Detlef/Gerd (Chemnitz)

 

DM Qualifikation, Reichenbach/Oberlausitz, 11 Doublettes
7. Mai 2005

 

Parallel zur Quali fand der Via-Regia-Cup statt, den Hartmut und Detlef vor zwei Jahren gewonnen hatten, und bei dem Hartmut im letzten Jahr zusammen mit Micha immerhin Dritter wurde. Sollte man die gute Tradition nicht fortsetzen?

Aber die Unvernunft setzte sich durch, man meldete zur Quali. In irgendwelchen hinteren Gehirnwindungen hatte sich womöglich der Gedanke festgesetzt, man könne, bei optimalem Verlauf, eventuell den zweiten Platz schaffen. Der erste schien ja bereits vergeben, denn mit Jens und Micha hatten sich die derzeit besten PVT-Spieler zu einer unschlagbaren Power-Kombination zusammengefunden…

Offiziell hieß es dann allerdings: „Wir wollen die starken Gegner nur etwas ärgern!“ Dieser Vorsatz ging allerdings schon in der ersten Partie vollkommen in die Hose. Maik und Gundolf warfen beim ersten zaghaften Vorstoß einiger Sonnenstrahlen sogleich ihre Winterkleidung ab, und hervor kamen nagelneue, strahlend-blitzende Polizeihemden. Die Chemnitzer waren geschockt und ließen sich willenlos abführen…

Der Schockzustand setzte sich fort, als in der nächsten Partie gegen Wilfried und Uwe in der ersten Aufnahme gleich ein möglicher Sechserpack verpasst wurde. Hartmut brachte einige gegnerische Kugeln wieder ins Spiel, und so sprangen nur magere zwei Pluspunkte heraus. Danach wurden die Bibraer stärker, während die Chemnitzer deutlich nachließen. Kurz vor Schluss gelang dann zwar noch einmal ein Fünferpack, aber dieses letzte Aufbäumen konnte die 11:13-Niederlage letztlich nicht mehr verhindern…

Damit waren die absurden Qualifizierungswünsche endgültig ad acta gelegt. Aber eigentümlicherweise zeigten die Chemnitzer ausgerechnet jetzt ihr bestes Boule. Gegen die amtierenden Chemnitz Open Champions Stefanie und Ralf (Nordhausen) gelang es ihnen endlich zu “beißen“. Besonders Hartmut lief zu großer Form auf und räumte Stefanies noch so gut gemeinten Legversuche unerbittlich aus dem Weg. So gelang ein 13:9 gegen einen starken, am Ende sehr enttäuscht dreinblickenden Gegner…

Nun folgte gleich noch ein weiterer Siegpunkt, denn man erhielt ein Freilos. Anschließend wurde den Chemnitzern dann aber gnadenlos der derzeit herrschende Leistungsunterschied aufgezeigt. Man wurde hochgelost und bekam es mit niemand anderem als den bis dahin ungeschlagenen Jens und Micha zu tun. Diese hatten nur in der Partie gegen die Nordhäuser Peter und Sebastian eine Zeitlang geschwächelt, ansonsten aber einen so souveränen Durchmarsch hingelegt, dass selbst die Polizei nichts gegen sie ausrichten konnte. Und nachdem die Chemnitzer in der ersten Aufnahme drei mögliche Punkte durch schwache Schüsse liegengelassen hatten, ging auch für sie “Land unter“. Mit Mühe konnten sie noch die Fanny verhindern, das war’s auch schon, und es ging schnell heimwärts…

Da es am Ende dann doch nur einen Startplatz für den PVT-Verband gab (im letzten Jahr waren beide Doublettes bei der DM in der ersten Runde rausgeflogen), werden in diesem Jahr also nur Jens und Micha unseren Verband vertreten. Maik und Gundolf wurden zwar Zweite, schauen aber dennoch in die Röhre. Stattdessen werden 154 Baden-Württemberg-Doublettes an der DM teilnehmen (oder so ähnlich). Na klar, in BW kennt ja auch niemand den Pétanque-Sport, da ist Promotion dringend erforderlich…



4 Turniere in Orech/CZ: Malý nocní pivní turnaj, 9.Prvomájové koule Barona Prášil, O cop Barona Prášila, Májové prasátko. Oder: "Die Jagd nach den Zöpfen"
29. April - 1. Mai 2005

 

Wieder waren Hartmut und Detlef als einzige Chemnitzer angereist, hinzu kamen jede Menge Hallenser und Leipziger…

Die Leipziger drückten dann auch der Auftaktveranstaltung am Freitag, dem “kleinen Bierturnier“, ihren Stempel auf. Das von Jens, Thomas und Frank gebildete Triplette gewann unangefochten und konnte im Bier baden. Hartmut und Detlef verstärkten sich durch Helmut, einen weiteren Leipziger, belegten einen achtbaren neunten Platz, der sie nur knapp vom Viertelfinale ausschloss, gratulierten höflich den Siegern und durften anschließend mitfeiern…

Der nächste Tag sollte auch für sie Erfolge bringen. Das auf 96 Doublettes limitierte 9. Baron Münchhausen-Turnier war wieder gut besetzt, die gesamte tschechische Elite war am Start, dazu einige Dänen, Schweizer, in Tschechien lebende Franzosen, sowie aus Deutschland die bereits erwähnten PVT-Spieler.

Und die Chemnitzer wollten es diesmal wissen. Gleich zum Auftakt besiegten sie die Tête de Série ihrer Gruppe, Miroslav Mužík und Iva Valenzová aus Karlovy Vary, die in der tschechischen Rangliste die Plätze 12 und 20 belegen. Ein zweiter Sieg folgte, diesmal gegen eine Studentenmannschaft, dann allerdings gab es zwei knappe Niederlagen: zunächst 10:13 gegen Jirí Vašícek und Julie Vašícková vom PC Kolová und anschließend 12:13 in einem denkwürdigen Match gegen Rubi Gorrono Lopéz (POP Praha), der sich diesmal mit Blanka Doubravová verstärkt hatte und auf Revanche für die erlittene Niederlage im Golden Boule Turnier brannte. Dennoch hatte man noch die Chance, sich im Play-Off doch noch fürs A-Turnier zu qualifizieren, aber auch hier unterlag man knapp, 10:13 gegen Milan und Filip Bayer vom PC Austerlitz 1805…

Also spielte man B, dachte man zumindest, doch eigentlich war es ja ein ganz neues Turnier: “O cop Barona Prášila“, in dem es für die Sieger jeweils einen auf eine Siegestafel angebrachten Zopf des Baron Münchhausen zu gewinnen gab. Dieses Turnier hatten die Chemnitzer im Vorjahr gewonnen, dann allerdings waren ihnen die Zopf-Trophäen mitsamt Auto gestohlen worden, ihr erinnert euch sicher noch…

Die Chemnitzer hatten den entgangenenen Siegespreisen ein Jahr lang nachgetrauert, ihr Verlust wog schwerer als der von Hartmuts Auto oder von Detlefs Filmkamera. Doch dann hellten sich ihre Mienen schlagartig auf, als nämlich Turnierorganisator Vladimir Glaser plötzlich eine Nachbildung der verlorenen Tafeln vor ihre verdutzten Augen hielt. Damit hatte man den ersten Pokal schon gewonnen, und die Moral stieg spürbar. Jetzt wollte man auch noch den zweiten Zopf!

Zuvor hatten die Götter den Chemnitzern allerdings Helmut und Frank in den Weg gestellt. Diese erwiesen sich als die erwartet starken Gegner und hatten eigentlich auch schon fast gewonnen, bevor in einer unglaublichen Energieleistung das Blatt noch gewendet werden und ein knapper 13:12-Sieg auf die eigenen Fahnen geschrieben werden konnte…

Gespielt wurden drei Runden Schweizer System, und nur die besten vier qualifizierten sich für die Endrunde. Die Chemnitzer wussten also, dass sie Außergewöhnliches bieten mussten, sollte der Zopfraub ein zweites Mal gelingen…

Im nächsten Spiel ging es gegen eine Zufallskombination, David Ouedraogo von POP Praha, dessen Vater Afrikaner ist, sowie gegen den Schweizer Luciano vom PC Raperswill. Dieser hatte sich am Morgen mit seinem Partner Rolf Straumann dermaßen gestritten, dass der den Bouleplatz kurzerhand verlassen hatte und Luciano mit drei Kugeln weiterspielen ließ…

Das erinnerte Detlef an vergleichbare Gedankenspiele, aber diesmal bestand für einen Streit mit Hartmut absolut kein Anlass. Denn Hartmut wuchs über sich hinaus, schoss plötzlich drei Carreaus hintereinander. Das inspirierte auch Detlef, er legte in dieser Partie immer häufiger die von Hartmut geforderte “zwingende Kugel“. Das Ergebnis war ein unangefochtener 13:2-Erfolg…

Und auch gegen die Lokalmatadoren Leander Leisky und Patrik Fuksa hielt der Erfolgsrausch an und man siegte unangefochten mit 13:6. Man lag nun auf Platz 2 der Zwischenwertung und hatte das Halbfinale erreicht…

Nun fehlte nur noch ein kleiner Schritt bis zum ersehnten Zopf. Zunächst jedoch gab es einen empfindlichen Rückschlag: gegen Vladimir Husák und Pavel Hodbod’ von Carreau Brno hatte man nicht den Hauch einer Chance: 2:13…

Deswegen musste man jedoch noch nicht zopflos aus dem Turnier gehen. Es ging ins Spiel um Platz 3, und nur der Sieger würde ein Haarteil mit nach Hause nehmen können. Die Gegner waren wieder Kores und Kores, Jirí senior und Jirí junior, gegen die man in Loket knapp mit 12:13 verloren hatte…

Es wurde ein hartes Match. Der kleine Jirí, dessen Schusstechnik auffallend der unseres PVT-Micha ähnelt, traf fast immer und glich damit die eher durchwachsene Legleistung seines Vaters aus. Doch die Sehnsucht nach dem Zopf verlieh ungeahnte Kräfte. Am Ende erwiesen sich die Chemnitzer als nervenstärker, gewannen mit 13:9 und nahmen jubelnd die Preise entgegen. Sie hatten zwei Zöpfe an einem Tag gewonnen, eine in der Pétanque-Geschichte sicher einmalige Ausbeute…

Damit war die Flasche aber auch schon leer. Am nächsten Tag, beim “Májové prasátko“-Turnier, zu dem sich 29 Doublettes eingefunden hatten, konnte der Hebel nicht wieder umgelegt werden. Dabei sah es im ersten Spiel lange gut aus. Man führte klar mit 11:7, aber dann gelang dem Gegner ein Sechserpack. Das war’s. Den anschließenden Gegnern, durchweg PVT-Spieler, gewährte man großzügig “Aufbauhilfe“ und belegte am Ende einen nicht erwähnenswerten Platz…



4. Leipziger Stadtmeisterschaft, 28 Doublettes
23. April 2005

War die Hofer Stadtmeisterschaften noch zu einem eindrucksvollen Beweis der neugewonnenen Stärke des PVT-Verbandes geraten, so verhielt es sich diesmal genau umgekehrt: Das bajuwarische Imperium schlug zurück! Die erfolgsgewohnten Leipziger Thomas und Jens konnten gerade noch die Siegprämie für das B-Turnier abstauben, und das war’s dann auch schon mit der vermeintlichen sächsisch-thüringischen Vorherrschaft…

Der Überraschungs-Coup gelang den BPV-Spielern durch das Ausspielen einer gänzlich neuen Trumpfkarte: Zwei Schweinfurter namens Ludwig, die bisher, jedenfalls von den Chemnitzern, noch bei keinem Turnier gesichtet worden waren und auch in keiner Rangliste zu finden sind, spielten alles in Grund und Boden und entschieden das innerfränkische Finalduell im A-Turnier gegen Tita und Torsten aus Hof…

Unterdessen setzte der sportliche Abstieg der Chemnitzer sich fort. Hatten sie im letzten Jahr noch das B-Turnier gewonnen, so reichte es diesmal nur zu Platz drei in selbigem Turnier, wodurch eine Prämie von sage und schreibe zehn Euro abgefasst werden konnte. Thomas und Jens waren im Halbfinale unüberwindbar und zeigten Hartmut und Detlef ihre derzeit klar erkennbaren Grenzen auf…

Deren Gesamtbilanz: 4 Siege (davon ein äußerst knapper und lange nicht für möglich gehaltener im Spiel um Platz 3 des B-Turniers gegen die Hallenser Dieter Kropp und Anja Föckel) und 3 Niederlagen, zwei davon in der Vorrunde: die erste gegen die Hallenser Nachwuchsspieler Marius und Fabian, die erstaunlich gut mit dem für sie ungewohnten weichen Terrain zurecht kamen, auf das Detlef sie nach der Platzwahl gelockt hatte, die zweite dann gegen zwei alte Haudegen aus Leipzig: Dieter Stehr und Rolf Hartwig. Da war man doch etwas enttäuscht, denn nach dem souveränen Auftaktsieg, immerhin gegen Lore Vecile und deren Partner Dieter Büttner (Aschaffenburg) hatte man sich eigentlich zumindest die Teilnahme am A-Turnier ausgerechnet…

Wenigstens an der Verhandlungsfront konnte noch ein Erfolg verbucht werden: Oben erwähnter Dieter Büttner, der im Tal der Boule-Ahnungslosen (Dresden!) wohnt, wird demnächst in der Liga für Chemnitz an den Start gehen!



Turnier "O Tlustou Bertu", Loket/CZ, 51 Doublettes
16. April 2005

Zum dritten Mal hintereinander fand dieses vom CP Vary ausgetragene Turnier vor der atemberaubenden Kulisse der auf einem spektakulären Felsmassiv stehenden mittelalterlichen Burg Loket (Ellbogen) statt. Wieder hatte sich ein Großteil der tschechischen Elite zum Wettkampf eingefunden und wieder sorgten die beiden Chemnitzer Hartmut und Detlef für das internationale Flair…

Die Partien der Vorrunde fanden für die Chemnitzer auf hartem Terrain auf den Uferwegen entlang der Eger statt. Dabei traf man zunächst auf einen weiteren Vertreter aus dem “Valenz-Imperium“, mit dem man sich in der Vergangenheit schon einige harte Duelle geliefert hatte: Katarina Valenzova, die Nummer 5 der tschechischen Rangliste. Sie hatte sich diesmal mit Hana Vachovková verbündet, die 2004 beim MDZ Open in Orech an der Seite von Katarinas Vater Pavel im Halbfinale gegen die Chemnitzer unterlegen war…

Das schien ein gutes Omen zu sein, und in der Tat hatte Hana mit dem Legen wiederholt Probleme, sodass die Chemnitzer sich in aussichtsreiche Positionen bringen konnten. Hinzu kam, dass Katarinas Schüsse überraschend ihr Ziel fast durchweg verfehlten. Aber dafür waren ihre Legwürfe sensationell, zogen teilweise die Sau hin zu den weit nach vorn gelegten Legkugeln ihrer Partnerin, sodass die Chemnitzer wiederholt keine Antwort wussten und die Partie mit 8:13 abgaben…

Die nachfolgenden Partien zeigten dann einen deutlichen Formanstieg. Detlef fand sich zunehmend besser auf dem Legboden zurecht, Hartmuts Schüsse trafen wiederholt. Die Gegner, zunächst zwar nur bessere Hobbyspieler aus Karlovy Vary, dann aber auch eine nicht einmal schwache Kombination aus Cheb, wurden mit 13:1 und 13:5 klar in die Schranken verwiesen. Damit hatten die Chemnitzer bei fünf Teilnahmen zum fünften Mal das A-Turnier des Tlusta Berta-Turniers erreicht…

Würde nun aber endlich auch mal ein “großer Wurf“ gelingen? Die Top-Platzierung war bisher ein 5. Rang 2001 gewesen, damals noch auf dem Vorplatz des Hotel Imperial in Karlovy Vary…

Verheißungsvoll ging es weiter. Hartmut hatte die Gegner des Sechzehntelfinales (Karel und Pavel Kresák aus Zavlekov) auf den selben Platz gelockt, auf dem man sich hinreichend eingespielt hatte. Detlef legte sensationell, was einmal sogar ein Schulterklopfen des Gegners zur Folge hatte. In der nächsten Aufnahme zog er sich dann jedoch den Zorn seines Mitspielers zu, als er eine Chance für Schluss leichtfertig verschenkte: Statt den riesigen, durch Hartmuts Gesten klar angezeigten Raum auf der linken Seite zu nutzen, steuerte er unerklärlicherweise das Ziel durch die Mitte an und brachte dadurch dadurch eine gegnerische Kugel wieder ins Spiel. Aber auch trotz dieser Verzögerung sprang schließlich ein unangefochtener 13:2-Sieg heraus...

Das gab Anlass für höchste Träume. Doch dann kam wieder einmal alles anders als gedacht…

Im Achtelfinale drehten die Gegner nämlich den Spieß um und lockten ihrerseits die Chemnitzer auf “ihr“ Terrain. Das befand sich an einem Steilhang, am Rande des Felsmassivs, und war über und über mit Steinen übersät. Dennoch war Hartmut hoffnungsvoll gestimmt. Er vertraute seinem Leger, denn dieser sollte hier seine immer wieder geübten Hochportée-Würfe doch wohl effektiv einsetzen können…

Im Hintergrund setzten gerade einige Kletterspezialisten dazu an, eine nahezu senkrechte Felswand zu erklimmen. Das schien ein äußerst gefährliches Unterfangen zu sein, mit unsicheren Erfolgsaussichten. Doch am Ende ereilte der Absturz nicht sie, sondern die Chemnitzer…

Möglicherweise verursacht durch unglücklich herumliegende Steine misslangen Detlef einige Würfe, und er begann sich zu fragen, ob die Hochportée-Technik hier überhaupt angebracht war. Vielleicht hatte er aber auch zu lange auf dem harten, flachen Terrain gespielt, dass er den technischen Ablauf der Würfe schlichtweg vergessen hatte. Wie dem auch sei, die Folge waren einige Aufnahmen, bei denen keine seiner Kugeln an den gewünschten Stellen liegenblieb. Hartmut nahm dies zornesrot zur Kenntnis, tanzte wie ein HB-Männchen feixend durch die Luft, und brachte dadurch seinen Adrenalinspiegel so sehr in Wallung, dass auch er mindestens seine nächsten beiden Kugeln verlegte. Mit einer solchen unterirdischen Leistung war natürlich kein Blumentopf zu gewinnen, geschweige denn ein Pokal, und so unterlag man den Gegnern (Jirí Vašícek und Václav Chalupecký vom PC Kolová) folgerichtig klar mit 2:13…

Bei jedem anderen Turnier wäre man jetzt kleinlaut nach Hause gefahren, hier jedoch waren noch die Play-Offs für den neunten Platz zu bestreiten. Aber es war schwierig, sich jetzt wieder auf die neue Aufgabe zu konzentrieren, obwohl man jetzt erneut auf dem gewünschten Platz am Flussufer spielen konnte. Erst nachdem es 4:12 für den Gegner stand (Jirí Koreš, Senior und Junior, vom PC Ceské Budejovice), riss man sich endlich zusammen und kämpfte sich Punkt um Punkt heran. Dann die vorentscheidende Aufnahme, Spielstand ist inzwischen 11:12: Detlef legt die Kugel an die Sau, der Gegner schafft es dann, zwei seiner Kugeln ebenfalls an die Sau zu legen, aber nur Detlefs Kugel liegt press. Es bietet sich somit ein “Atomziel“ von drei fetten und breiten Kugeln mitsamt Sau, die auch der blindeste Schütze problemlos wegräumen müsste, um so das Spiel zu entscheiden. Aber irgendwie schafft es Hartmut dann doch, dreimal das Ziel zu umgehen. Es bleibt somit beim Spielstand von 12:12. Wutschnaubend übernimmt Hartmut die Verantwortung für die sich abzeichnende Niederlage. Das allerdings will Detlef nicht zulassen: er verlegt anschließend seine Kugeln und ermöglicht so dem Gegner einen nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg...

Mit einem 13. Platz im Gepäck, dazu mit einem wertvollen Schatz an neuen Erfahrungen, verabschiedeten die beiden Chemnitzer sich also von dem Panorama der hoch über ihnen thronenden Burg. Vielleicht wird es ihnen ja dann im nächsten Jahr endlich gelingen, sie zu erklimmen…


9. Hofer Stadtmeisterschaft, 27 Doublettes
10. April 2005

Die 9. Hofer Stadtmeisterschaft geriet für den PVT-Verband zu einer eindrucksvollen Demonstration der Stärke. Dazu konnten sogar die Chemnitzer ihren Teil beitragen, wenn auch, wie fast schon die Regel, nur durch einige Siege im B-Turnier…

Dabei wäre die Teilnahme am A-Turnier durchaus möglich gewesen. Schon im Auftaktspiel gegen Tita und Lore waren Hartmut und Detlef nicht chancenlos. Auf dem Chemnitzer Lieblingsterrain im Wald verdankten die Hofer ihren Sieg hauptsächlich einem nach gelungenem Sauschuss von Tita erzieltem 5er-Pack und gewannen dennoch mit 13:9 relativ knapp…

Das nächste Spiel gewannen die Chemnitzer gegen das Ehepaar Springer aus Ansbach klar mit 13:3 und hofften nun, sich in der Barrage gegen Tita und Lore revanchieren zu können. Stattdessen trafen sie zu ihrer Überraschung auf “Standardgegner“ Michael Semineth aus Schweinfurt (Platz 20 der BPV-Rangliste), der sich diesmal mit Heidrun Karpinski (PCNC Nürnberg, Platz 37) verbündet hatte. Wie schon auf vorangegangenen Hofer Turnieren entwickelte sich ein begeisterndes, an Dramatik kaum zu überbietendes Match. In den ersten fünf Aufnahmen konnte jeweils nur ein Punkt erzielt werden, und die Franken gingen mit 3:2 in Führung. Dann allerdings nahmen die Westsachsen fast schon gewohnheitsmäßig eine “Auszeit“, und die Franken zogen unerbittlich auf 10:3 davon. Doch plötzlich schwächelten auch sie und verlegten auf dem unberechenbaren Boden neben dem Sportplatz eine komplette Aufnahme. Den Chemnitzern, die schlagartig ihre Konzentration wiedergefunden hatten, gelang ein 5er-Pack, und sie kamen auf 8:10 heran. Dann ein 3er-Pack, plötzlich stand es 11:10. Jetzt endlich rissen sich Michael und Heidrun wieder zusammen: 11:11. Doch Chemnitz wollte es wissen: 12:11 in der nächsten Aufnahme. Das war’s jedoch, ein 2er-Pack gegen sie besiegelte die unglückliche Niederlage, und es ging doch wieder ins B-Turnier…

Wenn die Chemnitzer nun dachten, sie könnten nun gegen leichtere Gegner eine ruhigere Kugel schieben, so sahen sie sich getäuscht. Schon die Hofer Nachwuchshoffnungen Sascha und Jasmine erwiesen sich im Achtelfinale als schwerer Brocken, gingen rasch 5:0 in Führung und mussten mühsam niedergerungen werden. Auch im Viertel- und Halbfinale ging es gegen starke Konkurrenz aus Nürnberg, Furth im Wald und Schweinfurt. Die Partie gegen die Nachwuchsspieler Daniel Dittmann und Marco Bonsch dauerte circa 2 Stunden, das ist selbst für Chemnitzer Verhältnisse rekordverdächtig! Somit war bei fast schon einbrechender Dunkelheit im Finale die Luft raus und man unterlag klar mit 5:13 – das aber immerhin gegen ein anderes PVT-Team: Sebastian aus Halle sowie Frank aus Leipzig…

Diese hatten in der Vorrunde gegen Albin Raux, den bayerischen Ranglistenersten, nur äußerst knapp mit 12:13 den Kürzeren gezogen. Der wiederum konnte anschließend mit seiner Partnerin bis ins Finale durchmarschieren. Dort jedoch fand er seinen Meister, und es war ein PVT-Team, das den Spitzenspieler in die Schranken wies: Maik und Micha aus Halle, die eindrucksvoll ihren Titel vom Vorjahr verteidigten und damit unaufhaltsam ihren kometenhaften Aufstieg an den nationalen Pétanque-Himmel fortsetzen…


Länderpokal des DPV in Hungen (Hessen), Triplettes
05./06. März 2005

An diesem Wettbewerb nahm der Pétanque Verband Thüringen zum ersten Mal teil. Es fanden insgesamt neun Begegnungen gegen andere Landesverbände statt, aufgeteilt in jeweils fünf Triplette-Begegnungen, von denen der PVT infolge der fehlenden Masse an Juniorenspielern allerdings nur vier bestreiten konnte. Damit waren die Erfolgsaussichten zwar von Anfang an minimiert, aber es sollte sich ja hauptsächlich nur ein Zugewinn an Erfahrung einstellen, gespeist aus dem Aufeinandertreffen mit den renommiertesten Boulespielern Deutschlands…

Die Teilnahme stellte demnach eine Art Ritterschlag dar, und aus Chemnitzer Kreisen war kein geringerer als der Präsident selbst auserkoren, diesen entgegennehmen zu dürfen. Hartmut fuhr also gut vier Stunden bis Mittelhessen und bildete dort ein Triplette mit Gundolf und Maik aus Halle. Zwei weitere Hallenser (Micha und Sebastian), vier Nordhäuser (Stefanie, Ralf, Peter und Sebastian), zwei Leipziger (Frank und Diana II) sowie Ruth aus Reinstädt vervollständigten das PVT-Team.

Gleich am ersten Tag sorgte jedoch Sascha Koch, der Ranglistenerste aus Hessen, für ein bedauerliches Missgeschick, das Thüringens Erfolgsaussichten noch weiter minderte. Seine Kontaktaufnahme zu Stefanie erfolgte nämlich durch einen verunglückten Schuss, der die Chemnitz-Open-Siegerin direkt am Knöchel traf! Sie musste daraufhin den Spielbetrieb einstellen, das Damen-Team kämpfte nur noch zu zweit, und am Sonntag reisten sämtliche Nordhäuser ab...

Die Verbliebenen schlugen sich recht wacker und errangen insgesamt fünf Einzelsiege, die die Gesamt-ergebnisse freundlicher gestalteten. Und auch Hartmut, der mit seinem Team jeweils an 1 gesetzt war und damit immer gegen die stärkste Formation des Gegners anzutreten hatte, kam mit seinen Mitspielern nach zuvor erfolgter unglücklicher 11:13-Niederlage gegen das Sascha-Koch-Team zum Abschluss noch zu einem souveränen 13:7-Erfolg gegen Nord 1.

Insgesamt also ein Ausflug, der sich für die Beteiligten gelohnt hat und Anlass bietet, erwartungsvoll einer Neuauflage im Jahr 2006 entgegenzublicken, hoffentlich dann mit Junioren-Mannschaft und ohne Verletzungsmissgeschicke!


3. Golden Boule Hallenturnier, Prag, 67 Triplettes
22. Januar 2005

Zur dritten Ausgabe des Golden Boule in der imposanten Reithalle auf der Moldauinsel Cisarsky hatten sich Petanque-Spieler aus zehn Nationen eingefunden. Erstmals dabei waren Teams aus Estland und Finnland. Der PVT-Verband stellte diesmal drei Mannschaften, womit das deutsche Teilnehmerfeld auch schon komplett war. Neben den Chemnitzern Hartmut und Detlef, die wie bisher immer bei diesem Turnier Maik aus Halle als dritten Mitspieler engagiert hatten, traten noch die Leipzig-Hallensische Formation Jens, Thomas und Micha sowie ein von Verbandsboss Wilfried angeführtes Team aus Bibra an.

Die Bibraer hatten sich in weiser Voraussicht bereits am Tag zuvor auf die Reise begeben, während die anderen in zwei Autos zu früher Morgenstunde die Durchquerung der tschechischen Seite des Erzgebirges in Angriff nahmen. Diese Fahrt wurde infolge der Witterungsverhältnisse, die sich über Nacht schlagartig geändert hatten, zu einem Abenteuer, das keiner in dieser Form erwartet hatte. Besonders nicht die Hallenser, die tags zuvor noch hemdsärmlig bei gut zehn Grad trainiert hatten…

Es blieb nicht nur bei Schnee und Eis. Der Wind kam hinzu und wirbelte die weiße Pracht derart durcheinander, dass Detlef nichts mehr sehen konnte und von der Straße abkam. Jens schlidderte mit seinem Auto gerade noch soeben an der Gefahrenstelle vorbei. Mit vereinten Kräften gelang es dann aber, den Wagen wieder flottzumachen und wieder auf den rechten Weg zu bringen. Da man sich anschließend dank Hartmuts fotografisch exaktem Gedächtnis auch nicht mehr verfuhr, wurde das Ziel noch knapp vor Anmeldeschluss erreicht, und man durfte mitspielen...

Zunächst wurden vier Runden Schweizer System gespielt. Der Boden war wie bei der ersten Ausgabe des Turniers vor zwei Jahren extrem weich und erinnerte an einen Meeresstrand. Das Entfernen der feuchten Sandkörner von den Boulekugeln wurde zu einer regelmäßig wiederkehrenden Belastungsprobe.

Eine Sache jedoch war anders als zuvor. War Maik vor zwei Jahren noch glücklich, von den “ruhmreichen Chemnitzern“ ins Team berufen worden zu sein, so hatte er in der Zwischenzeit nach einer kometenhaften Karriere am Boule-Himmel das nötige Selbstbewusstsein angehäuft, um an den Denkmälern rütteln zu dürfen. Nach einem durchwachsenen Start mit einem äußerst knappen Sieg gegen das “Baby-Team“ von Carreau Brno und einer nach Überschreitung des einstündigen Zeitlimits zustande gekommenen 9:10-Niederlage gegen Sloweniens WM-Teilnehmer, preschte er nach vorn und warf den Chemnitzern Perspektivelosigkeit und eine ständig gleichbleibende defensive Spielhaltung vor, die unattraktiv sei und zudem die Boule-Gemeinde durch überlange Spiele auf nervenaufreibende Geduldsproben stellen würde. Er wolle stattdessen das Heft selbst in die Hand nehmen und nicht immer nur auf Fehler des Gegners warten müssen…

Damit traf er einen wunden Punkt. In der Tat fehlt es den “Lieblings-Chemnitzern“ allein schon an den anatomischen Voraussetzungen fürs Boule-Spiel, vor allem aber am Talent. In der sich rasant entwickelnden derzeitigen Boule-Welt werden sie wohl nie mehr in einem großen Finale stehen. Alles was sie sich bisher erarbeitet haben, gründet sich nur auf ausdauerndem Fleiß und glücklichen Konstellationen…

Fehlender Offensivgeist konnte ihnen jedoch diesmal nicht vorgeworfen werden.
Nach einer Fehlschussserie von Maik in den ersten Spielen übernahm Hartmut den Part des Schießers, schoss auf alles, was kugelförmig aussah, leider jedoch stets daneben, wenn auch mitunter sehr knapp. So wurde nichts aus dem geplanten Durchmarsch, gegen den nächsten Gegner, eine Kombination aus Pragern und in Prag ansässigen Engländern (!) rettete man sich mit Mühe ins Time-Limit und siegte mit dem höchst boule-untypischen Ergebnis von 7:4…

Im nächsten Spiel nahm man dann gleich zu Beginn eine kollektive Auszeit. Gegen das Spitzenteam aus Brno (Jiri und Michal Srubar, Pavel Hodbod’) lag man schnell 0:7 zurück, richtete sich zwar noch ein wenig auf, hatte dann aber auch noch gegen das drohende Time-Aus zu kämpfen und unterlag mit 6:12. Das A-Turnier war verspielt, wie vor zwei Jahren fand man sich im D-Turnier wieder…

Ein neuerlicher Wechsel der Positionen brachte die Wende. Wieder wurde Maik als Schießer eingesetzt, aber jetzt legte Hartmut konsequent vor, Detlef spielte den Nachleger. Maik traf nun mindestens mit jeder zweiter Kugel, die Qualität der gelegten Kugeln stieg. Es folgten Siege gegen, in Anbetracht der Tatsache, dass man sich nur in einer “Sub-Sub-Trostrunde“ befand, erstaunlich starke Gegner: 13:10 gegen Jiri Musil (PEPEK) / Sárka Režová (Carreau Brno) / Rubi López Gorroño (PCBD Lipnik), ebenfalls 13:10 gegen Jaroslav Vlk (PCBD) / Pavel Vlk (POP Praha) / Jakub Rendla (Les Boules Hostivar, Finalgegner der Chemnitzer beim MDZ Open 2004!). Und 13:10 war auch das Ergebnis im Finale gegen die starken polnischen Nachwuchsspieler Dominik Piarski, Piotr Siara und Tomasz Lipczynski.

Somit hatte das Turnier für die Chemnitzer doch noch einen glücklichen Ausgang gefunden, und sie konnten triumphierend einen weiteren Pokal in den Händen halten. Zum zweiten Mal bereits hatten sie das D-Turnier beim Golden Boule gewonnen, sicher ein Rekord für die Ewigkeit…

Die Leipziger-Hallenser waren aber bei ihrer ersten Teilnahme am Golden Boule noch erfolgreicher. Nach 3:1 Siegen in der Vorrunde qualifizierten sie sich für das A-Turnier. Im Achtelfinale folgte dann ein echter Kracher. In der Partie gegen die Turnierfavoriten Hienonen / Siro / Gripenberg aus Finnland liefen sie zur Höchstform auf und setzten sich souverän mit 13:8 durch. Dann aber kam der unerwartete Dämpfer. Wohl noch im Höhenrausch nach dem vorangegangenen Traumergebnis verschlief man gegen die Lapihuskas (Zwillinge und Vater, Hej Rup Roudnice) die Startphase und lag urplötzlich mit 1:11 hinten. Dann wachte man auf, zeigte Moral, kämpfte sich heran. Zu spät: man unterlag mit 11:13…

Im Halbfinale erging es den Lapihuskas aber auch nicht besser als den Leipzigern. Nutznießer waren diesmal die anderen Finnen: Ylönen / Pruus / Paaso . Die wiederum waren dann im Finale chancenlos gegen einige der zur Zeit herausragendsten Spieler der tschechischen Boule-Szene: Lukás Valenz / Miroslav Mužík (Varan Karlovy Vary) sowie dem “Prager Korsen“ Jean Mari (FRAPECO), die in der nationalen Rangliste die Plätze 1, 16 und 3 belegen. Das Spiel um Platz 3 gewannen weitere den Chemnitzern aus früheren Turnieren wohlbekannte tschechische Rivalen: Milan Hašek (SLOPE Brno), Pavel Hnilica (PCBD) und Romana Vokrouhlíková (POP Praha).

Namen und Ergebnisse entnommen aus:
- http://petanque.cstv.cz/tur_2005/tur_5001.html
- http://petanque.cstv.cz/tur_2005/zebricek.htm


3. Mitteldeutsche Hallenmeisterschaft, Boulehalle Kahla, 23 Doublettes
04. Dezember 2004

Die Nachricht, dass das Kahlaer Turnier im “Chemnitzer System“ ausgetragen werden sollte, traf den Chemnitzer Club recht unvorbereitet und man wunderte sich, was da wohl dahintersteckte. Hatten die Bibraer etwa bei den Chemnitzer Stadtmeisterschaften “abgekupfert“, und das obwohl sie dort gar nicht anwesend waren?

Es stellte sich heraus, dass in der Tat das gleiche System verwendet wurde, das in Wahrheit aber “Maastrichter System“ genannt wird, und das die Chemnitzer ihrerseits bei einem Turnier in Karlovy Vary (Tschechien) kennengelernt hatten: 3 Runden Schweizer System, aber ohne Buchholzpunkte, nur mit Nettopunkten, danach ergab sich eine Rangliste, der zufolge auf A- und B-Turnier aufgeteilt wurde.

Da konnten die Chemnitzer sich geschmeichelt fühlen, hatten aber dann im Grunde großes Glück, dass sie bei dieser Premiere überhaupt dabei sein konnten, denn danach sah es lange Zeit gar nicht aus: Hartmut strebte zusammen mit den Hallensern Gundolf und Maik bei einem Triplette-Turnier in Hannover höhere Bouleweihen an, und Detlef fand im Winterschlaf haltenden eigenen Verein absolut keinen Mitspieler, sodass er eine verzweifelte E-mail-Aktion startete. Es meldete sich Peter aus Hof, aber dann auch schon wieder Standardpartner Hartmut, der nach Gundolfs Absage nun doch in Kahla starten wollte. Zum Glück war Maik auch noch frei, und so spielten die angeblichen “Lieblings-Chemnitzer“ diesmal mit ungewohnten Partnern.

Das war zwar mal eine willkommene Abwechslung und führte auch zu den angestrebten Lernergebnissen, jedoch erwies sich die Hoffnung, dass man sich durch die Auswahl von hochklassigen Spielpartnern auch gleichzeitig in den Boule-Himmel hieven konnte, als trügerisch…

Für Hartmut und Maik begann es mit einem 13:12-Zittersieg gegen Ruth und Ingo aus Reinstädt. Dann gab es eine klare 5:13-Klatsche gegen eine in Superform aufspielende Neo-Kombination aus Leipzig und Halle (Jens und Sebastian). In der entscheidenden Begegnung gegen die “Angst-Nordhäuser“ (natürlich Peter Mehne und Sebastian Eberhardt!) hatte Hartmut beim Spielstand von 12:12 noch drei (ich wiederhole: drei!) Kugeln auf der Hand um den Siegpunkt sicher ans Ziel zu legen. Das misslang überraschenderweise zweimal, aber bei der dritten Kugel wurde die Halle dann plötzlich von einem kehligen Siegesschrei Hartmuts erfüllt. Er hatte tatsächlich geglaubt, den entscheidenden Punkt gesetzt zu haben, bei näherem Hinschauen und Nachmessen stellte sich dann aber heraus, dass er sich um einen Millimeter verschätzt hatte! Natürlich war das das entscheidende Schock-Erlebnis und man vergeigte die Partie in der nächsten Aufnahme…

Damit hatten sich Hartmut und Maik nicht einmal für die besten 16 (unter 23!) qualifiziert und mussten im B-Turnier antreten. Und auch hier war nach einem Auftaktsieg gegen Gotha die Endstation Nordhausen: Die Chemnitzer Stadtmeister Stefanie und Ralf gewannen klar und unangefochten mit 13:9…

Auch nicht mit viel Ruhm bekleckerten sich Detlef und Peter, erreichten aber immerhin noch das A-Turnier. Dies war einer taktischen Meisterleistung zu verdanken: Nachdem man die ersten Partien verloren hatte (klar gegen Andrey und Mike aus Bibra und knapp gegen Torsten und Stefan aus Jena), traf man in der dritten Runde auf einen “schlagbaren Gegner“ (aus Gotha), wies diesen klar mit 13:4 in die Schranken und qualifizierte sich aufgrund des besseren Netto-Punktverhältnisses doch noch fürs A-Turnier. Hier war dann allerdings gleich im Achtelfinale Endstation: Die Nachwuchs-Stars aus der Oberlausitz, Ivo und Thomas, zeigten den “alten Männern“ ihre Grenzen auf und schickten sie mit 13:6 geschlagen aufs Abstellgleis…

Hier das amtliche Endergebnis (Quelle: Bibra):

3. Mitteldeutsche Hallenmeisterschaft
Kahla, 04.12.2004, „Chemnitzer System“, 23 Doublettes

A – Turnier
Platz Name, Vorname Name, Vorname Verein/Ort
1 Fournier, Patrick / Raux, Albin (Nürnberg)
2 Riedel, Jens / Fuchs, Sebastian (Leipzig-Halle)
3 Hubel, Torsten / Lenzner, Stephan (Jena)
4 Maywald, Ivo / Senger, Thomas (Reichenbach/OL)
5 Brückner, Willfried / Müller, Ramona (Kahla)
Hahn, Michael / Randriamanantsoa, James (Furth im Wald)
Eberhardt; Sebastian / Mehne, Peter (Nordhausen)
Großmann, Franziska / Woll, Niklas (Jena)
9 Drusche, Volker / Kolling, Peter (Weimar)
Schwiefert, Hannes / Hildebrandt, Gerrit (Gotha)
Fournier, Michel / Ress, Sigi (Nürnberg)
Sander, Peter / Schwede, Detlef (Hof–Chemnitz)
Knotschke, Manuel / Wittur, Hans-Jürgen (Reichenbach/OL)
Müller, Uwe / Pfeiffer, Katrin (Kahla–Jena)
Vecile, Tita / Vecile, Lore (Hof)
Kriwoscheew, Andrey / Hoffmann, Mike (Kahla)

B – Turnier
1 Scheffler, Diana / Puttkammer, Christian (Leipzig–Halle)
2 Wicke, Stephanie / Hanak, Ralf (Nordhausen)
3 Seime, Thomas / Schneider, Christian (Kahla)
Kerner, Maik / Lohß, Hartmut (Halle–Chemnitz)
5 Wonsack, Ingo / Skala, Ruth (Reinstädt)
Grolmuß, Matthias / Steinbrecher, Jörg (Gotha)
Bröde, Pierre / Bröde, Jürgen (Gotha)


Beaujolais-Turnier Berlin-Tegel
20. November 2004

Der plötzliche Winterausbruch im Erzgebirge drohte einen Strich durch die Reisepläne der beiden hartnäckigsten Chemnitzer Turnierspieler zu machen, aber dann konnten Hartmut und Detlef wie geplant die Wegstrecke von Freiberg aus in etwa drei Stunden bewältigen und das Vereinsfähnlein in Berlin hochhalten…

Außer aus Chemnitz waren aus dem PVT-Bereich noch Mannschaften aus Halle und Nordhausen anwesend.

Nach der Pleite in Kahla war Wiedergutmachung angesagt, und so ging man, nach halbstündigem Einwerfen in der Boulehalle, im ersten Match gegen Lokalmatadoren aus Tegel gleich konzentriert zur Sache. Das Spiel fand auf dem äußersten, teils rasenbewachsenen, Feld der Aussenfläche statt, von dem man eingangs das Herbstlaub so gut es ging entfernen musste. Nicht alle Würfe funktionierten wie geplant, jedoch hatten die Gegner einen außerordentlich schlechten Tag erwischt, der Leger war ein Totalausfall, der Schießer legte wenigstens gut, schoss dafür aber schlecht, und so gewann Chemnitz unangefochten mit 13:5.

Damit waren C- und D-Turniere bereits vermieden, im folgenden Spiel musste sich nun entscheiden, ob auch der Sprung ins A-Turnier gelingen würde. Gegner war ein alter Bekannter, Gundolf aus Halle, der sich aber eine spielstarke neue Partnerin aus Berlin zugelegt hatte: Andrea Schirmer vom BCB, die 2004 bei der Damendoublette-DM zusammen mit Vereinskollegin Ina Geitner immerhin bis ins Achtelfinale vorgedrungen war. Vorsicht und äußerste Konzentration waren also angebracht, aber Hartmut mit einem erfolgreichen Sauschuss und Detlef mit einem punktgenauen Legwurf verschafften sich zu Beginn gleich Respekt, sodass die Gegner unerwartet zu schwächeln begannen und die Anfangsphase verschliefen. 6:2 führte Chemnitz bereits, bevor man selbst die fast schon obligatorische Schwächphase einlegte und den Gegner aufbaute, sodass dieser mit 8:6 in Führung gehen konnte. Dann hielt man wieder dagegen, das Spiel wurde spannend und konnte am Ende von Chemnitz knapp mit 13:10 gewonnen werden.

Somit war man im A-Turnier und erhielt dann in der Cadrage-Runde ein Freilos, sodass man Zeit hatte, sich die Siegertafel der vergangenen Beaujolais-Turniere anzuschauen. Hierauf war neben dem immer wieder auftauchenden Namen Tsuroupa (Boris und Dominique) auch der Sieger des Turniers von 2000 verzeichnet: Dao Van Quang. Und das war dann auch der Gegner im Achtelfinale, eigentlich eine unlösbare Aufgabe. Er spielte zusammen mit Heike Kastelan vom CBB, die dann als Legerin meist nur eine von drei Kugeln punktgenau platzierte. Somit eröffneten sich Chancen, und die Chemnitzer konnten überraschend das Spiel lange Zeit offen gestalten. Am Ende setzte sich die Berliner dann aber doch noch relativ klar mit 13:8 durch, wofür unter anderem auch die Überlegenheit des Schießers Dao Van Quang verantwortlich war. Der verzeichnete zwar zu Beginn noch einige unglückliche Fehlschüsse, die eine klare Führung bereits im Anfangsstadium verhinderten, wurde dann aber zunehmend sicherer, während Hartmut überhaupt nichts mehr traf. Detlef konnte dieses das eine oder andere Mal durch überragendes Legen noch ausgleichen, dann aber misslangen ihm etliche Würfe auch wiederum völlig, sodass er sich am liebsten im regendurchweichten Bouleboden eingegraben hätte…

Insgesamt bereuten die Chemnitzer die beschwerliche Anreise aber nicht, man hatte zwar nur drei Spiele bestreiten dürfen, sich aber unter 70 teilnehmenden Doublettes weit im Vorderfeld platzieren können.


3. Heichelheimer Kloßturnier, Kahla
13. November 2004

Guten Mutes fuhren die beiden teilnehmenden Chemnitzer nach Kahla, denn im Vorfeld hatten sie einiges an neuem Selbstvertrauen getankt: Hartmut hatte beim Braunschweiger Löwenturnier zusammen mit Christian aus Halle im Spiel gegen Superstar Jan Garner aufhorchen lassen und Detlef die diesjährigen Chemnitzer Vereinsmeisterschaften nach hartem Kampf im Finale gegen Hartmut mit 13:12 für sich entscheiden können. Aber dann führten ein undurchschaubares Spielsystem und ein Trainingsunfall von Detlef (er war beim Durchschwingen nach einem Legwurf mit der Wurfhand gegen eine aus der Wand herausragende Eisenstange geprallt) für erste Irritationen. Zwar überstand man dann die erste Runde siegreich, aber das nur, weil man eines der inflationär auftretenden Freilose ergattern konnte. In der zweiten Runde traf man dann auf Frank und Bodo (Leipzig/Halle) und fand nie die richtige Form. Detlef träumte mehr von Eisenstangen als das er sich vernünftig auf seine Legwürfe konzentrierte, und Hartmuts Schüsse trafen nicht halb so gut wie beim Einwerfen. Man unterlag somit klar mit 6:13. Nun wusste man zwar, sofern man das Spielsystem halbwegs richtig verstanden hatte, dass man sich eine Niederlage schadlos erlauben konnte und hoffte noch auf eine Steigerung. Aber dann hießen die Gegner in der nächsten Runde Christian und Diana…

Man machte noch die Auftaktpunkte, versank dann aber vollends im spielerischen Niemandsland. Nach der ernüchternden 2:13 Schlappe kannte man nur noch einen Wunsch: schnell die Halle verlassen. Wenigstens konnte man an diesem Tag einmal früh zu Hause sein…

Aber auch diese Hoffnung erwies sich als trügerisch: Als Detlefs Auto fast schon die Chemnitzer Ausfahrt ansteuerte weiteten sich Hartmuts Augen auf einmal vor Schreck. Er hatte gemerkt, dass er seine Jacke mitsamt Autoschlüsseln in der Kahlaer Halle vergessen hatte. Somit hatte man am Ende zwar weniger Boule gespielt als sonst, war aber dennoch zu fast der gleíchen Zeit wieder zu Hause wie sonst auch…


8. Offene Chemnitzer Stadtmeisterschaft (21 Doublettes)
28. August 2004

A-Turnier:

Sieger:
Stefanie Wicke/Ralf Hanak
(Nordhausen)

2.Platz:
Rolf und Brigitte Matthes
(Hof)

3.Platz:
Jiři Fürst/Petr Simek
(Karlovy Vary)

4.Platz:
Thomas Voigt/Jens Riedel
(Leipzig)

Viertelfinalisten:
Dieter Büttner/Torsten Kaiser
(Dresden/Hof)
Diana Hellriegel/Diana Scheffler
(Leipzig)
Ruth Skala/Ingo Wonsack
(Reinstädt)
Sebastian Eberhardt/Peter Mehne
(Nordhausen)


B-Turnier:

Sieger:
Hartmut Lohß/Detlef Schwede
(Chemnitz)

2.Platz:
Regina Stehr/Christian Puttkammer
(Leipzig)

3.Platz:
Peter Borchers/Marco Finsterbusch
(Chemnitz/Mannheim)

4.Platz:
Jörg Belka/Julia Gurtowa
(Nordhausen)

Viertelfinalisten:
Frank Hellriegel/Gunnar Helbig
(Leipzig)
Gerd Beyer/Hubert Wege
(Chemnitz)
Sascha Basileo/Tita Vecile
(Hof)
Lore Vecile/Dirk Skala
(Hof/Reinstädt)

Cadragisten:
Sandra Vecile/Jasmin Kolodzyck
(Hof)
Petr und Jan Končel
(Karlovy Vary)
Peter Sander/Tom Gutmann
(Hof)
Jindrich Kubeč/Jana Bejvlovà
(Karlovy Vary)
Jan Kircheis/Robert Engelmann
(Chemnitz/Bielefeld)


10. trinationaler Boule-Wettbewerb Zgorzelec/PL, 42 Doublettes
26. Juni 2004

Dieses traditionsreiche Görlitzer Turnier wurde zum ersten Mal auf der anderen Seite der Neiße ausgetragen, im polnischen Zgorzelec. Wie immer nahmen Mannschaften aus Deutschland, Frankreich und Polen an ihm teil, wobei bei letzterer Nation infolge eines wichtigen nationalen Wettkampfes die Elitespieler diesmal fehlten. Die Chemnitzer nahmen zum ersten Mal an dem Event teil, Hartmut und Detlef stellten wie gewohnt ein Team, während Peter in dem Hallenser Maik einen schlagkräftigen Partner fand. Weitere Hallenser Mannschaften bildeten Kristina und Christian sowie Katja und Axel. Außerdem waren aus dem PVT-Raum Teams aus Reichenbach und Bibra angereist, darunter der Präsident höchstpersönlich.

Es wurden zu Beginn zwei Runden ausgespielt, von denen man beide gewinnen musste, um ins A-Turnier zu gelangen. Dabei hatten Hartmut und Detlef zunächst Losglück, denn in der ersten Runde trafen sie auf zwei Görlitzer Anfänger, denen teilweise die Spielregeln unbekannt waren und noch erklärt werden mussten. So stieß Hartmut, nachdem er das Schwein ins Aus geschossen hatte und sich vier Punkte anrechnen wollte, da der Gegner bereits leer war, auf verständnislose Görlitzer Blicke. Immerhin führte diese kostenlose Regelkunde aber dann zu dem Vorsatz, sich bald das Regelheft einmal vollständig durchlesen zu wollen.

In der nächsten Runde traf man auf ein polnisches Rentnerteam, Alina Kolakiewicz und Stanislaw Dabek aus Walbrzych. Vor diesem Gegner hatte Margit aus Bibra gewarnt, da man ihm in der ersten Runde klar unterlegen war. Dementsprechend konzentrierten sich die Chemnitzer und liefen zu großer Form auf. Sie legten die Kugel fast permanent an die Sau und erzeugten staunendes Raunen unter den Zuschauern. Auf die Frage einer Spaziergängerin, wie lange sie denn schon Boule spielen würden, mussten sie dann freilich zugeben, dass dies schon seit fast zehn Jahren der Fall ist...

Nach dieser verabreichten Fanny war die Stimmung gut, zumal sich auch die anderen Teams aus Chemnitz und Halle für das A-Turnier qualifiziert hatten. Aber dann schlug das Schicksal auf grausame Weise zu...

Es mussten nämlich zwei Cadrages gespielt werden, und hier war das Losglück der Chemnitzer beendet. Die Gegner kamen aus Berlin, ihre Namen (Hermann Zumdick und Bernard Corneglio) waren Hartmut und Detlef zwar unbekannt, aber schon nach den ersten Kugeln stellten sie ihre Spielstärke unter Beweis. Im Chemnitzer Team lief es dagegen unerklärlich schlecht, man legte diesmal keine einzige Kugel an die Sau, und sämtliche Schüsse gingen daneben. Es gelang nicht, sich gegenseitig aus dem Sumpf zu ziehen, stattdessen geriet man in einen starken Sog, der unwiderstehlich in den Abgrund führte. Ein klares 1:13 und das bittere Ausscheiden war zwangsläufig die Folge.

Die anderen oben genannten Teams durften dagegen das Viertelfinale spielen, und hier kam es zu einem “halben Spaßduell“ zwischen Maik/Peter und Kristina/Christian. Leider konnte sich Peter diesmal nicht auf den ständig wechselnden Legboden einstellen, und so schied auch der letzte Chemnitzer aus. Kristina und Christian dagegen fuhren auf der Erfolgsspur weiter, besiegten starke Berliner Konkurrenz in Halbfinale und Finale und sorgten damit dafür, dass das Turnier doch noch ein erfreuliches Ende fand. Glückwunsch!

Das alles bekamen Hartmut und Detlef allerdings gar nicht mehr mit. Gleich nach dem letzten Match hatte Hartmut seine Kugeln entnervt auf den Rasen gefeuert, so als wolle er sie nie wieder anfassen. Fast wurde sein Wunsch erhört, denn als er nach einigem Herumlamentieren die Kugeln dann doch einpacken wollte, waren diese plötzlich nicht mehr vorhanden! So verzögerte sich die Heimfahrt noch ein wenig, bis sich herausstellte, dass ein gewissenhafter Spaziergänger die vermeintlich herrenlosen Kugeln aufgelesen und bei der Turnierleitung abgegeben hatte...

Aber die Reise geht natürlich trotzdem weiter, bestimmt auch wieder zu neuen Erfolgen. Für Hartmut führt sie nach Bad Sachsa, wo er in der Vergangenheit zweite und dritte Plätze belegte, und diesmal voraussichtlich zusammen mit Maik spielen wird. Für den Kranich dagegen hat die Zugvogelsaison begonnen, und er wird seine Trainingskugeln demnächst an spanischen Stränden gen Himmel schleudern...

Oder kommt es vorher noch zu einem Vorbeiflug beim Großen Preis von Berlin? Lassen wir uns überraschen...


3. Ligaspieltag in Leipzig
20. Juni 2004

Das Chemnitzer Team musste umgebaut werden, da Hartmut sich immer noch im Trainingslager auf Kreta befand und auch Gerd unabkömmlich war. Hubert und Achim stellten sich als neue Spieler zur Verfügung. Gleich zu Beginn konnte gegen Reichenbach ein wichtiger Sieg erzielt werden, alle anderen Partien wurden dann jedoch abgegeben. Das hatte das Abrutschen vom zweiten auf den sechsten Tabellenplatz zur Folge. Hartmut, der per SMS-Live-Ticker über die Spielstände permanent auf dem Laufenden gehalten wurde, fiel ein Stein vom Herzen, denn er glaubte sein Team vor dem Abstieg gerettet. Jedoch legte Hardliner Thomas Voigt sofort sein Veto ein und plädierte für eine zukünftige erste Liga mit nur vier Teams. Zum Glück für Chemnitz haben im PVT-Verband aber auch noch andere etwas zu sagen, etwa der Präsident Wilfried Brückner, dessen Team Bibra nur den siebten Platz belegte. Er sprach sich für eine Beibehaltung der ungeteilten Liga aus. Mit einer solchen Lösung könnten auch die Chemnitzer sich durchaus anfreunden...

Abschlusstabelle der Liga:
1.Leipzig 16 Siege, 2.Nordhausen 13 Siege, 3.Jena 10 Siege, 4.Halle II, 5.Reinstädt, 6.Chemnitz, 7.Bibra je 9 Siege, 8.Halle I 8 Siege, 9.Reichenbach 6 Siege, 10.Hummelshain 1 Sieg.


8. Pastis Turnier, Leipzig, 21 Doublettes
19. Juni 2004

Das Chemnitzer Doppel wurde diesmal von Peter und Detlef gebildet, außerdem wurde noch Jochen auf dem Turnierplatz gesehen, der diesmal einen Reichenbacher Spieler als Partner geködert hatte und am Ende Platz 12 belegte.

Peter und Detlef spielten in Runde eins gegen Maywald/Tischler aus Reichenbach, und nachdem man einen 11:4-Vorsprung eingebüßt hatte, überkamen Detlef ungute Gefühle, denn er erinnerte sich an die Auftaktpleite von Reinstädt (siehe oben). Zum Glück machte der Gegner dann einen Fehler, und man gewann mit 13:11. Dank des Einsatzes von hochwertiger Computertechnologie ging es in Runde 2 dann wieder gegen den gleichen Gegner, der diesmal etwas klarer in die Schranken verwiesen werden konnte: 13:9. In Runde drei gelang dann ein überzeugender Sieg gegen Maik und Tanja aus Halle (13:6), anschließend setzte man sich gegen Frank Hellriegel und seine neue Spielpartnerin durch...

Spätestens hier geriet das normalerweise nüchtern und konzentriert vorgetragene Boulespiel in den Bereich der Volksbelustigung. Peter feuerte sich selbst vor beinahe jedem Wurf mit lautem “Come on, Peter!“ an und kitzelte nach eigenen Fehlleistungen aus seinem Partner durch nicht minder einpeitschende “Schaffst du, Deeetlef!“-Rufe auch das letzte Quäntchen an Leistungsbereitschaft heraus. Die Boule-Gemeinde quittierte das nie gesehene Spektakel zunächst mit Erstaunen, dann immer wieder auch mit Erheiterung, sodass Detlef gelegentlich in seiner Konzentrationsphase unterbrochen wurde und die Kranich-Stellung neu adjustieren musste.

Schnell hatte Thomas Voigt die ehemals “Lieblings-Chemnitzer“ als “das Psycho-Team“ gegeißelt, und diese Taktik schien im fünften und entscheidenden Spiel sogar zum Erfolg zu führen, denn nach Abgabe des ersten Punktes und anschließendem Kassieren eines Fünfer-Packs lagen Thomas und Jens schnell mit 0:6 im Rückstand. Die Atmosphäre des Spiels war kühl, fast feindselig. Als Jens und Thomas einige Punkte aufgeholt hatten und schnell weiterspielen wollten, drohte die Situation zu eskalieren, als Peter sich noch eine Kugel, die eindeutig nicht auf Punkt lag, genauer ansehen wollte und von Jens rüde angefahren wurde. Sogar ein Handgemenge schien an dieser Stelle möglich...

Aber dann kam alles noch ganz anders. Der Spielstand war 8:7 für Chemnitz. Thomas legte eine Kugel bis kurz vor die Sau, die Peter und Detlef mit halbherzigen Schüssen nicht wegbekamen. Man legte die restlichen Kugeln in die Nähe der Sau und hoffte auf das Glück. Aber Jens zog mit einem gezielten Schuss die Sau und die eigene Kugel nach links vorne, wo auch die Schusskugel liegenblieb. Das Platzieren der weiteren vier Kugeln war nur noch Formsache...

Am Ende waren alle glücklich: Jens und Thomas hatten zum ersten Mal ihr hauseigenes Pastis-Turnier gewonnen und luden im Überschwang der Freude die Chemnitzer zu einem Bier ein. Diese waren zwar infolge der Buchholz-Wertung noch auf Platz drei abgerutscht, konnten sich aber immerhin zu den ersten Ranglistenpunkten im PVT-Verband beglückwünschen...

Endergebnis:
1.Riedel/Voigt (Leipzig), 2.Richter/Kerner (Halle), 3.Schwede/Borchers (Chemnitz)
...
12.Börner/Senger (Chemnitz/Reichenbach)


2. Ligaspieltag in Halle
05. Juni 2004

In schönem Ambiente unter den Bäumen direkt am Saaleufer fand der zweite Ligaspieltag statt. Chemnitz war in Bestbesetzung angereist und spielte durchgängig mit Detlef als Tête, Hartmut und Peter als Doublette, während sich Gerd, Matthias, Jürgen und Petra im Triplette abwechselten. Doublette und Triplette waren mit jeweils vier Siegen überaus erfolgreich, während Detlef gegen starke Gegner (Micha/Leipzig, Sebastian/Halle 2, Peter/Nordhausen) nicht richtig in Schwung kam und die Partien regelrecht abschenkte und dann auch noch gegen Dieter (Halle 1) knapp verlor. Trotzdem wurden insgesamt wieder vier von sechs Begegnungen gewonnen, davon eine immerhin gegen Ligaprimus Leipzig (!), sodass man am Ende des Spieltages immer noch knapp vor Nordhausen auf Platz 2 lag.


Rosenbrauerei-Cup, Reinstädt, 20 Doublettes
04. Juni 2004

Eigentlich hatten sich Hartmut und Detlef gute Siegchancen ausgerechnet, denn einige der besten PVT-Spieler (insbesondere die Hallenser) hatten es vorgezogen beim renommierten Turnier in Hannover in höheren Pétanque-Sphären zu schweben. Aber die hochtrabenden Träume der Chemnitzer prallten schon bald brutal auf den harten Boden der Realität...

Dabei hatte alles so gut angefangen. Gegen Bernd und Ralf aus Bibra war man rasch mit 11:4 in Führung gegangen und freute sich schon, dass Chemnitz zur Abwechslung mal als erstes Team mit einer Begegnung fertig werden würde. Aber dann kämpfte sich Bibra Punkt um Punkt heran, und wieder einmal war das Chemnitzer Spiel das letzte noch in Gang befindliche. Dann kam die entscheidende, fast unglaubliche Phase des Spiels: Beim Spielstand von 11:10 für Chemnitz war der Gegner leer, hatte aber die letzte Kugel unmittelbar neben die Sau platziert. Aber Hartmut hatte noch drei Schießkugeln in der Hand, Detlef noch zwei weitere...

Hartmut schoss zweimal knapp daneben. Dann wollte er es wissen und legte alle Energie in den letzten entscheidenden Schuss. Und er traf... leider die eigene Kugel, die knapp daneben auf zwei lag. Der Gegner hatte plötzlich fünf Punkte liegen, und der Weg zur Sau war versperrt...

Erst mit der zweiten und letzten Kugel konnte Detlef den Schaden noch eindämmen und machte drei Punkte des Gegners kaputt. Es kam also noch zu einer weiteren Aufnahme. Aber der Druck war zu stark geworden, man gab auch den nächsten Punkt ab und verlor mit 11:13...

Damit war man mental im Keller und konnte sich aus dem Loch auch nicht mehr befreien. Man gab noch zwei weitere Spiele ab und trat recht kleinlaut die Heimreise an. Zum Glück findet sich nirgendwo im Internet eine Ergebnisliste von diesem Turnier. Vielleicht hat es ja auch gar nicht stattgefunden...


Qualifikation DM Triplette, Leipzig, 13 Triplettes
29. Mai 2004

Dieser Tag sollte als der bisher erfolgreichste in die bisherige Vereinsgeschichte eingehen: Zum ersten Mal qualifizierte sich ein Chemnitzer für die Deutschen Meisterschaften! Dafür hatte sich Hartmut allerdings auch potente Mitspieler ausgesucht: die Neo-Leipziger Shooting Stars Christian und Micha. Da konnte ja nicht viel schief gehen. Und so wurden die ersten Gegner auch geradezu deklassiert: die Jenaer zu zwei, die Nordhäuser zu drei. Die Leipziger Diana S., Regina und Frank konnten wenigstens bis zum 7:7 mithalten, sahen danach aber keinen Stich mehr. Und im “Endspiel“ hatte selbst die hochgelobte Hallenser Kombination um Maik und Gundolf nur unwesentlich mehr entgegenzusetzen und erreichte gerade mal acht Punkte...

Dann aber der große Paukenschlag: Kaum waren die Siegesfanfaren verklungen, eröffnete Hartmut seinen verdutzten Mitspielern, dass er keinesfalls gedenke, zur DM auch mitzufahren. Er hatte nämlich für diesen Zeitpunkt seit langem schon einen Kreta-Urlaub gebucht. Die Leipziger wunderten sich über ein derartiges Übermaß an Organisationstalent, fügten sich dann aber in ihr Schicksal und rekrutierten kurzerhand Diana S. aus dem eigenen Verein als Ersatzspielerin...


1. Ligaspieltag in Chemnitz
22. Mai 2004

Zum ersten Mal öffnete die neugegründete PVT-Liga mit je fünf Teams aus Thüringen und Sachsen/Sachsen-Anhalt ihre Pforten. Es gab einige Unzulänglichkeiten der Organisation zu bemängeln, so fehlte es auf dem Schloßberg an Bier, und die umliegende Gastronomie hatte die Schnelligkeit nicht gerade erfunden. Die Folge waren mitunter lange Spielpausen und ein sich auseinanderfächernder Spielplan. Am Ende musste die Begegnung zwischen Leipzig und Halle 2 gar abgebrochen werden, da sonst einige der Spieler nicht mehr rechtzeitig ihren Zug erreicht hätten...

Sportlich war der Tag aber ein Erfolg für Chemnitz. Dabei hatte das Team kurzfristig den Verlust von Jochen zu verkraften, der sich weigerte, mit Peter in einer Mannschaft zu spielen. Seine Triplettepartner vom vergangenen Jahr nahmen diese Nachricht aber eher gelassen auf, freuten sich über eine freundschaftlichere Stimmung im Team und letztendlich auch über einige gewonnene Spiele, darunter überraschend gegen Ligafavorit Leipzig. Chemnitz beendete schließlich den ersten Spieltag mit 4:2 Siegen auf einem nie für möglich gehaltenen zweiten Platz!


Májové prasátko, Ořech/CZ, 25 Doublettes
02. Mai 2004

Doch es kam alles ganz anders. Am nächsten Morgen schauten sich die Chemnitzer und die Leipziger, die traditionsgemäß wieder in Karels Pension Quartier bezogen hatten, noch vor dem Frühstück ungläubig und ratlos an. Von Hartmuts Auto, einem roten Audi-Cabriolet, das in der Vergangenheit immer wieder schon einmal für Aufsehen unter den Tschechen gesorgt hatte, war weit und breit nichts zu sehen. Anscheinend war mitten in der Nacht eine gewiefte Autoverschiebe-Mafia am Werk gewesen und hatte neben Hartmuts Alarmanlage auch Vickys leichten Schlaf überlistet... Der Sinn stand eigentlich nicht mehr nach Boule-Spielen und schon gar nicht nach “Fun-Event“, trotzdem fuhr man zum Boule-Platz und meldete noch für das bereits im Gang befindliche Turnier nach. Allerdings konnte Hartmut zunächst nicht mitkommen, da er noch der gerade eingetroffenen Polizei Auskunft geben musste. Somit war die Fun-Auslosung vom Vortag hinfällig geworden und musste geändert werden. Kurzfristig wurde Theresa aktiviert und Jens zugeordnet, Detlef durfte mit Kristina spielen. Er lieh sich dazu Kugeln von Thomas aus, da die eigenen sich noch im gestohlenen Auto befanden, und in Zukunft wahrscheinlich in Russland oder einem anderen östlichen Land für einen ungeahnten Boule-Aufschwung sorgen werden...

Ein anderes Problem war die Aufgabenverteilung mit Kristina. Nachdem Detlef die erste Kugel klar danebengeschossen hatte, bewies die Kloßturnier-Siegerin ihre Flexibilität und erklärte sich schießbereit. Mit dieser für eine Mixed-Formation eher ungewöhnlichen Variante fuhr man insgesamt recht gut, besiegte im ersten Spiel nach durchwachsenem Start Jens und Theresa am Ende noch deutlich und hatte im dritten Spiel gegen Lokalmatador Leander Leiský sogar einige Matchbälle. Nur im zweiten Spiel gab es gegen die – plötzlich perfekt funktionierenden - Belgier de Beer leider eine Fanny.

Hartmut war inzwischen auch eingetroffen und beäugte kritisch Detlefs Legleistungen. Damit war es nach drei Spielen aber schon vorbei, denn nur die besten acht Doublettes durften weiterspielen, darunter Gundolf und Thomas, die am Ende den dritten Platz belegten.

Nun blieb nur noch das Transportproblem zu lösen. Hier hatten Hartmut und Detlef Glück, denn den Hallensern waren bei der Hinfahrt zwei mitfahrende Vereinskameradinnen abhanden gekommen und hatten demnach noch zwei Plätze in ihrem Auto frei. Schnell überzeugte Hartmut sie von den Vorteilen einer leicht geänderten Fahrtroute. Ungeachtet der unangenehmen Vorkommnisse verlief die Heimfahrt in einer erstaunlich gelösten und heiteren Stimmung. Dabei lösten die erstaunten Hallenser auch eines der letzten ungelösten Geheimnisse der Boule-Szene: Die sogenannten “Chemnitzer“ sind streng genommen gar keine Chemnitzer! Und so führte die Fahrtroute auch nicht über Chemnitz sondern durch das Erzgebirge bzw. über Freiberg, wo für Detlef respektive Hartmut die Reise schließlich zu Ende ging.

Zurück bleiben - trotz der unheilvollen Begegnung mit der tschechischen Auto-Mafia – viele positive Erinnerungen: an erlebnisreiche Boule-Tage, an harmonische Begegnungen mit Boule-Freunden, an Freude und Spaß im Spiel mit den runden Kugeln.


Baron Prášil Ořech/CZ, 82 Doublettes
01. Mai 2004

Endlich war der Tag angebrochen, dem man ein ganzes Jahr entgegengefiebert hatte, und das Turnier des Barons von Münchhausen begann. Leider fehlte diesmal ein wenig das Flair der vergangenen Jahre, einige der international renommierten Gegner, die dem Turnier ihren Stempel aufgedrückt hatten, fehlten diesmal. Auch Mehrfachgewinner und Vorjahresfinalist Jean-Marie, der “Prager Korse“ war nicht unter den Teilnehmern zu entdecken. Und auch von den deutschen Spielern, die bisher teilgenommen hatten, fehlten viele infolge der gleichzeitig stattfindenden DM-Quali im Doublette. Aber Jens und Thomas waren willens, ihren Titel zu verteidigen. Und noch ein weiteres PVT-Team konnte an diesem Morgen begrüßt werden, nämlich Gundolf und Kristina aus Halle, die nach langer Irrfahrt erst um zwei Uhr morgens ihr Zelt neben dem Ořecher Boulodrom aufgebaut hatten. Zu Beginn wurden drei Schweizer Runden ausgespielt, in denen die Chemnitzer einmal zu zwölf verloren und zweimal gewannen. Sie hatten sich damit für die Hauptrunde der besten 64 Teams qualifiziert. In der ersten K.O.-Runde folgte dann aber wieder einmal ein klarer Leistungseinbruch. Pavel Kocourek von Hej Rup Roudnice erwies sich auf dem seitlich abfallenden Gelände neben der Münchhausen-Statue als der bessere Leger. Da auch Hartmut in dieser Partie selten traf, war eine 11:13-Niederlage die Folge und man musste für das B-Turnier melden.

Hier lief es dann plötzlich wieder besser, sowohl leg- als auch schusstechnisch. Die starken, in diesem Spiel allerdings zu risikofreudigen Belgier Nicolas und Eric de Beer wurden unerwartet klar mit 13:3 in die Schranken verwiesen, und im darauffolgenden Viertelfinale war Turnier-Organisator Vladimir Glaser das Opfer. Er erwies sich als extrem gastfreundlich und spielte immer wieder Kugeln, die Detlef taktisch klug kurz vor die Sau gelegt hatte, weiter nach vorn, sodass sie noch den Punkt machten. Das war wegbereitend für den unangefochtenen 13:2-Erfolg der Chemnitzer.

Im Halbfinale waren Gundolf und Kristina die Gegner, sodass die Finalteilnahme für den PVT gesichert war. Die Chemnitzer fuhren auf der Erfolgsschiene weiter, schossen und legten auf anhaltend gutem Niveau, profitierten freilich auch von einigen Fehlschüssen Gundolfs. Es ergab sich ein 13:7.

Im B-Finale traf man bei schwindendem Tageslicht auf Ivo Michálek und Franck Ferlay aus Brno, auf die man schon am Vortag im Triplette getroffen war. Das Flutlicht wurde dann zwar eingeschaltet, aber Franck, der in Brno als Franzose an einer bilingualen Schule unterrichtet und ausgezeichnet Tschechisch spricht, war eindeutig gehandicapt und konnte Schwein und Kugel mitunter nicht mehr erkennen. Die Chemnitzer zogen dagegen ihren Rhythmus gnadenlos durch und gewannen mit 13:9.

Damit gab es Preisgelder und einen schönen und außergewöhnlichen Pokal, bestehend aus einer Holzplatte und dem daraufgehefteten Zopf des Baron Münchhausen. Die siegestrunkenen Chemnitzer luden die Leipziger und Hallenser zur Feier des Tages in ein Ořecher Szene-Restaurant und hauten dort bei guter Stimmung sämtliche Kronen auf den Kopf, die sie noch hatten. In wohliger Bierlaune beschloss man, das Turnier des nächsten Tages zum “Fun-Event“ zu deklarieren und loste die festgefügten Vereins-Doublettes wild durcheinander. Der Auslosung zufolge sollten Hartmut mit Kristina, Detlef mit Jens, sowie Thomas mit Gundolf antreten.


Nocturne, Ořech/CZ, 17 Triplettes
30. April 2004

Zum ersten Mal wurde in Ořech am Vorabend des Baron Prášil-Turniers ein Triplette ausgespielt, und somit fehlte den Chemnitzern noch ein dritter Mitspieler. Nach zähen Verhandlungen konnte Vicky aus Leipzig für diese ehrenvolle Aufgabe gewonnen werden, was umso höher zu bewerten ist, da sie nach eigener Aussage die Boulekugeln schon monatelang (jahrelang?) nicht mehr in die Hand genommen hatte...
Aber ihre Besorgnis war unbegründet, ihre Wurfleistungen konnten sich gegenüber denen der Chemnitzer durchaus sehen lassen. Und die Gesamtleistung des Teams war nicht einmal schlecht: einmal wurde einem Gegner eine Fanny verpasst, und gegen renommierte Gegner (Jiři Zampach aus Bechnovice sowie die Brnoer Ivo Michálek und Franck Ferlay) gab es knappe Niederlagen. Am Ende sprang der zehnte Platz heraus, die mitangereisten “Lieblings-Leipziger“, verstärkt durch Jens’ Freundin Theresa, fanden sich am Ende auf Platz 7 wieder.


Stadtmeisterschaften Leipzig, 32 Doublettes
24. April 2004

In Leipzig freute man sich auf das eigentlich “chemnitzfreundliche“ weiche Terrain und rechnete sich trotz zuletzt nicht immer ansprechender Leistungen gute Erfolgschancen aus. Aber gleich das erste Spiel verlief dann recht eigentümlich. Gegen Adrian und Kriwoscheew aus Bibra unterlag man nach gutem Beginn infolge eines völlig unerklärlichen Einbruchs noch mit 10:13. Und im nächsten Spiel kam es noch weit schlimmer: Gegen die “Angst-Nordhäuser“ Peter und Sebastian bekam man wieder kein Bein auf die Erde und unterlag schnell mit 3:13. Wieder war Peter der Schuldige am Chemnitzer Debakel, da er durch konstant gute Legleistungen Detlef fast in den Wahnsinn trieb... Eigentlich wollte man nach Hause fahren und die Karriere beenden, aber dann raffte man sich doch noch zur Teilnahme am B-Turnier auf. Aber auch hier lief es zu Beginn unerklärlich schlecht: Die Hummelshainer Thomas Seime und Volker Drusche legten wie von Zauberhand, schufen zudem mehrmals durch glückliche Saubewegungen für sie günstige Konstellationen, die die Chemnitzer nicht mehr kontern konnten, da sie schon sämtliche Kugeln gespielt hatten. Die Durchmarsch-Niederlage und eine deprimierende Heimfahrt bereits vor Augen zog man sich dann aber mit letzter Kraftanstrengung doch noch aus dem tödlichen Sumpf, verpasste dem Gegner fast noch eine “technische Fanny“ und gewann 13:11. Man konnte wieder durchatmen...

Und plötzlich lief es eindeutig besser, fast schon perfekt. Gegen die nicht gerade unbekannten Michael Kitsche und Matthias Saddei gewann man unerwartet klar mit 13:5. Natürlich war Matthias als Schießer ungewohnt treffunsicher und auch blieben einige von Michas Hochportée-Würfen auf halbem Wege im Sand stecken. Aber es war auch eine konstant gute Leistung der Chemnitzer, die beste an diesem Tag.

Im Halbfinale traf man dann wieder einmal auf Chemnitz 2, Jochen und Gerd diesmal. Hartmut und Detlef spielten auf konstant gutem Niveau weiter, wohingegen Jochen wieder einmal mit dem weichen Boden schlecht zurechtkam und Gerd hastig und unkonzentriert wirkte. Chemnitz 1 gewann ungewohnt schnell und schmerzlos mit 13:1.

Christian und Kristina aus Halle hatten sich in ihrem Halbfinale gegen PVT-Präsident Wilfried und seinen Sohn durchgesetzt und waren gerngesehene Finalgegner. Es entwickelte sich ein schönes, lange Zeit ausgeglichenes Match, in dem die Chemnitzer sich in der Endphase als nervenstark erwiesen und mit 13:9 durchsetzen konnten. So war der Tag doch noch zu einem versöhnlichen Abschluss gekommen...

Das Siegerfoto vom B-Turnier: http://www.leipzigboule.de/pics/winner_B.jpg (link nicht mehr aktuell!)


Turnier „Tlusta Berta“ in Loket bei Karlovy Vary/CZ, 69 Doublettes
17. April 2004

Hartmut und Detlef nahmen, wie immer als einzige Nicht-Tschechen, bereits zum vierten Mal an diesem Turnier teil. Der größte Erfolg war bis jetzt ein fünfter Platz gewesen, im letzten Jahr wurde man Neunter.

Diesen Rang wollte man verbessern, aber es wurde ein steiniger Weg. Zunächst im wahrsten Sinne des Wortes, denn in der Vorrunde war das Gelände hart, uneben und mit derart unangenehmen Steinen übersät, dass verschiedene Legwürfe von Detlef völlig missrieten und Hartmut die Schweißperlen auf die Stirn trieben. Man verlor völlig unnötigerweise gegen vereinslose Boule-Neueinsteiger und gab auch die Partie gegen die Mitfavoriten und späteren Finalisten Lukáš Valenz/Iva Valenzová (VARAN Karlovy Vary) ab. Die restlichen drei Spiele gewann man, davon zwei deutlich, sodass man sich infolge des besseren Punktverhältnisses für die Endrunde qualifizierte.

Im Achtelfinale gab es dann aber einen unerwartet leichten Durchmarsch. Jan Imlauf und Ivo Kacerovský vom CP Kolová fanden auf dem einfacheren, aber immer noch harten Boden direkt am Flussufer nie zu ihrem Spiel und unterlagen den Chemnitzern deutlich mit 3:13.

Im Viertelfinale wählte Detlef nach gewonnener Platzwahl das schräge, weichere Terrain, direkt an der Zuschauertribüne, auf dem später auch Halbfinale und Finale ausgetragen werden sollten. Das Gelände schien den Chemnitzern zu liegen, schließlich hatte man unter ähnlichen Bedingungen einige der größten Erfolge errungen: die Finalteilnahme in Bad Sachsa 2002, die Chemnitzer Stadtmeisterschaft 2003. Aber es stellte sich bald heraus, dass in diesem Jahr die auf diesem Boden notwendigen technisch anspruchsvollen Würfe einfach zu wenig geübt worden waren. Die Gegner, die erfahrenen Turnierhasen Pavel Valenz und Miroslav Mužík (VARAN) beherrschten die Technik eindeutig besser und setzten sich klar mit 13:6 durch.

Nun war man zwar ausgeschieden, durfte aber immer noch nicht nach Hause fahren. In zwei weiteren Spielen ging es noch um die Platzierung auf den Plätzen 5 bis 8. Zweimal ging es gegen Damenteams, zweimal spielte man auf hartem, ungeliebten Boden. Und zweimal verlor man relativ glatt: 9:13 und 5:13. Da tröstete es nur wenig, dass die Gegnerinnen klangvolle Namen trugen: Věra und Romana Vokrouliková (letztere wurde später zusammen mit Milan Hašek “Baron Prášil“ Siegerin in Ořech!), sowie Hana Mužíková und Helena Denisovová (VARAN).

Die ersten zehn des Endklassements:

1   Hašek Milan SLOPE BRNO
    Vlk Pavel POP PRAHA
2   Valenz Lukáš Varan Karlovy Vary
  Z Valenzová Iva Varan Karlovy Vary
3   Valenz Pavel Varan Karlovy Vary
    Mužík Miroslav Varan Karlovy Vary
4   Rendla Jakub LES BOULLES HOSTIVAŘ
    Žampach Jiří OCELOVÉ KOULE
5 Z Vokrouhlíková Věra POP PRAHA
  Z Vokrouhlíková Romana POP PRAHA
6 Z Valenzová Kateřina Varan Karlovy Vary
  JZ Vachovcová Hana Varan Karlovy Vary
7 Z Denisovová Helena Varan Karlovy Vary
  Z Mužíková Hana Varan Karlovy Vary
8 0 Schwede Detlef  
  0 Lohss Hartmut  
9   Materna Aleš CP VARY
    Fürst Jiří CP VARY
10   Klíma Jiří CP VARY
  Z Klímová Dana CP VARY


Ostercup Kahla, 20 Doublettes
11. April 2004

Da einige der einheimischen Spitzenspieler es vorgezogen hatten, lieber im eigenen Garten Ostereier oder im fernen Berlin neue Bouleerfahrungen zu suchen, rechneten sich die Chemnitzer gute Chancen auf die ersten Ranglistenpunkte aus. Der Auftakt war dann auch ganz verheißungsvoll, und die ersten Gegner, Bodo und Katrin aus Halle, kassierten eine schnelle 2:13-Niederlage.

Das für Chemnitzer Verhältnisse außergewöhnliche D-Zug-Tempo konnte aber schon im nächsten Spiel nicht mehr durchgehalten werden, und man zitterte sich gegen eine überraschend starke Damenformation aus Nordhausen (Stephanie und Newcomerin Roberta) gerade noch zum 13:11-Erfolg durch.

Nach diesem Ausraster sollte der Chemnitz-Express wieder Fahrt aufnehmen, aber gegen die “neuen Angstgegner“ Sebastian und Peter (ebenfalls aus Nordhausen) kam alles noch viel schlimmer. Detlef ließ sich von Peters Legkünsten zu sehr beeindrucken und hatte nichts Gleichwertiges zu bieten, sodass recht schnell und ohne viel Gegenwehr 4:13 verloren wurde.

Nun wollte Detlef es wissen, suchte sich nach gewonnener Platzwahl einen neuen Boden aus, und erfand dort dann gleich eine neue Disziplin: das “unterirdische Legen“. Zum Glück war der Platz schlecht beleuchtet, aber Hartmut entgingen die Schwachpunkte seines Mitspielers natürlich nicht, versuchte durch offensive Kritik und gelegentliche Volltreffer beim Schießen noch entgegenzusteuern, aber es war vergeblich, man verlor 10:13 gegen die nicht unbedingt übermächtigen Gothaer Jana und Jörg.

Da machte dann das letzte Spiel gegen die eigentlich als “Lieblings-Leipziger“ eingestuften Thomas und Jens auch keinen Spaß mehr, man verlor schnell 1:13, profitierte dabei sogar noch von einem fannyverhindernden Jens-Geschenk, und entkam eiligst durch die Hintertür.

Hier die Ergebnisliste, aus der man am liebsten die eigenen Namen gestrichen hätte:

1.Skala/Wonsack (Reinstädt)
2.Puttkamer/Hanack (Leipzig/Nordhausen)
3.Eberhardt/Mehne (Nordhausen)
4.F. Hellriegel/L.Vecile (Leipzig/Hof)
5.Wicke/Bergmann (Nordhausen)
6.Hoffmann/Börner (Bibra/Chemnitz)
7.Saddei/T. Vecile (Rauenheim/Hof)
8.Steinbrecher/Suske (Gotha)
9.Voigt/Riedel (Leipzig)
10.Mustafa/Müller (Bibra)
11.M.Brückner/Scheider (Bibra)
12.Schwede/Lohß (Chemnitz)
13.Laurount/W. Brückner (Bibra)
14.Kriwoscheew/Rapprich (Bibra)
15.Seime/Häntsch (Bibra)
16.Kuschinke/Sander (Hof)
17.K.Katzenberger/H.Katzenberger (Schweinfurt)
18.Tänzer/Reisig (Halle)
19.J. Bröde/Becker (Gotha)
20.P. Bröde/Hildebrandt (Gotha)

Positiv aber wenigstens das Abschneiden des dritten Chemnitzers, Jochen Börner, der sich im Bibraer Talenteschuppen bedient hatte.


Stadtmeisterschaften Hof, 23 Doublettes
04. April 2004

Die unerbittlichen Gesetzte der Auslosung ließen es gleich zu Anfang zu einem “Chemnitzer Bruderkampf“ kommen, und Jochen, verstärkt durch Martin Eschweiler, erwies sich wieder einmal als der erwartet schwere Brocken für Hartmut und Detlef. Daran verschluckte man sich gründlich, kassierte ein verdientes 11:13, und im kommenden Match, gegen die Schweinfurter Michael Semineth und Klaus Geißenhöner, ging es folglich bereits um Sein oder Nichtsein.

Die erfahrenen “Schweinfurter Kugelleger“ gewannen die Platzwahl und lockten die Chemnitzer in den Wald, nicht ahnend, dass diese auf derartigem Terrain in der Vergangenheit bereits ansprechende Erfolge erzielt hatten. Doch zunächst stachen die Trümpfe der Schweinfurter, sie hatten sich auf dem unübersichtlichen, unebenen Waldboden eine passende Legtechnik antrainiert. Das Blatt wendete sich erst, als die Chemnitzer sich nach einem Punktgewinn entschieden, von nun an das Cochonnet immer bergauf zu legen, und zwar auf eine Distanz von annähernd zehn Metern. Der gegnerische Schießer war damit ausgeschaltet, und der Leger offenbarte plötzlich ungeahnte Schwächen. Dank dieses taktischen Geniestreiches gelang es den Chemnitzern, die Partie noch umzubiegen, und sie gewannen mit 13:11, sodass die Schweinfurter, beide in Bayern unter den Top 50 zu finden, am Ende etwas bedröppelt dreinschauten.

Der Durchmarsch ins B-Turnier war zunächst abgewendet, aber es wartete immer noch eine nervenaufreibende Barrage – wieder gegen Jochen und Martin. Wieder ging es knapp zu, diesmal noch extremer als zuvor, aber am Ende setzte sich die Routine von Chemnitz 1 mit 13:12 durch.

Man musste in die Cadrage und hätte bei einer Niederlage immer noch ins B-Turnier fallen können. Die Gegner, Hanne Probst und Peter Örterer vom PCNC Nürnberg, waren ambitioniert und unnachgiebig. Aber die Chemnitzer spielten auf dem abfallenden Gelände vor der Imbissbude ihre Legstärken aus und setzten sich nach hartem Kampf mit 13:10 durch.

Die nächsten Gegner warteten schon ungeduldig, und es waren keine anderen als Thomas und Jens. Wieder entwickelte sich eines jener unvergesslichen Spiele gegen die alten Rivalen aus Leipzig. Die gute Form aus dem Cadrage-Match blieb weitgehend erhalten, aber zum Vorstoß ins Halbfinale reichte es nicht ganz: mit 11:13 wurde man nach Hause geschickt.

Immerhin hatte dieses Spiel die Leipziger anscheinend doch etwas gefordert, sodass sie im Halbfinale gegen die neuen Shooting-Stars des Ostens, Maik und Micha aus Halle, in der entscheidenden Phase nichts mehr zuzusetzen hatten. Maik und Micha gewannen am Ende das Turnier gegen den Madegassen James und den Ex-Leipziger Michael Hahn.


Golden Boule Prag, Hallenturnier, 68 Triplettes
24. Januar 2004

Am 24.1. 2004 fand parallel zu dem Rosenbrauerei-Hallencup in Kahla, an dem die meisten Elitespieler der mitteldeutschen Boule-Hemisphäre teilnahmen, noch ein internationales Triplette-Turnier in der im Vorjahr neuerbauten Prager Pétanque- und Reithalle direkt am Moldauufer statt: die zweite Ausgabe des “Golden Boule“. Die Vorjahressieger Elkubi Tal, Elkubi Avi und Benzekri Nanu aus Israel waren diesmal zwar nicht am Start, dafür befanden sich aber im 68 Triplettes umfassenden Teilnehmerfeld eine Menge illustrer Spieler vorwiegend aus dem osteuropäischen Raum, aber auch aus Frankreich, Deutschland, Dänemark, Österreich oder Holland.

Die Chemnitzer Boule-Spieler Hartmut Lohß und Detlef Schwede hatten sich bereits im letzten Jahr, verstärkt durch den Hallenser Spitzenspieler Maik Kerner, dieser Herausforderung gestellt und traten dieses Jahr in gleicher Formation an. Das gesetzte Ziel war die Verbesserung des Ergebnisses vom Vorjahr, in dem man Sieger des D-Turniers wurde...

Zumindest Detlef und Hartmut hatten zuvor verstärkt Hochportées trainiert, soweit die winterlichen Bedingungen in der Heimat dies zuließen. Der Boden in der Prager Halle besteht nämlich ausschließlich aus Sand, und im Vorjahr war er so weich gewesen, dass die Kugeln sich bei hoher Kurve und eingebautem Drall regelrecht in den Sand hineinbohrten und nicht mehr weiter rollten.

Die erwarteten Bedingungen hatten sich jedoch in diesem Jahr ein wenig verändert. Durch die herrschenden Minusgrade (am Spieltag wurden in Prag bis zu –20 Grad gemessen!) war der Boden hart gefroren, und die aufspringenden Kugeln setzten ihre Reise mitunter auf bizarren, alle Pläne durchkreuzenden Bahnen fort. Eine ausgiebige Vorbereitung war somit vonnöten, nur hatten die Chemnitzer leider infolge schlechter logistischer Planungen und einer anschließenden Irrfahrt durch Prag das Fahrtziel erst auf den letzten Drücker erreicht...

Dennoch begann das Turnier erfolgversprechend, denn im ersten Spiel der drei Runden Schweizer System, nach deren Ablauf die Teilnehmer nach Spielstärke in die jeweiligen Gruppen aufgeteilt werden und dort weiter k.o. spielen sollten, ging man gegen die von Milan Demcík angeführte Kombination aus dem tschechischen Roudnice rasch mit 8:1 in Führung, wobei Maik vorlegte, Hartmut schoss und Detlef als Milieu spielte. Dann jedoch geriet der Motor ins Stottern, die Tschechen kamen auf Touren und es gelang nur noch ein weiterer Punkt. Ein von Hartmut verordnetes Straftraining war die Folge...

Zum Glück trat an dieser Stelle der allseits bekannte “Hobbytrainer“ und Wahl-Erlanger Michael Hahn auf die Bühne. Er überzeugte die Chemnitzer davon, dass sie die Mannschaft falsch aufgestellt hatten: Maik solle schießen, da er bei weitem die beste Trefferquote der drei habe und Detlef vorlegen. Und siehe da: im nächsten Spiel wurde das A-Team Sloweniens mit 13:7 klar in die Schranken verwiesen...

Somit war die Hoffnung gestiegen, sich wenigstens noch für das B-Turnier zu qualifizieren. Mit gestiegenem Selbstbewusstsein wandte man sich dem nächsten Gegner zu, einer gemischten Mannschaft von POP Praha, angeführt von Petra Malá. Und an dieser Stelle liefen die Chemnitzer wirklich zu großer Form auf, Maik traf fast hundertprozentig, und wenn er seine Kugeln verballert hatte und der Gegner immer noch neue Legkugeln hervorzauberte, trafen sogar Hartmut und Detlef ihre Ziele. Die Prager konnten nur noch Beifall klatschen und gaben sich am Ende verdient mit 1:13 geschlagen...

Durch diesen Kantersieg hatten die Chemnitzer über die Score-Wertung das unmöglich geglaubte doch noch erreicht: die Qualifikation für das A-Turnier! Das Tagesziel war erreicht und selbst ein frühes Aus hätte nun für eine zufriedene Heimfahrt gesorgt...

Doch es kam anders: Im Achtelfinale traf man auf das ungarische Junioren-Team Rostas/Kiss/Werebély, und setzte sich – diesmal auch mit ein wenig Glück – mit 13:9 durch. Man befand sich unter den besten acht – und hatte damit bereits 60 Teams hinter sich gelassen!

Am Ende waren es dann 61. Im Viertelfinale kam das Aus gegen die tschechisch-französische Kombination Jean-Marie, Jirí Ondryáš (beide FRAPECO), sowie Alice Hanèová (1. KPK VRCHLABI). Insbesondere der in Prager Boule-Kreisen bereits Kultstatus genießende “Prager Korse“ Jean-Marie ließ mit seinen Schusskünsten die Chemnitzer in Ehrfurcht erstarren, sodass sie selbst nach einer unerwarteten 7:0 Führung nichts mehr ausrichten konnten und die “technische Fanny“ kassierten: 7:13.

Deutlich eingeschüchtert wollten die Chemnitzer sich schon durch die Hintertür aus dem Staub machen, da wurden sie von Turnier-Organisator Vladimir Glaser zurückgepfiffen. Es stand noch eine Play-Off Runde aus, die die Plätze 5 bis 8 bestimmen sollten. Und hier traf es die Chemnitzer wieder hart, gegen die Franzosen Azema (Präsident des dortigen Verbandes!), Brunin und Chagneau flogen ihnen die Kugeln nur so um die Ohren, und es setzte eine nie Frage gestellte Niederlage: 4:13.

So gedemütigt wollten die Chemnitzer sich nun doch nicht verabschieden, und sie suchten verzweifelt ihre Gegner im Play-Off um Platz 7: “Hobbytrainer“ Michael Hahn und seine Mitstreiter aus dem bayrischen Furth im Wald. Diese hatten sich nach einer schmachvollen Niederlage gegen Ungarn II aber bereits auf den Heimweg begeben...

Die Chemnitzer hatten aber nun keine Eile mehr, wollten sich stattdessen boulistisch weiterbilden und sahen daher noch das spannende Finale zwischen Dänemark und Deutschland. Hier kam es ähnlich wie bei der Europameisterschaft 1992 im Fußball: Unbekümmertes “Danish Dynamite“ setzte sich überraschend gegen eine jeden Kugelwurf pedantisch bis ins Kleinste analysierende, am Ende in der entscheidenden Situation dennoch versagende deutsche Mannschaft durch.

Ergebnis (Plätze 1-10):
1 Olsen, Dreyer, Schaefer (Dänemark)
2 Hoffmann, Tafel, Bognon (D, Stuttgart)
3 Èermák, Morávek, Rehor (CZ, FRAPECO)
4 Jean-Marie, Ondryáš, Hanèová (CZ, FRAPECO/1. KPK VRCHLABY)
5 Azema, Brunin, Chagneau (Frankreich)
6 Toth, Kemeny, Borbenyi (Ungarn)
7 Lohß, Schwede, Kerner (D, Chemnitz/Halle)
8 Hahn, Wissmann, Wissmann (D, Furth im Wald)
9 Mužík, I. Valenzová, K. Valenzová (CZ, VARAN)
10 Šrubar, Hodbod, Biel (CZ, PC CARREAU BRNO/Polen)

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